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Lockdown

Wie Deutschland in der Coronakrise knapp der Katastrophe entkam
Ein SPIEGEL-Buch

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Lockdown
Hardcover
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Sind wir noch einmal davongekommen? Eine Bilanz der deutschen Krisenpolitik

Corona hat die Welt in den Lockdown gezwungen, doch Deutschland ist in den ersten Monaten vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen. Aber wie viel war tatsächlich politische Geschicklichkeit, wie viel pures Glück? Wie nachhaltig sind die Entscheidungen zur Krisenbekämpfung? Und welche langfristigen Folgen wird die Pandemie für unser Land haben?

Ein Team von Redakteurinnen und Redakteuren des SPIEGEL berichtet von jenen dramatischen Momenten, die in den letzten Monaten über Leben und Tod, Wohlstand und Existenznot entschieden haben. In einer packendenden Chronologie blicken sie auf Spitzenpolitiker und lokale Entscheider, beleuchten die Rolle bekannter Virologen und unbekannter Ratgeber und fragen, wie gut unser Land für das gerüstet ist, was uns jetzt bevorsteht. Denn die wahren Folgen der Pandemie sind immer noch nicht absehbar.

»Liest sich deshalb so spannend wie ein Thriller, weil es vermeintlich so harmlos beginnt.«

ZDF »Markus Lanz« (26. Januar 2021)

Hardcover mit Schutzumschlag, 320 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-421-04878-3
Erschienen am  02. November 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Eine packende Chronologie der Ereignisse rund um die Sara CoV 2 Pandemie

Von: brigitta

22.11.2020

Inhalt und Fazit: Wer erinnert sich noch an die kleine Meldung am 31.12.2019 über eine mysteriöse Lungenkrankheit in China? In die Tagesschau hat es die Meldung nicht geschafft, aber der eine oder andere Regionalsender hat sie gebracht, vielleicht weil durch die Ereignislosigkeit des Tages noch Sendesekunden gefüllt werden mussten. Am 31.12.2019 war unser Leben so wie immer. Die Familien haben sich auf die Silvesterfeierlichkeiten vorbereitet, junge Menschen sind in Richtung ihrer Silvesterparty unterwegs gewesen und nichts deutete daraufhin, das diese kleine Meldung unser Silvester 2020 entscheidend beeinflussen wird. Am 06.01.2020 war die mysteriöse Lungenkrankheit der Tagesschau dann eine Meldung wert, die Bevölkerung wurde über das Auftreten einer neuartigen Krankheit informiert. Am 09.01.2020 wurde in den Nachrichten der erste Todesfall gemeldet. Und ab da gab es kaum mehr einen Tag, ohne das Fakten, Zahlen und Konsequenzen dieser neuen Krankheit unseren Alltag bestimmen. In den ersten Wochen haben wir vielleicht nicht so zugehört und als die Tragweite der Situation endlich durchdrang, lief es bei vielen ab, wie in einem Film. Es passierten mehr Dinge, als man vielleicht verarbeiten konnte. "Lockdown" von Christoph Hickmann, Martin Knobbe, und Veit Medick beschreibt den Beginn und Verlauf der Coronakrise vom 20.12.2019 bis zum 21.08.2020 fast minutiös. Wer war bei welcher Sitzung wann dabei und was wurde beschlossen? Warum gab es diesen Beschluss? Wie war die Einschätzung der Situation? Wie die Kommunikation innerhalb Europas? Das alles wissen wir nicht, oder nur ansatzweise. In "Lockdown" werden die Prozesse, Sitzungen, Pressekonferenzen, die Entscheidungen und Konsequenzen einzeln aufgezeigt und detailliert dargestellt. Das, was wie in einem Katastrophenfilm auf uns einprasselte, bekommt in "Lockdown Struktur und Hintergrund. Immer wieder eingeflochten werden auch persönliche Schicksale aus der Bevölkerung, die man als eine Art "Wegmarke" bezeichnen könnte. Für mich persönlich, war es unheimlich interessant zu lesen, wie sich die Umgehensweise mit der Pandemie nach und nach entwickelt hat. Von den ersten Stellungnahmen des RKI, die in ruhiger Gelassenheit vermittelten, dass der Eindruck sei, die Krankheit würde zu keinem großen Problem in Deutschland werden, bis hin zu Kontaktbeschränkungen und Todesfällen im dreistelligen Bereich. Auch begleitende Informationen, wie zum Beispiel der sprunghafte Anstieg der Anrufe in der Agentur für Arbeit, sind äußerst interessant. Normalerweise bekommt die Agentur für Arbeit im Durchschnitt rund 12.000 Anrufe pro Stunde, nachdem Lockdown sprang die Zahl auf 13.000 Anrufversuche pro Minute an. Damals habe ich auch in den Warteschleifen gelebt und verzweifelt auf jemanden gehofft, der den Hörer abhebt. Wir mussten Kurzarbeit anzeigen und im Sinne von 300 Beschäftigten sollte so viel wie möglich vorab geklärt werden .... was aber kaum möglich war. So bekamen bei Lesen des Buches viele einzelne vergangene Situationen auf einmal einen Sinn und ich konnte Zusammenhänge leichter begreifen, die vorher, für mich, nicht so greifbar waren. Das Buch hat mich gefesselt und ich habe es kaum aus der Hand legen können. Zwar war ich bei all diesen Geschehen mehr oder weniger dabei, es passierte ja alles mit mir und um mich herum, aber viele Details waren mir nicht bekannt. Ich fand das Buch zur nachträglichen Aufarbeitung sehr hilfreich aber es ist auch zur Überprüfung meiner Meinung durchaus geeignet. Musste das alles so sein? Muss das alles jetzt immer noch so sein? Übertreibt die Regierung oder handelt sie maßvoll? Sind wir genug geschützt oder brauchen wir mehr Schutzmaßnahmen? "Lockdown" hilft hier das Was und Warum besser einordnen zu können und ich hoffe, dass die Autoren diese Chronologie der Ereignisse in einem weiteren Buch fortsetzen.

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Vita

Christoph Hickmann, geboren 1980, begann seine journalistische Karriere bei der »Süddeutschen Zeitung«, für die er u.a. als politischer Korrespondent aus Frankfurt am Main berichtete. 2009 wechselte er ins SPIEGEL-Hauptstadtbüro, 2012 kehrte er zur »Süddeutschen Zeitung« zurück und war dort knapp sechs Jahre Parlamentskorrespondent. Seit 2018 ist er Reporter im SPIEGEL-Hauptstadtbüro.

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Martin Knobbe, geboren 1972, absolvierte nach dem Studium eine Ausbildung an der Henri-Nannen-Journalistenschule. Ab 2001 war er Redakteur beim »Stern«, zuletzt USA-Korrespondent in New York. Seit 2015 arbeitet er für den SPIEGEL in Berlin, seit 2019 ist er einer der Leiter des Hauptstadtbüros. Er hat den Deutschen Reporterpreis und den Nannen Preis im Bereich Investigation gewonnen.

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Veit Medick, geboren 1980, ist Korrespondent im Hauptstadtbüro des SPIEGEL. Nach dem Politikstudium absolvierte er 2007 ein Volontariat bei der »taz« in Berlin, zwei Jahre später wurde er Redakteur im Hauptstadtbüro von SPIEGEL ONLINE. Zwischen 2015 und 2017 arbeitete er als Korrespondent in Washington. Seit seiner Rückkehr nach Berlin schreibt er über Innenpolitik.

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