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Kleine Wunder um Mitternacht

Roman

HardcoverNEU
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Drei junge Einbrecher, die eine Nacht lang untertauchen müssen. Ein verlassener Laden, der aus der Zeit gefallen ist. Ein alter Mann, der mit Briefen das Schicksal der Menschen zum Guten wendet ... Der neue Roman des japanischen Bestsellerautors!

Es ist kurz vor Mitternacht, als drei junge Einbrecher in einen verlassenen Gemischtwarenladen eindringen, um nach ihrem Raubzug unterzutauchen. Doch Atsuya, Shota und Kohei wird keine ruhige Stunde bis zum Morgengrauen gewährt: Ein Brief wird von außen durch einen Schlitz in den Laden geworfen, obwohl in der Dunkelheit vor der Tür kein Mensch zu sehen ist. Als ihn die erstaunten Kleinkriminellen öffnen, beginnt eine unglaubliche Geschichte, die eine Nacht lang das Leben unzähliger Menschen verändern wird – und eigentlich begann sie vor über dreißig Jahren, als ein weiser alter Mann mit seinen Worten kleine Wunder vollbringen konnte.

»Ein Buch, das so zugänglich, einfallsreich und äußerst überraschend ist wie dieses, vermag man kaum aus der Hand zu legen.«

Kirkus Reviews (09. Januar 2020)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Japanischen von Astrid Finke
Originaltitel: Namiya zakkaten no kiseki (The Miracles of the Namiya General Store)
Originalverlag: Kadokawa Corporation, Tokyo 2016
Hardcover mit Schutzumschlag, 416 Seiten, 12,5 x 20,0 cm
ISBN: 978-3-8090-2710-2
Erschienen am  13. April 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Japan

Rezensionen

Eine zauberhafte Zeitreise ohne Zeitreisende.

Von: Susanne Probst

19.04.2021

Der Japaner Keigo Higashino hat mit seinem originellen und einfallsreichen Text eine ergreifende und überraschende Geschichte über die drei Kleinkriminellen Atsuya, Shota und Kohei geschrieben, die sich um kurz nach Mitternacht nach ihrem Raubzug in einem schon längst geschlossenen, verlassenen und verstaubten Gemischtwarenladen verstecken, weil der gestohlene Wagen sie im Stich lässt. Gerade wollen sie sich gemütlich zurücklehnen, da fällt ein Brief durch den Briefschlitz. Sie erschrecken natürlich. Weit und breit ist niemand zu sehen. Die Neugierde siegt, sie öffnen den Brief, lesen vom Kummer einer Frau namens Mondhase, die „in der Klemme steckt“ (S. 17) und um die Lösung ihres Problems bittet. Recht bald wird ihnen mit Hilfe eines alten Zeitschriftenartikels klar, dass der Inhalt des Briefes mit der anonymen seelsorgerischen Tätigkeit des früheren Ladenbesitzers Yuji Namiya zusammenhängt. Indem sie den Brief beantworten, bringen sie einen Stein ins Rollen und beeinflussen sie auf magische Weise das Leben von Menschen zu unterschiedlichen Zeiten und an verschiedenen Orten. Durch ihr Handeln bringen sie eine außergewöhnliche Geschichte in Gang, die Auswirkungen auf das Leben vieler Menschen hat. Durch diese höchst kreative Einleitung und Idee kommen wir in den Genuss mehrerer kleiner Geschichten von Menschen und deren Schicksalen. Sie alle werden durch die Geschehnisse im Gemischtwarenladen und letztlich durch Yuji Namiya verbunden. Wir erfahren, dass der Mondhase eine Sportlerin ist, deren geliebter Freund an Krebs erkrankt ist und dass Katsuro im BWL-Studium feststeckt, obwohl er eigentlich Musiker werden möchte. Und wir lesen von Yuji Namiya und seinem Laden. Wie alles begann, sich entwickelte und endete. Zu Beginn hat mich der Roman aufgrund seines abrupten bzw. unerwarteten Wechsels von Ort, Zeit, Perspektive und Personal etwas verwirrt, aber schon bald merkte ich, dass es sich bei „Kleine Wunder um Mitternacht“ um einen Episodenroman handelt und ich überließ mich dem, was kommt. Gut so, denn das, was kam, war überzeugend! Seine Charaktere hat Keigo Higashino vielschichtig und in ihrer ganzen Komplexität und Individualität gezeichnet, so dass die einzelnen Geschichten berühren und bewegen. Es sind wehmütige, amüsante oder zum Nachdenken anregende Geschichten, deren Sprache mal poetisch, mal derb ist, in die man gerne eintaucht und die mich jede auf ihre Art faszinierten. Jede hatte ihre eigene Atmosphäre und ihren eigenen Klang. Ich empfehle den eindrucksvollen, märchenhaften und unterhaltsamen Roman sehr gerne weiter! Er ist eine Collage oder ein Mosaik aus vielen einzelnen wunderbaren Bestandteilen, die auf geniale Weise miteinander verbunden sind und Bezug zueinander haben.

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Ein berührendes, spannendes und magisches Leseerlebnis mit einem Hauch Phantastik. Absolutes Highlight

Von: Pink Anemone

14.04.2021

"Am 13. September, von einer Minute nach Mitternacht bis Tagesanbruch, wird Namiya Gemischtwaren für eine einzige Nacht wiedereröffnen. Wir bitten jeden, der jemals um Rat gebeten und ihn erhalten hat, um seine ungeschminkte Meinung. Wie hat sich dieser Rat auf Ihr Leben ausgewirkt? Fanden Sie ihn hilfreich oder nutzlos? Bitte werfen Sie Ihre Briefe in den Schlitz im Rollladen, wie in alten Zeiten. Wir freuen uns darauf, von Ihnen zu hören. (S. 301) Ein altes verlassenes Haus am Ende der Straße, ein angrenzender Gemischwarenladen, ebenso verlassen und verschlossen durch einen Rollladen. Das scheint das ideale Versteck für die drei Kleinkriminellen Atsuya, Shota und Kobei zu sein. Nach einem Raub flüchten sie mitten in der Nacht in diesen Laden, um abzuwarten bis es Tag wird. Plötzlich wird ein Brief durch den Briefschlitz des Rollladens in den Laden geworfen und kein Mensch weit und breit ist zu sehen. Nachdem der Schreck der drei Männer abgeklungen ist, erwacht die Neugierde und sie beschließen den Brief zu lesen. In diesem schüttet eine Frau, die sich nur 'Mondhase' nennt, ihr Herz aus und bittet um eine Lösung ihres Problems. Dieser Brief ist an den einstigen Besitzer Yuji Namiya gerichtet, der wohl Antworten auf die schwierigsten Fragen und Probleme hatte. Damals fungierte der Laden wohl auch als Kummerkasten. Allerdings müsste Namiya inzwischen über 100 Jahre alt sein, dieser Laden ist seit Ewigkeiten verlassen, also wer schreibt jetzt noch Briefe an ihn? Während Atsuya das alles als Irrtum abtut, beschließen die anderen beiden einfach zurückzuschreiben. Immerhin muss man doch irgendwie die Zeit totschlagen und 'Mondhase' tut ihnen leid. Doch kaum haben sie die Antwort in den Milchkasten geworfen, erhalten sie den Antwortbrief von 'Mondhase', wieder durch den Briefschlitz geworfen und wieder kein Mensch weit und breit zu sehen. Dies ist jedoch nicht das Mysteriöseste, denn auch die Zeit steht in dem Laden still und die Briefe von 'Mondhase' scheinen aus der Vergangenheit zu stammen. Die Männer beschließen trotzdem in dem Laden zu bleiben und es entbrennt eine Korrespondenz zwischen den Zeiten, die nicht nur Einfluß auf die drei Einbrecher hat, sondern auf viele anderen auch - in der Gegenwart und in der Vergangenheit. "Der Briefschlitz und der Milchkasten sind mit der Vergangenheit verbunden. Wenn jemand von früher einen Brief in den Laden in dieser vergangenen Welt wirft, landet er hier in der Gegenwart. Und genauso fällt ein Brief, den wir in den Milchkasten legen, in den Milchkasten der Vergangenheit." (S. 41) Wie auch die drei Einbrecher wird man selbst in diese Geschichte hineingesogen, in der der Schleier zwischen Vergangenheit und Gegenwart dünn ist und die Zeit gleichzeitig still steht. Im Verlauf liest man aus verschiedenen Perspektiven und beobachtet das Leben unterschiedlicher Figuren, welche mit Schicksalsschlägen, schweren Entscheidungen und unerfüllten Träumen zu kämpfen haben. Wie z.B. die schon erwähnte 'Mondhase' - eine junge und vielversprechende Sportlerin, welche hin- und hergerissen ist. Sie trainiert für die Olympischen Spiele, doch ihre große Liebe erkrankt an Krebs und hat nicht mehr lange zu leben. Ihr Freund, ebenfalls Sportler, möchte jedoch, dass sie weitertrainiert, um so für sie beiden den Lebenstraum von Olympia zu erfüllen. Sie aber möchte viel lieber die Zeit, die sie noch zusammen haben, bei ihm verbringen. Oder Katsuro, der sein Elternhaus verlassen hat um BWL zu studieren. Sein Traum sieht jedoch ganz anders aus - er will Musiker werden und dafür würde er alles aufgeben. Doch dieser Traum gerät ins Wanken, als er für eine Beerdigung nach Hause kommt. "Andererseits war sie vielleicht doch nicht irre und alles real, auf eine märchenhafte Art und Weise. Möglicherweise fand er eine Lösung für sein Problem. Etwas, das ihm half, sein Leben in die richtige Richtung zu lenken. Auf alles vorbereitet, sowohl auf Enttäuschung, als auch auf Überraschung, erklomm Katsuro jetzt den Hügel, bis er vor der verwitterten Fassade des Ladens stand." (S. 113) Dies sind nur zwei schicksalhafte Leben von vielen und natürlich erfährt man auch die Geschichte des Ladeninhabers Yuji namiya - wie alles begann, wie es sich entwickelte, endete und zu dem führte was nun geschieht. Dabei reist man mit den Figuren in die Vergangenheit und es werden, unter anderem, die Olympischen Spiele 1980 und deren Boykott und auch die Beatlemania thematisiert, inklusive des ein oder anderen Musikhits. "Ich behandle jeden Brief als Hilfeschrei. Diese Menschen sind nicht anders als wir. Sie haben ein Loch in ihrem Herzen, und etwas Lebensnotwendiges sickert heraus." (S. 143) Der Schreibstil ist klar, flüssig und lässt einen in eine fantastische Geschichte eintauchen, welche vom Zusammenspiel von Schicksal, zufälligen Entscheidungen und natürlich einem magischen Wunder bestimmt wird. Eine Geschichte, die voller schöner und tragischer Momente steckt, einen zum Schmunzeln und zum Weinen bringt (ja, selbst mich, die nicht wirklich nah am Wasser gebaut ist) und auch zum Nachdenken anregt. Umhüllt von dichter Atmosphäre verfolgt man gespannt die verschiedenen Schicksale dieser völlig unterschiedlicher Menschen, deren Leben auf so unglaubliche Art und Weise im Verlauf zusammengeführt und verknüpft werden. Hierbei kann man sich auf so einige fantastische Twists gefasst machen, die am Ende zu einem großen Ganzen führen. Das hat der Autor wirklich auf so geniale und stimmige Weise geschafft, dass ich selbst nach dem Beenden noch völlig begeistert und mit einem zufriedenen Lächeln hier sitze. Es ist eine Story mit einem Butterfly Effekt vom Feinsten und mit einem Hauch Phantastik! "Der Laden sah noch genauso aus wie damals, als sie ihre Briefe eingeworfen hatte. Das Schild war praktisch nicht mehr zu entziffern, und Rost überzog die Ränder des Rollladens, aber das Gebäude verströmte die tröstliche Wärme, die ein alter Mann seiner Enkelin entgegenbrachte." (S. 388) Die Aufmachung des Buches darf nicht unerwähnt bleiben, denn schon das Cover alleine ist ein Blickfang - silbrig glänzende Pastelltöne machen es einfach zu einem Hingucker. Die Hardcover-Ausgabe ist qualitativ hochwertig und enthält auch noch ein Lesebändchen. Fazit: Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, welches mich fasziniert und gespannt die Seiten umblättern ließ. Welches mich so berührt und gefesselt hat, mich so in die Geschichte hinein sog und mich dadurch so intensiv am Schicksal der Protagonisten teilhaben ließ. Die Twists und die ans Herz gehende Story, die voller Wunder und auch Phantastik steckt, hat mich schlichtweg aus den Pantoffeln gekippt. Am liebsten möchte ich in das Buch hineinkriechen und mich für immer im Namiya Gemischtwarenladen verstecken, alles nochmals erleben, mit all den Tränen und dem magischen Zusammenspiel zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Was für ein Lesehighlight! © Pink Anemone (auf dem Blog mit Bildern, Book-Soundtrack, Rezept zum Buch, Leseprobe und Autoreninfo)

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Vita

Keigo Higashino

Keigo Higashino wurde 1958 in Osaka, Japan geboren. Nach seinem Studium an der Osaka Prefecture University und einer Tätigkeit als Ingenieur begann er, Kriminalromane zu schreiben – und zwar mit sensationellem Erfolg. Seine Bücher über den Physikprofessor Yukawa wurden international millionenfach verkauft, für Kino und Fernsehen adaptiert sowie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Mit »Kleine Wunder um Mitternacht« hat sich Higashino zur Gänze neu erfunden und legt einen raffiniert konzipierten und tief berührenden Roman vor. Er lebt zurückgezogen in Tokio.

Zur Autor*innenseite

Pressestimmen

»Dieser internationale Bestseller ist einfach charmant.«

Booklist (09. Januar 2020)

»Wer Higashino kennt, wird anhand dieses zutiefst erfüllenden Buches eine neue Seite des Autors kennenlernen.«

Publisher's Weekly (09. Januar 2020)

»Die tränenreichste Geschichte, die je in einem Higashino-Roman vorkam.«

The Japan Times (09. Januar 2020)

»Higashino ist ein Meister der Finte, der Unsicherheit, der Vielschichtigkeit von Charakteren.«

Westfälische Nachrichten über »Böse Absichten« (09. Januar 2020)

»Der Japaner Keigo Higashino schreibt Krimis der anderen Art. Für den Leser ist das aufregender als jeder konventionelle Thriller.«

Nordwest-Zeitung über »Böse Absichten« (09. Januar 2020)

»Dies ist »ein gutes Buch, wenn man etwas Optimistisches und eine schnelle und leichte Lektüre sucht. Es ist freundlich, gemütlich und extrem zugänglich.«

Der phantastische Bücherbrief (27. März 2021)