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Herzland

Eine Reise durch Europas historische Mitte zwischen Frankreich und Deutschland

(2)
Hardcover
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"Weird and wonderful" (Sunday Times): Ein unterhaltsamer Trip durch Europas Herzland

Zwischen Amsterdam und Zürich, entlang des Rheins, erstreckt sich Europas Herzland – von Kaisern begehrt, von Armeen umkämpft, von Dichtern gepriesen. Wer Europa verstehen will, muss die Geschichte dieser Region kennen: den ständigen Zwist zwischen großen und kleinen Mächten, den Kampf zwischen Vereinheitlichung und trotziger Selbstbehauptung. Nicht zufällig befinden sich alle Institutionen der EU in der Region, die das Schicksal des Kontinents wie kaum eine andere widerspiegelt. Wunderbar leicht und höchst eigenwillig erzählt Simon Winder von diesem Herzland, mit all seinen Sonderbarkeiten voller Kultur, Schönheit und Schrecken: von Waterloo bis Verdun, von Asterix bis zu den Nibelungen, von Rubens bis Karl Marx, von Gouda bis zum Edelzwicker.

»Winder versteht es, die Andersartigkeit des Vergangenen zu zeigen, ohne es exotisch wirken zu lassen. Der Leser lernt hier etwas: eine Form des Respekts, die der historischen Selbstkritik dienen kann.«

Süddeutsche Zeitung (13. Oktober 2020)

Aus dem Englischen von Nathalie Lemmens
Originaltitel: Lotharingia
Originalverlag: Picador
Hardcover mit Schutzumschlag, 560 Seiten, 15,0 x 22,7 cm, 15 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-8275-0089-2
Erschienen am  31. August 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Lotharingien

Von: C. Widmann

09.04.2021

Lieber Leser, die Fans von ernsthafter Geschichtsschreibung mögen ihn nicht. Simon Winder erlaubt sich, abzuschweifen und sein liebstes Museum zu beschreiben oder das Schicksal einer einzelnen Statue. Ganze Kriege wischt er als unwichtig beiseite, wenn sie keine Grenze verschoben haben. Er nennt Luxemburg einen Quastenflosser und vergleicht Ölporträts mit Fußballsammelbildchen. Respektlos, sagen die Leser ernster Geschichtswerke. Herrlich respektlos! Verführt Winder doch gerade die Leser, die vor ernsthafter Geschichte zurückschrecken. Mit Karl dem Großen geht es los. Der erobert sich ein Riesenreich zusammen, und wie es Riesenreichen zu gehen pflegt, fällt es bald nach seinem Tod auseinander. Seine drei Enkel teilen es auf: Links ein Reich und rechts ein Land, die zu Frankreich und Deutschland werden sollen. In der Mitte ein Streifen, genannt Lotharingien, den sich die eine und die andere Seite laufend aufteilen und einverleiben wollen. Mal schlucken sie es ganz, mal kann ein kleines Land die großen gegeneinander ausspielen. Zwischendurch ersteht Lotharingien als Burgunderreich auf, geht wieder unter. Winder fliegt mit uns durch die Jahrhunderte und versucht gar nicht erst, in jedem Krieg einen Sinn zu finden oder die jeweiligen Könige und Kaiserchen ernst zu nehmen. Zusammenhänge sind ihm lieber als die Einzelheiten. Zum Beispiel erklärt er mir endlich den deutschen Flickenteppich: Wie es gegangen ist, dass Frankreich von Anfang als zentraler Staat bestand, während rechts des Rheins lauter kleine und große Fürstentümer vor sich hin wurstelten. Schuld waren, sagt Winder, die Feinde: Links haben wir das Dreieck aus Frankreich, Spanien und England. Jahrhundertelang konnte sich Frankreich mal mit dem einen, mal mit dem anderen verbünden und Krieg führen gegen den jeweils dritten, aber Berge und Meer waren zu stabile Grenzen, als dass sie wirklich in Gefahr gewesen wären. Das deutschsprachige Gebiet dagegen, das Heilige Römische Reich deutscher Nation, hatte ständig mit Wikingern und Slawen und Türken zu kämpfen, oft gleichzeitig. Links lag Frankreich, ein starker Gegner, der jederzeit hätte einmarschieren können. Gefahr auf allen Seiten. Der Kaiser konnte nur an einer Front auf einmal kämpfen und musste sich darauf verlassen, dass schlagkräftige Landesfürsten ihm den Rücken freihielten. Er musste seinen Adligen erlauben, ja, sie dazu anspornen, jeder eine Armee bereitzuhalten. Und dann verhindern, dass sie untereinander Krieg führten statt gegen die Gegner von außen. Jeder Fürst hatte Macht und gab dem Kaiser nur so viel ab wie unvermeidlich. Deshalb das Puzzle, das erst Bismarck zu einem Land zusammensetzen konnte. Winder schreibt wunderschön merkwürdig, bildhaft, anschaulich. Nathalie Lemmens hat ihn übersetzt in ein wunderschön natürliches Deutsch. Von diesem Buch bleibt mehr hängen als von zehn Jahren Geschichtsunterricht: Ein zusammenhängender Überblick über die europäische Geschichte seit Karl dem Großen. Die wichtigsten Kriege und ihre teils idiotischen Gründe. Und das Endergebnis: Europa, wie es heute aussieht. Ich wünschte, es hätte "Herzland" schon gegeben, als ich zur Schule ging. Hochachtungsvoll Christina Widmann de Fran

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Anekdoten lassen Geschiche lebendig werden

Von: Karl-Heinz Hänel

01.02.2021

Wer Europa verstehen will, muss die Geschichte dieser Region kennen. In seinem Buch Herzland erzählt Simon Winder locker und von allerlei Anekdoten beseelt, was sich bisher so zwischen Frankreich und Deutschland ereignet hat, bis ins 21. Jahrhundert. Das Buch ist rein äußerlich schon gewaltig, vermutet man bei dem Covermotiv doch zunächst eine Taschenbuchausgabe. Dann hält man ein Buch, ein knappes Kilo schwer, 16 x 23 cm groß, in Händen, gefüllt mit 558 Seiten. Erst einmal angefangen, mag man es nicht wieder aus der Hand legen. Geschichte kann ja so unterhaltsam sein und eine Prise britischen Humors steckt auch drin. Man kann auch willkürlich die Inhaltsangaben der 14 Kapitel nach ewas für sich selbst interessantem durchforsten und wird fündig. So traf ich beim durchblättern beispielsweise auf die Feststellung:“Die Schweiz hat den Tourismus praktisch erfunden…“ So bunt wie die Geschichen des Simon Winder, so passend kommt das Titelmotiv daher.

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Vita

Simon Winder, geboren 1963 in London, ist Cheflektor des englischen Verlags Penguin Books. Dort betreut er unter anderem die Bücher vieler bedeutender Historiker. 2010 erschien sein Bestseller „Germany, oh Germany: Ein eigensinniges Geschichtsbuch“, 2016 „Kaisers Rumpelkammer: Unterwegs in der Habsburger Geschichte“.

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Nathalie Lemmens

Nathalie Lemmens, geboren 1976, stammt aus dem deutschsprachigen Teil Belgiens. Sie studierte Literaturübersetzen in Düsseldorf und übersetzt seitdem aus dem Französischen, Englischen und Niederländischen, u.a. Jean-Christophe Rufin, Adam Zamoyski und Gustaaf Peek.

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Pressestimmen

»Winder erinnert an gemeinsame Wurzeln, die tiefer reichen als die nationalstaatlichen Bildungen der Gegenwart. In Brexit-Zeiten ist das ein bemerkenswerter britischer Beitrag.«

Deutschlandfunk „Andruck" (30. November 2020)

»Für ›Herzland‹ sammelt Winder unterhaltsam amüsantes Material aus Europa, darin eingestreut persönliche Anekdoten.«

Neues Deutschland (09. September 2020)

»Winder wimmelt herum, geografisch und historisch. Sprunghaft, auf dem Sprung, springlebendig. Es ist eine, wie im Original untertitelt, Personal History – very special.«

Der Freitag (15. Oktober 2020)

»Einerseits schreibt Winder überaus kenntnisreich und lässt uns an seinem enormen Bildungsfundus teilhaben. Andererseits ist er Brite genug, um seine Geschichten mit hintergründigem Humor und Anekdoten zu würzen, sodass es niemals fade wird.«

Focus Online (24. November 2020)

»Winder hat die Gabe, trockene Geschichte in kurzweilige Geschichten zu verwandeln. Am liebsten hätte man den Autor bei seiner eigenen nächsten Reise an seiner Seite.«

Weltwoche (03. Februar 2021)

»Winder verwebt die großen Linien der Historie mit persönlichen Eindrücken zahlloser Reisen und jeder Menge Anekdoten. Das liest sich sehr unterhaltsam und wer sich nicht mit sämtlichen Wendungen der mitteleuropäischen Geschichte bis ins letzte Detail auskennt, wird einige Überraschungen erleben.«

Nordsee-Zeitung (12. Oktober 2020)

»Winders Buch lädt ein, sich in seine Erzählungen zu vertiefen. Was ziemlich leicht fällt, denn der Ton, in dem hier europäische Geschichte, genauer: Geschichten ausgebreitet werden, ist launig und dennoch von erstaunlich suggestiver Kraft.«

Badische Zeitung (29. Dezember 2020)