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Frühling

Roman

HardcoverNEU
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Frühling, die Kraft, die verbindet und wandelt: Was verbindet einen unbekannten Regisseur, der um verlorene Zeiten trauert, und die Angestellte eines Flüchtlingszentrums, die in modernen Zeiten gefangen ist? Was haben Katherine Mansfield und Rainer Maria Rilke mit Twitter und Fake News zu tun? Und warum schafft es ein 12-jähriges Mädchen, verkrustete Strukturen zu sprengen und allen die Augen zu öffnen? Ali Smith erzählt die unmögliche Geschichte einer unmöglichen Zeit und stößt in einer Welt, die zunehmend von Mauern und Schließungen geprägt ist, eine Tür auf. Frühling, die Zeit der Hoffnung.

»Man muss Ali Smith sein, um all das – Schicksale, Historisches, Poetisches, die brennenden Probleme der Gegenwart – derart kunstfertig miteinander zu verweben.«

Ingrid Mylo / Badische Zeitung (22. May 2021)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Englischen von Silvia Morawetz
Originaltitel: Spring
Originalverlag: Hamish Hamilton
Hardcover mit Schutzumschlag, 320 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87580-4
Erschienen am  29. March 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Rezensionen

Sanfter Roman, der nachwirkt.

Von: Nachtliteratur

24.05.2021

Im Mittelpunkt des dritten Romans aus Ali Smiths vierteiliger "Jahreszeiten"-Reihe (die man nicht unbedingt chronologisch lesen muss) stehen der erfolglose Regisseur Richard und die in einem Flüchtlingslager arbeitende Brit. Beide sind in tiefen Zweifeln an ihrem Tun versunken, und trauern verlorenen Menschen und Plänen hinterher, die sie auf ihrem bisherigen Lebensweg verloren haben. Dass ihre Wege sich im Laufe der Erzählung kreuzen werden ist das Einzige, das vorhersehbar bleibt. Ein Großteil der Ereignisse, aus denen die Autorin eine insgesamt sehr ruhige und sanfte Handlung geflochten hat, kommt überraschend und geht nicht selten stark zu Herzen. Ein Begriff, der mir während des Lesens immer wieder in den Sinn kam, war "aufblühen". In gewisser Weise könnte man den Roman als Aufbruch verstehen; oder vielmehr eine Erinnerung daran, wie wichtig es ist, sich stets die Hoffnung zu bewahren und offen für einen Neuanfang zu sein. Der Titel "Frühling" ist somit symbolisch hervorragend gewählt und zieht sich bedeutungsvoll durch den gesamten Roman. Ali Smith benutzt zudem eine wirklich wunderschöne Sprache, die ich in diesem Fall tatsächlich als poetisch und vor allem sehr kraftvoll bezeichnen würde. Sie ist sprachlich auf einem für meine Begriffe recht hohen Niveau, ohne dabei jedoch ins Hochtrabende abzugleiten. Was ich an Frühling besonders mag ist, dass die eigentliche Wirkung dessen, was man gelesen hat, sich erst einige Zeit nach dem Beenden entfaltet. Ein Zeichen für die Qualität des Romans, den ich somit gerne empfehle.

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vivunt spe

Von: Ingeborg Rosen

24.05.2021

„Erzählstrategie und Wirklichkeit“, diese Dichotomie, die scheinbar ganz en passant von der Drehbuchschreiberin Paddy benannt wird, scheint mir wie programmatisch für den „Frühling“, aus dem starren Frost keimt das bewegliche Leben, aus Verzweiflung wächst Hoffnung, gehören jeweils zusammen und bedingen einander. Wer sich zu Beginn des Romans durch die Seiten von Hassmails der übelsten Sorte gekämpft hat - ein Spiegelbild der noch vor dem vollzogenen Brexit 2018 bestehenden Spannungen - wird im Folgenden von einer Geschichte, in der die Hoffnung wie die Knospen im Frühling keimen, belohnt. Richard, Filmregisseur, trauert um seine langjährige Seelenfreundin/Drehbuchautorin Paddy. Ausgehend von der Idee der gleichzeitigen Präsenz von Rainer Maria Rilke und Katherine Mansfield soll ein Film über deren (mögliches) Zusammentreffen entstehen, Ausgangsidee - wie wiederholt aufgegriffen - ist eine Postkarte, die möglichweise geschrieben wird. Diese schöne Idee wird im wahrsten Sinne des Wortes vom groben Szenario des “neuen” Drehbuchautors kaputtgeschrieben. Ganz grossartig, wie virtuos Ali Smith das “schlechte Schreiben” beherrscht! Brittany, Security-Angestellte in einem Flüchtlingszentrum, aber, so erscheint es, auch in der Auswegslosigkeit ihres Lebens gefangen. Die Handlung entwickelt sich in zwei Strängen, dem von Richard/Paddy und dem von Brittany, an deren beider Tiefpunkt kunstvoll zusammengeführt durch die Person der 12jährigen Florence. Von ihr wird zunächst berichtet, dass sie - wie auch immer - den Leiter des Flüchtlingszentrum überzeugt hat, alle Toiletten zu reinigen. Ob Florence eine Kunstfigur ist oder nicht, mögen die Leser entscheiden. Beglückend: der unerwartete Twist am Ende des Romans, verbunden mit der Erkenntnis, dass in jedem Fall mit festem Willen zur Durchsetzung alles (!) möglich sein kann.

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Vita

Ali Smith wurde 1962 in Inverness in Schottland geboren und lebt in Cambridge. Sie hat mehrere Romane und Erzählbände veröffentlicht und zahlreiche Preise erhalten. Sie ist Mitglied der Royal Society of Literature und wurde 2015 zum Commander of the Order of the British Empire ernannt. Ihr Roman »Beides sein« wurde 2014 ausgezeichnet mit dem Costa Novel Award, dem Saltire Society Literary Book of the Year Award, dem Goldsmiths Prize und 2015 mit dem Baileys Women’s Prize for Fiction. Mit »Herbst« kam die Autorin 2017 zum vierten Mal auf die Shortlist des Man Booker Prize sowie auf Platz 6 der SWR-Bestenliste.

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Silvia Morawetz

Silvia Morawetz, geb. 1954 in Gera, studierte Anglistik, Amerikanistik und Germanistik und ist die Übersetzerin von u.a. Janice Galloway, James Kelman, Hilary Mantel, Joyce Carol Oates und Anne Sexton. Sie erhielt Stipendien des Deutschen Übersetzerfonds, des Landes Baden-Württemberg und des Landes Niedersachsen.

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Pressestimmen

»Smith demonstriert, wie Literatur mit ihren weitverzweigten Möglichkeiten Schönheit und Relevanz zugleich entfalten kann.«

Christoph Schröder / Deutschlandfunk (28. April 2021)

»Fantasievoll rechnet die Schriftstellerin mit den Ungerechtigkeiten der britischen Gesellschaft ab. Mit ›Frühling‹ hat sie eine Art Märchen erfunden, das auch Hoffnung signalisiert.«

Johannes Kaiser / Deutschlandfunk Kultur (05. May 2021)

»Vor allem aber begegnen wir einem neuen Wunderwerk an Erzählkraft, in dem sich Poesie und Politik, Trauer und Tatkraft eindrucksvoll verbinden.«

»Das Projekt der schottischen Schriftstellerin ist nicht weniger als der Versuch, der Gegenwart im Schreiben habhaft zu werden.«

ORF-Bestenliste Mai 2021 (01. May 2021)