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Frühling

Roman

HardcoverNEU
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Frühling, die Kraft, die verbindet und wandelt: Was verbindet einen unbekannten Regisseur, der um verlorene Zeiten trauert, und die Angestellte eines Flüchtlingszentrums, die in modernen Zeiten gefangen ist? Was haben Katherine Mansfield und Rainer Maria Rilke mit Twitter und Fake News zu tun? Und warum schafft es ein 12-jähriges Mädchen, verkrustete Strukturen zu sprengen und allen die Augen zu öffnen? Ali Smith erzählt die unmögliche Geschichte einer unmöglichen Zeit und stößt in einer Welt, die zunehmend von Mauern und Schließungen geprägt ist, eine Tür auf. Frühling, die Zeit der Hoffnung.

»Das Projekt der schottischen Schriftstellerin ist nicht weniger als der Versuch, der Gegenwart im Schreiben habhaft zu werden.«

ORF-Bestenliste Mai 2021 (01. Mai 2021)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Englischen von Silvia Morawetz
Originaltitel: Spring
Originalverlag: Hamish Hamilton
Hardcover mit Schutzumschlag, 320 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87580-4
Erschienen am  29. März 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Rezensionen

Leicht und hoffnungsvoll wie der Frühling

Von: Imke

22.04.2021

Der alternde Filmregisseur Richard Lease trauert um eine langjährige, kürzlich verstorbene Freundin und legt in seiner Verzweiflung den Kopf an einem kleinen Bahnhof in Schottland auf die Schienen. Gerettet wird er von Florence, einem zwölfjährigen Mädchen, das bereits wie durch ein Wunder seine Mutter aus einer Flüchtlingsunterkunft befreit hat und jetzt nach Schottland gefahren ist, begleitet von Brit, die eigentlich für den Sicherheitsdienst des Flüchtlingszentrums arbeitet. In dem schottischen Dorf treffen sie Alda, die für eine Untergrundorganisation arbeitet, die Flüchtlinge befreit, und die sie in ihrem Auto mitnimmt, was allerdings nicht lange gut gehen kann. Dieser Roman hat ganz unterschiedliche Teile und Themen, Smith kritisiert die Politik und speziell Migrationspolitik, thematisiert den Brexit, es geht aber auch um Popmusik, Kunst und Literatur, wie etwa den Dichter Rainer Maria Rilke und die Schriftstellerin Katherine Mansfield, um deren Affäre sich ein Filmprojekt von Richard drehen soll. Wer schon die anderen Bücher des Jahreszeitenquartetts gelesen hat, weiß, dass Smith es den Leser*innen nicht immer einfach macht, Frühling dagegen ist teilweise geradezu leicht, ab und zu kommt eine Roadtrip-Stimmung auf, es ist insgesamt wirklich schön zu lesen. Wie auch in den vorherigen Büchern schreibt Ali Smith sehr eigen, erschafft skurrile Charaktere und greift sich das Absurde, ist politisch und witzig, aber auch poetisch. Die Bücher sind wie zeitgenössische Kunst mit integrierter Gesellschaftskritik, definitiv ein besonderer Roman aus Großbritannien. Aus dem Englischen von Silvia Morawetz.

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Hoffnung

Von: Letteratura

19.04.2021

Hoffnung ist eins der Themen, die über Ali Smiths Roman „Frühling“, dem dritten Teil aus ihrem Jahreszeitenquartett, stehen. Hoffnung, dass das Kommende, in welcher Form auch immer, eine Verbesserung sein möge, dass nach dem Schlimmen, Düsteren, etwas Helleres, Schönes folge. Dafür steht auch die Jahreszeit: Der Frühling löst den kalten Winter ab, es entsteht neues Leben, mit Farbe, mit Wärme. Natürlich wird Ali Smith, die ich sehr verehre, dies nicht schematisch abarbeiten, sondern eher zwischen den Zeiten andeuten und generell uns Leser*innen überlassen, was wir aus ihrem Roman herauslesen. Smith erzählt in zwei zunächst einmal getrennten Erzählsträngen von ihren Protagonist*innen: Da ist zunächst Richard, ein Regisseur, der um seine gute Freundin Paddy trauert, die vor kurzem gestorben ist. Paddy war Drehbuchautorin und Richard und sie hatten sich über die Arbeit kennengelernt, nur kurz gab es dann die Möglichkeit, dass da mehr sein könnte zwischen ihnen. Stattdessen wurden sie enge Freunde. Richard erinnert sich nun an sie, an Stationen ihrer Freundschaft, an die letzte Zeit, in der sie schon sehr krank war, an das Verhalten ihrer Zwillingssöhne, die, selbst längst erwachsen, glaubten, Richard im Kontakt zu ihrer geschwächten Mutter in seine Schranken weisen zu müssen. Er denkt an ihre Gespräche über Rainer Maria Rilke und Kathrine Mansfield, die einst zur gleichen Zeit in einem Hotel in der Schweiz lebten, wobei niemand weiß, ob sie sich begegnet sind. Nun spürt er nur noch eine große Leere und sieht in seinem Leben keinen Sinn mehr. Zwischen Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit gefangen, steigt er in einen Zug nach Norden mit der vagen Idee, allem ein Ende zu machen. Später lernen wir Brit kennen, die in einem Flüchtlingszentrum arbeitet. Dort verwaltet man im Prinzip nur noch den bestehenden Status Quo, und die diejenigen, die dort leben, haben wenig, auf das es sich für sie zu hoffen lohnt. Brit ist noch nicht so abgestumpft, wie ihre Kollegen, doch nur so scheint man die Arbeit dort ertragen zu können. Sie hat sich noch nicht daran gewöhnt, wie herablassend man die Inhaftierten behandelt, ist aber auch sehr pflichtbewusst. Doch eines Tages begegnet sie der 12-jährigen Florence, die es irgendwie schafft, bis zum Leiter der Einrichtung vorzudringen und ihn damit zu konfrontieren, wie schlecht die Bedingungen im Zentrum sind und ihn davon zu überzeugen, die Toiletten reinigen zu lassen. Florence überredet schließlich Brit, mit ihr nach Schottland zu fahren. Dieses 12-jährige Mädchen ist so etwas wie jemand aus einer anderen Welt, was für mich auch erklärt, dass sie in ihrem Auftreten und ihrem Reden ihrem Alter voraus zu sein scheint. Florence ist freundlich, selbstbewusst und stoisch und offenbar voller Glauben an das Gute im Menschen, den all die anderen schon verloren zu haben scheinen. Ein bisschen entrückt kommt sie daher und wirbelt mit ihrer starken Präsenz alles durcheinander. Ali Smith schafft es wieder einmal, ihre Themen sehr gekonnt und organisch miteinander zu verknüpfen: Der zur Zeit der Geschichte noch drohende Brexit, der Umgang mit Flüchtlingen, überhaupt die sich so schnell veränderte Welt, all das ist im Hintergrund auch immer dann spürbar, wenn es gerade nicht Teil der Handlung ist. Aber vor allem sind es ihre Figuren, die mich wieder einmal überzeugt haben. Smith weckt sie souverän mit wenigen Sätzen zum Leben, wie immer schafft sie mehrdimensionale Charaktere, die schnell hineinziehen in die Geschichte. Die Dialoge sind klug und auf den Punkt, während an anderer Stelle alles unkonkret wird und man als Leser*in die Wahl hat, wie man die Fragen, die sich während der Lektüre stellen, beantworten möchte. „Frühling“ ist kreativ und unerwartet. Wie so oft bei Ali Smith sind es also auch wieder in „Frühling“ Suchende, Fragende und Unglückliche, die im Zentrum der Geschichte stehen. Und wie immer kommt das alles einerseits sehr leichtfüßig daher, was aber auf der anderen Seite zur Folge hat, dass das Schwere dann nur umso mehr trifft. Wie die beiden Vorgänger „Herbst“ und „Winter“ ist auch „Frühling“ wieder originell und klug, unterhaltsam und sehr menschenfreundlich und wie auch ihre anderen Romane sehr lesenswert. Im Juli wird bereits der abschließende Teil „Sommer“ bei Luchterhand auf Deutsch erscheinen, der es auch auf die Longlist für den Women’s Prize for Fiction 2021 geschafft hat.

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Vita

Ali Smith wurde 1962 in Inverness in Schottland geboren und lebt in Cambridge. Sie hat mehrere Romane und Erzählbände veröffentlicht und zahlreiche Preise erhalten. Sie ist Mitglied der Royal Society of Literature und wurde 2015 zum Commander of the Order of the British Empire ernannt. Ihr Roman »Beides sein« wurde 2014 ausgezeichnet mit dem Costa Novel Award, dem Saltire Society Literary Book of the Year Award, dem Goldsmiths Prize und 2015 mit dem Baileys Women’s Prize for Fiction. Mit »Herbst« kam die Autorin 2017 zum vierten Mal auf die Shortlist des Man Booker Prize sowie auf Platz 6 der SWR-Bestenliste.

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Silvia Morawetz

Silvia Morawetz, geb. 1954 in Gera, studierte Anglistik, Amerikanistik und Germanistik und ist die Übersetzerin von u.a. Janice Galloway, James Kelman, Hilary Mantel, Joyce Carol Oates und Anne Sexton. Sie erhielt Stipendien des Deutschen Übersetzerfonds, des Landes Baden-Württemberg und des Landes Niedersachsen.

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Pressestimmen

»Smith demonstriert, wie Literatur mit ihren weitverzweigten Möglichkeiten Schönheit und Relevanz zugleich entfalten kann.«

Christoph Schröder / Deutschlandfunk (28. April 2021)

»Fantasievoll rechnet die Schriftstellerin mit den Ungerechtigkeiten der britischen Gesellschaft ab. Mit „Frühling“ hat sie eine Art Märchen erfunden, das auch Hoffnung signalisiert.«

Johannes Kaiser / Deutschlandfunk Kultur (05. Mai 2021)

»Vor allem aber begegnen wir einem neuen Wunderwerk an Erzählkraft, in dem sich Poesie und Politik, Trauer und Tatkraft eindrucksvoll verbinden.«