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Dinosaurier auf anderen Planeten

Hardcover
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Eine junge Frau lernt ihren Mann ganz neu kennen, als sie zum ersten Mal seine Heimat an der nordirischen Küste besuchen; eine Mutter will verstehen, warum ihr kleiner Sohn so besessen ist von Tierknochen und der Apokalypse … In diesen Geschichten ist die Welt ebenso schön wie fremd. Männer und Frauen, Alt und Jung bewegen sich durchs Leben, wie ein Tourist ein fernes Land erkundet: aufmerksam, mit einer Mischung aus Staunen und Misstrauen. Sie leben in ständiger Gefahr, missverstanden, verletzt oder abgelehnt zu werden, und wollen doch nur begreifen, wer sie sind, in welcher Welt sie leben.

»Es ist beeindruckend, wie Danielle McLaughlin es schafft, in diesen elf Geschichen die Besonderheit der einen oder anderen Erzählung zu akzentuieren.«

Christoph Bartmann / Süddeutsche Zeitung (16. March 2021)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Englischen von Silvia Morawetz
Originaltitel: Dinosaurs on Other Planets
Originalverlag: John Murray General Publishing Division
Hardcover mit Schutzumschlag, ca. 256 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87492-0
Erschienen am  22. February 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Rezensionen

Erzählungen, die nachhallen

Von: Sabine Ibing

20.07.2021

Der Anfang: «Es ist Dienstag, die Frau, die zum Putzen kommt, war da, und danach riecht es im Flur immer wie in einem Taxi, nach einem künstlichen Tannennadelduft namens Alpine Spring, dabei ist es Anfang November.» Kurzgeschichten, die von menschlichen Schicksalen handeln, unerfüllte Wünsche, Kommunikation, die aneinander vorbeiläuft, eingestellte Kommunikation, kommunikative Barbareien, Resignation und Feigheit, Sehnsucht, dem Vorbeischauen an der Wahrheit. Irische Landbevölkerung – fein beobachtet Danielle McLaughlin Menschen, beginnt ihre Erzählungen an einem Punkt im Leben eines Menschen und beendet die Geschichte mittendrin. Ein kurzer Ausschnitt – vielsagende Situationen. «Aber er sah zu, wie er immer zusah, und er war da, genau rechtzeitig, bevor der Dekanter umfiel.» Unglück droht, man ahnt es. Es braut sich etwas zusammen. Die Autorin zieht in ihren Geschichten das Wetter und Tiere hinzu, um geschickt auf das, was kommt, aufmerksam zu machen. Landschaftsbeschreibungen fließen ein, detailliert und wunderschön aber auch gnadenlos, Beschreibungen, die beim Leser etwas auslösen. Ein besorgter Ehemann, der seine Frau liebt – es aber für sich nicht eingestehen mag, dass sie an einer Psychose leidet, seine Schwierigkeit; damit umzugehen, seine unterschwellige Angst um Frau und Kind. Eine Erzählung beschreibt die Armut mit allen Gerüchen – ein Fischer, der mit seinem LKW eine Nerzfarm beliefert, er offenstehende Rechnungen unbedingt einfordern muss, hofft, dass der Züchter dieses Mal zahlt, der selbst in der Klemme sitzt. Meine Nase wurde in dieser Geschichte arg strapaziert, aber nicht nur die. Dabei passiert dies alles nur im Kopf. Arme Menschen, Menschen mit Alltagsproblemen, die zu Katastrophen ausarten können, unterdrückte Gefühle, nicht in der Lage sein, dem allem ein Ende zu machen, Mutlosigkeit. Eine Lehrerin, die mehr über die Familie weiß als die Mutter – die nämlich das, was passiert, nicht wahrhaben will, durch die rosa Brille lebt. Lebenslügen, familiäre Dramen, fein formuliert und sehr genau beobachtet, in mikroskopische Einzelteile zerlegt, neu zusammengesetzt. «Unwahrscheinlich, hätte die arme Mummy vielleicht gesagt, dass der Ansturm auf ihn sehr groß war. Er war weder der attraktivste Mann der Welt noch der redseligste. Aber immerhin war er breitschultrig und groß, und Alice gefiel, wie er errötete, wenn er mit ihr sprach. ... Einen Riegel vor ihre Vergangenheit schieben, das konnte sie nicht. Die Vergangenheit war eine offne Tür, und mehr als im Flur daran vorbeieilen war da nicht zu machen.» Alice Leben hat vor langer Zeit einen Riss bekommen, und davon erzählt sie uns in der Nacht – ein Ereignis, von dem sie sich nie ganz erholte. Kurzgeschichten, die von genauer Beobachtungsgabe von Menschen und Situationen geprägt sind. Sprachlich fein gesetzt, mit interessanten Metaphern. Erzählungen, die nachhallen. Meine Empfehlung. Danielle McLaughlin hat als Rechtsanwältin praktiziert, bevor sie mit 40 Jahren zu schreiben begann. Ihre Geschichten wurden in The New Yorker, The Irish Times, The Stinging Fly und verschiedenen Anthologien veröffentlicht, sie gewann u.a. die William Trevor/Elizabeth Bowen International Short Story Competition und den Willesden Herald International Short Story Prize. Ihr Erzählungsband «Dinosaurier auf anderen Planeten» kam 2015 auf die Shortlist der Irish Book Awards Newcomer of the Year und wurde 2019 mit einem der höchstdotierten literarischen Preise weltweit ausgezeichnet, dem Windham-Campbell Prize. Danielle McLaughlin lebt im County Cork, Irland und schreibt an ihrem ersten Roman. https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/dinosaurier-auf-anderen-planeten-von.html

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Dinosaurier im Alltag

Von: Myriade

19.07.2021

Nein, es geht hier weder um Dinosaurier noch um andere Planeten. Es geht um Menschen, die aus den verschiedensten Gründen nicht in die Schubladen des Durchschnittlichen passen, die sich und die Welt als fremdartig empfinden können. Danielle McLaughlins Kurzgeschichten „Dinosaurs on Other Planets“ kamen als ihr Debütwerk 2015 heraus, ihr Erstlingsroman „The Art of Falling“ 2021 bei Random House. . Die deutsche Übersetzung stammt von Silvia Morawetz und ist im Luchterhand Verlag, der ebenfalls zur Random House Gruppe gehört, erschienen. ihr Erstlingsroman „The Art of Falling“ 2021 bei Random House. Die irische Autorin begann erst mit vierzig Jahren zu schreiben, gewann aber bald mehrere angesehene Literaturpreise, darunter etwa den Windham-Campbell Preis. Sie lebt mit Mann und drei Kindern in Irland, wo ihre Kurzgeschichten auch spielen. Was mir an diesen Kurzgeschichten besonders gefallen hat, ist, dass man als Leser*in mitten in die Geschichten hinein steigt. Weder die Personen noch die Vorgeschichte werden in mehr als ein paar Sätzen vorgestellt. Man ist plötzlich mitten in der Geschichte, lebt eine Weile mit und steigt dann wieder aus. So als würde man jemanden kennen lernen, eine Zeit an seinem Leben teilnehmen und sich dann wieder trennen. Die Texte der Autorin sprechen mich sehr an: ihre fantasievollen Metaphern, ihre Kunst in wenigen Worten eine Atmosphäre zu schaffen. Ihre Kurzgeschichten sind äußerst originell ohne dass der Eindruck entsteht, sie hätte sich den Kopf zerbrochen um noch eine ungewöhnlichere Person oder Story zu erfinden. Ein rundes Leseerlebnis und eine äußerst vielversprechende Autorin, die ich auf jeden Fall verfolgen werde.

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Vita

Danielle McLaughlin hat als Rechtsanwältin praktiziert, bevor sie mit 40 Jahren zu schreiben begann. Ihre Geschichten wurden in The New Yorker, The Irish Times, The Stinging Fly und verschiedenen Anthologien veröffentlicht, sie gewann u.a. die William Trevor/Elizabeth Bowen International Short Story Competition und den Willesden Herald International Short Story Prize. Ihr Erzählungsband »Dinosaurier auf anderen Planeten« kam 2015 auf die Shortlist der Irish Book Awards Newcomer of the Year und wurde 2019 mit einem der höchstdotierten literarischen Preise weltweit ausgezeichnet, dem Windham-Campbell Prize. Danielle McLaughlin lebt im County Cork, Irland und schreibt an ihrem ersten Roman.

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Silvia Morawetz

Silvia Morawetz, geb. 1954 in Gera, studierte Anglistik, Amerikanistik und Germanistik und ist die Übersetzerin von u.a. Janice Galloway, James Kelman, Hilary Mantel, Joyce Carol Oates und Anne Sexton. Sie erhielt Stipendien des Deutschen Übersetzerfonds, des Landes Baden-Württemberg und des Landes Niedersachsen.

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Pressestimmen

»Der Irin Danielle McLaughlin gelingt es in ihrem ersten Erzählband, ausgehend von eigentlich unbedeutenden Alltagsanekdoten durch überraschende Bilder mehrschichtige Welten zu öffnen.«

Jeannette Villachica / Wiener Zeitung (05. December 2020)

»Es sind Geschichten, die einem irgendwie den Teppich unter den Füßen wegziehen oder einen Schlag in die Magengrube versetzen.«

Annemarie Stoltenberg / NDR Kultur (09. February 2021)

»In McLaughlins elf erschütternd schönen Erzählungen erfahren die Frauen, die Männer, die Kinder, wie unendlich allein ein jeder ist unter der Schwärze des Himmels.«

Ingrid Mylo / Badische Zeitung (20. February 2021)

»McLaughlin zeichnet ein präzises differenziertes Psychogramm der irischen Gesellschaft – frei von klischeehaften Pubs, IRA oder katholischer Kirche.«

Angelo Algieri / Junge Welt (11. March 2021)

»Dass irische Autorinnen meisterhaft die schrecklich schönen Schrägheiten des Alltags schildern können, beweist auch diese Autorin mit ihren Erzählungen.«

Kleine Zeitung (06. February 2021)