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Die nicht sterben

Roman

(6)
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»Ihre Prosa ist wie mit dicken Pinselstrichen gemalt, draufgängerisch, genüsslich, üppig und humorvoll.« Anne-Catherine Simon, Die Presse

Eine junge Bukarester Malerin kehrt nach ihrem Kunststudium in Paris in den Ferienort ihrer Kindheit an der Grenze zu Transsilvanien zurück. In der Kleinstadt B. hat sie bei ihrer großbürgerlichen Großtante unter Kronleuchtern und auf Perserteppichen die Sommerferien verbracht. Eine Insel, auf der die kommunistische Diktatur etwas war, das man verlachen konnte. „Uns kann niemand brechen“, pflegte ihre Großtante zu sagen. Inzwischen ist der Kommunismus Vergangenheit und B. hat seine besten Zeiten hinter sich. Für die Künstlerin ist es eine Rückkehr in eine fremd gewordene Welt, mit der sie nur noch wenige enge Freundschaften und die Fäden ihrer Familiengeschichte verbinden. Als auf dem Grab Vlad des Pfählers, als Dracula bekannt, eine geschändete Leiche gefunden wird, begreift sie, dass die Vergangenheit den Ort noch nicht losgelassen hat – und der Leitspruch ihrer Großtante zugleich der Draculas ist. Die Geschichte des grausamen Fürsten will sie erzählen. Am Anfang befürchtet sie, dass sie die Reihenfolge der Geschehnisse verwechseln könnte. Dann wird ihr klar: Jede Reihenfolge ergibt einen Sinn. Weil es in der Geschichte nicht um Ursache oder Wirkung geht, sondern nur um eines: Schicksal. Inzwischen aber ist es für jede Flucht zu spät.

Dana Grigorcea zeichnet ein atemberaubend atmosphärisches Porträt der postkommunistischen Gesellschaft, die bis heute in einem Zwischenreich gefangen scheint. Ohne Vorwarnung führt sie ihre Leserinnen und Leser ins Herz eines Schreckens, wie ihn nur die eigene Vorstellungskraft erzeugen kann - oder der gestrenge Fürst Dracula.

»Dana Grigorcea ist ein unglaubliches schriftstellerisches Talent. Interessant ist nicht nur die Dracula-Geschichte, sondern auch die Szenen und Bilder, mit denen sie das postkommunistische Rumänien beschreibt. Und in was für einer unglaublich mystischen, physischen Sprache sie es beschreibt!«

Milo Rau im Literaturclub des Schweizer Fernsehens (02. März 2021)

ORIGINALAUSGABE
Hardcover mit Schutzumschlag, 272 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-328-60153-1
Erschienen am  01. März 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Die nicht sterben

Von: Manuela Hahn

09.04.2021

Eine junge Bukarester Malerin kehrt nach ihrem Kunststudium in Paris in den Ferienort ihrer Kindheit an der Grenze zu Transsilvanien zurück. In der Kleinstadt B. hat sie bei ihrer großbürgerlichen Großtante unter Kronleuchtern und auf Perserteppichen die Sommerferien verbracht. Eine Insel, auf der die kommunistische Diktatur etwas war, das man verlachen konnte. „Uns kann niemand brechen“, pflegte ihre Großtante zu sagen. Inzwischen ist der Kommunismus Vergangenheit und B. hat seine besten Zeiten hinter sich. Für die Künstlerin ist es eine Rückkehr in eine fremd gewordene Welt, mit der sie nur noch wenige enge Freundschaften und die Fäden ihrer Familiengeschichte verbinden. Als auf dem Grab Vlad des Pfählers, als Dracula bekannt, eine geschändete Leiche gefunden wird, begreift sie, dass die Vergangenheit den Ort noch nicht losgelassen hat – und der Leitspruch ihrer Großtante zugleich der Draculas ist. Die Geschichte des grausamen Fürsten will sie erzählen. Am Anfang befürchtet sie, dass sie die Reihenfolge der Geschehnisse verwechseln könnte. Dann wird ihr klar: Jede Reihenfolge ergibt einen Sinn. Weil es in der Geschichte nicht um Ursache oder Wirkung geht, sondern nur um eines: Schicksal. Inzwischen aber ist es für jede Flucht zu spät. Dana Grigorcea zeichnet ein atemberaubend atmosphärisches Porträt der postkommunistischen Gesellschaft, die bis heute in einem Zwischenreich gefangen scheint. Ohne Vorwarnung führt sie ihre Leserinnen und Leser ins Herz eines Schreckens, wie ihn nur die eigene Vorstellungskraft erzeugen kann - oder der gestrenge Fürst Dracula. Eine Geschichte, für die man vielleicht mehr Hintergrundwissen über die Geschichte Rumäniens benötigt als ich es habe. Rumänien ist eines dieser Länder über das ich außer ein paar Eckdaten nichts weiß und natürlich das Dracula dort sein Unwesen getrieben haben soll. Dracula eigentlich Vlad III war ein rumänischer Fürst, der für seine Grausamkeit bekannt und gefürchtet war, da kann man schon Parallelen zum rumänischen Diktator Nicolae Ceaușescu der bis 1989 das Land regierte. Die junge Malerin, die die Sommer in dem kleinen Örtchen B. verbringt erlebt das Sterben dieses Ortes hautnah mit, mit jedem Sommer scheint der Ort noch verlassener als zuvor, die Jungen wandern aus um im Ausland ihr Auskommen und ihr Glück zu finden und kehren immer seltener in die Heimat zurück. Zurück bleiben die Alten und einige wenige Profiteure. Die Aufbruchstimmung nach dem Fall Ceausescus ist lange dahin, nicht aber Vetternwirtschaft und Korruption, Misswirtschaft und Raubbau an der Natur. In Die nicht sterben, öffnet Dana Grigorcea dem Leser den Blick auf eine Gesellschaft, die gefangen ist zwischen Aufbruch in die Zukunft und einer nicht verarbeiteten Vergangenheit. Der Geschichte zu folgen ist nicht immer einfach, die Autorin selbst sagt, dass sie die Reihenfolge der Geschehnisse verwechselt haben könnte, diese Aussage trifft auch die Ich-Erzählerin im Buch, man weiß also nie in welcher Zeit man sich als Leser gerade befindet. Am Ende zählt das aber nicht, am Ende hat man eine großartige Geschichte, die dazu animiert sich näher mit der Geschichte Rumäniens zu befassen und man muss gewillt sein, Zusammenhänge zu sehen, wo auf den ersten Blick keine zu erkennen sind. Man darf keinen Horrorschmöker erwarten, auch wenn die Fantasyelemente im Buch einen recht großen Raum einnehmen. Bei Die nicht sterben, handelt es sich eher um einen gesellschaftskritischen Roman mit großem Unterhaltungswert.

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Für wen ist dieses Buch gedacht?

Von: nil_liest

05.04.2021

Reizen tut uns die Lektüre, hat man schon oft die vielen Schlagwörter gehört die sich in diesem Roman niederschlagen wie Walachei, dass wir alle ab und an in den Mund nehmen und auf einen verlassenen Landstrich referenzieren oder auch der berühmte Dracula, den wir dank Bram Stoker sogleich als Vampir vor dem eigenen inneren Auge sehen. Dana Grigorcea, die selbst in Burakest geboren wurde (1979) und nun in der Schweiz ihre Heimat gefunden hat schrieb mit ‚Die nicht sterben‘ einen Roman der sich in keine bekannte Schublade pferchen lässt. Der Roman mag nirgends so recht hineinpassen. Hochliterarisch durch gute Prosa und viele Metareferenzen wird es zur guten Literatur. Die Vampirin gibt dem ganzen einen grotesk abgefahrenen Trashtouch á la Tarantino. Und dann noch die historischen Abrisse Rumäniens in die ferne und die nahe kommunistische Vergangenheit geben dem ganzen ein historischen Anklang. Die preisgekrönte Autorin schickt ihre Protagonistin, eine junge Malerin aus Bukarest zurück in ihre Kindheitserinnerungen der Sommerfrische in ein kleines Dorf am Rande Transsilvaniens. Dort verbringt sie mit ihrer Tante erneut einen Sommer in dem sich vieles ereignet. Nicht nur findet man in der Familiengruft die Leiche eines Jugendfreundes sondern das auch gleich auf dem Grab von Vlad dem Pfähler. Der lokale Bürgermeister, der wie ein Fähnlein im Winde sich schon unter kommunistischer Führung bereichert hat, auch nun große Pläne schmiedet um einen Dracula-Park zu errichten. Und in diese Geschichte gebettet, wird die Protagonistin zur Vampirin und fliegt über die Wälder und das Blut fließt. Es hört sich schräger an als es ist, kann man doch nachvollziehen, wie sie sich den Ereignissen hingibt. Genauso lernt der Leser aber auch was es mit Vlad, dem Pfähler auf sich hatte im 15. Jahrhundert. Diese Passagen haben mir persönlich am allerbesten gefallen und mich ungemein historisch bereichert. Was mich eher ratlos zurück lies, waren einige Stellen, an denen ich ohne Drittwissen nicht weitergekommen wäre. Denn, dass Jonny ein bekannter Fleischschmuggler im Ostblock war konnte ich nicht ahnen. Oder gar drei Seiten Tischgespräch auf Latein ohne Übersetzungshilfe, da muss ich passen. Nun ihr seht, meine Frage zu Beginn: Für wen ist dieses Buch geschrieben? Diese Frage ist und bleibt unbeantwortet, da es einerseits vielfältig, andererseits absurd und abgehoben ist und zugleich faszinierend gutgeschrieben. Ja, dass muss man der Autorin definitiv zugutehalte, sie schreibt großartig und es liest sich gut. Dana Grigorcea hat ein Händchen für die Wörter. Selbst bei harten Themen ist ein ironischer Unterton zu hören wie auf Seite 177: „"Ja, mutig sind die Menschen nur mit den Schwachen, den Mächtigen aber setzen sie nichts entgegen. Ist das gerecht?" Ich hätte es nicht missen wollen. Machen sie alle ihre Genre-Schubladen zu und lesen sie mal rein. Ich wäre gespannt was Sie dazu meinen! Und wenn es tröstet, es sind keine 300 Seiten.

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Vita

Dana Grigorcea wurde 1979 in Bukarest geboren, sie studierte Germanistik und Nederlandistik und lebt seit vielen Jahren mit ihrer Familie in Zürich. Die Werke der rumänisch-schweizerischen Schriftstellerin, etwa der Roman »Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit« und die Novelle »Die Dame mit dem maghrebinischen Hündchen«, wurden in mehrere Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem 3sat-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb.

Zur Autor*innenseite

Events

20. Apr. 2021

Lesung und Gespräch mit Dana Grigorcea

19:45 Uhr | Stans | Lesungen
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21. Apr. 2021

Live-Stream Lesung und Gespräch mit Dana Grigorcea

19:00 Uhr | Online-Event
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05. Mai 2021

ABGESAGT: Lesung und Gespräch mit Dana Grigorcea

Berlin | Lesungen
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10. Juni 2021

Lesung und Gespräch mit Dana Grigorcea

Basel | Lesungen
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Die nicht sterben

13. Juni 2021

Lesung und Gespräch mit Dana Grigorcea

11:00 Uhr | Bern | Lesungen
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04. Sept. 2021

Literarisches Menü mit Dana Grigorcea

Uster | Lesungen
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11. Sept. 2021

Lesung mit Musik mit Dana Grigorcea

Zürich | Lesungen
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23. Sept. 2021

Lesung mit Musik mit Dana Grigorcea

19:00 Uhr | Rorschach | Lesungen
Dana Grigorcea
Die nicht sterben

27. Okt. 2021

Lesung und Gespräch mit Dana Grigorcea

Berlin | Lesungen
Dana Grigorcea
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30. Nov. 2021

Lesung und Gespräch mit Dana Grigorcea

19:30 Uhr | Rapperswil-Jona | Lesungen
Dana Grigorcea
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Pressestimmen

»eine so verträumte wie beinharte Schauergeschichte (...) ein fantastischer, aber illusionsfreier, frei flottierender Blick auf Schrecken und Alltag der rumänischen Gesellschaft vor und nach Ceausescu«

Frankfurter Rundschau, Judith von Sternburg (07. März 2021)

»Im Vorübergehen zaubert sie eine neue literarische Gattung aus dem Hut, wobei es einen lediglich wundert, dass es sie noch nicht längst gibt: den politischen Schauerroman."«

Neue Zürcher Zeitung, Roman Bucheli (19. März 2021)

»Diese Schriftstellerin hat Wichtiges zu erzählen, stochert nicht im Befindlichkeitsnebel der eigenen Identität herum (...) Grigorcea wirbelt vergangenen und aktuellen Horror so geschickt durcheinander, dass ihr literarisches Programm, das man vielleicht Subversion durch Affirmation nennen könnte, am Ende aufgeht.«

Der Tagesspiegel, Carsten Otte (21. März 2021)

»Es ist eine kunstvolle Dracula-Geschichte, ein Künstlerinnen-Roman, eine Farce, und das alles erzählt mit großer Sprachkraft.«

SWR 2, Ulrich Rüdenauer (08. März 2021)

»Sie kann – das zeigt der Roman – sinnlich, anekdotisch und mit einem Blick fürs Komische erzählen. Und die Autorin bringt uns ein Stück Geschichte auf spielerisch-fantastische Art näher.«

Tages-Anzeiger, Nora Zukker (11. März 2021)

»Dana Grigorcea erzählt sehr plastisch und mit poetischer Kraft (...) Ein Roman, der weit über Rumänien hinaus aktuell und lesenswert ist.«

SRF 2 „Kultur kompakt“, Julian Schütt (05. März 2021)

»In ihrem schwarz-bunt schillernden Roman ›Die nicht sterben‹ lässt Dana Grigorcea den Woiwoden-Fürsten Vlad wiederauferstehen.«

Die Presse, Bettina Steiner (12. März 2021)

»Ein wallachisches Fresko mit einem ganz bestimmten Dämon in der Mitte: das verspricht die Erzählerin. Und das ist es definitv geworden!«

Deutschlandfunk Kultur, Lesart (08. März 2021)

»In ihrer Geschichte vermischen sich Mythos und Wirklichkeit auf magische Weise.«

Bieler Tagblatt, Beat Mazenauer (10. März 2021)

»eine atmosphärische und aufwühlende Erzählung, die Verständnis schafft für Gefühlsmomente, an denen rationale Erklärungen kläglich scheitern.«

Schweizer Buchjahr (05. März 2021)

»Grigorceas bild- und sprachgewaltiger Roman ist Schauermärchen, Krimi und düsteres Gesellschaftsporträt in einem.«

Kulturnews.de (26. Februar 2021)

»Dana Grigorcea ist eine Schriftstellerin mit politischem Weitblick.«

Luzerner Zeitung (09. März 2021)