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Der gefrorene Himmel

Roman

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»Richard Wagamese ist der geborene Geschichtenerzähler.« Louise Erdrich

Erstmals in deutscher Übersetzung - Richard Wagameses wegweisender Roman über das Schicksal eines kleinen Jungen, in dem die Geschichte eines ganzen Landes widerhallt.

Saul wächst in einem staatlichen Heim auf – wie so viele Kinder indigener Herkunft. Dem Zwang und der Kälte der Einrichtung kann Saul in den kostbaren Momenten entfliehen, wenn er auf Schlittschuhen über das Eishockeyfeld fliegt. Sein magisches Talent für das Spiel öffnet ihm einen Weg in die Freiheit. Und begleitet Saul auf der Suche nach der Geborgenheit einer Familie, dem kulturellen Erbe der Ojibwe-Indianer und der Versöhnung mit einer Welt, die keinen Platz für ihn vorgesehen hatte.

»Ein Roman der seltensten Art - sowohl bedeutend als auch ein Lesevergnügen, das einem das Herz bis zum Hals schlagen lässt.« Edmonton Journal

»[Ein] erzählerisch tiefgründige[r], farbenreiche[r] Roman. [...] Das Buch fesselt unwiderstehlich durch Beobachtungsvertrauen und Beschreibungsgenauigkeit.«

Süddeutsche Zeitung, Harald Eggebrecht (10. April 2021)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Amerikanischen von Ingo Herzke
Originaltitel: Indian Horse
Originalverlag: Douglas & McIntyre
Hardcover mit Schutzumschlag, 256 Seiten, 12,5 x 20,0 cm
ISBN: 978-3-89667-667-2
Erschienen am  01. März 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: British Columbia, Kanada

Rezensionen

gegen das Vergessen!

Von: Arh

04.05.2021

Saul Indian Horse, geboren 1953, erfährt schon in frühester Jugend, was es bedeutet, einer Minderheit im eigenen Land anzugehören. Seine Eltern mussten die Residential Schools durchlaufen und waren gebrochene Menschen. Seine Großmutter versuchte ihn davor zu bewahren, was ihr nur bis zu ihrem Tod gelang. Die Schulen hatten nur den einen Grund, unter dem Deckmantel der Erziehung, Sprache, Tradition, Kultur der indianischen (indigen) Völker zu verbieten. Es durfte nur französisch und englisch gesprochen werden. Dort kam es zu zahlreichen psychischen und physischen Übergriffen. Der mehrere Generationen umfassende Versuch, ganze Kulturen auszulöschen, wird bis heute nur selten als ein Verbrechen verurteilt. Saul lernt im Heim Eishockey spielen und wird bald zu einem der besten Spieler. Doch sein Schicksal lässt ihn nicht los und er verfällt dem Alkohol. Aufgewachsen in einer Pflegefamilie, fehlt ihm die Wärme und Geborgenheit seiner eigenen Familie. Der Autor Richard Wagamese, geboren als Sohn von Ojibwe Indianern, hat einen wunderbaren Roman geschrieben, der autobiografische Züge trägt und die Geschichte wachhält. Ein Buch gegen das Vergessen, gegen die Ungerechtigkeit und Diskriminierung der kanadischen Ureinwohner. Sein Schreibstil ist einzigartig, voller Emotionen und Melancholie, berührend und mitreissend. Unbedingt lesen!

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"Saul Indian Horse"

Von: Literaturwerkstatt-kreativ / Blog

25.04.2021

„Literaturwerkstatt- kreativ / Blog“stellt vor: „Der gefrorene Himmel“ von Richard Wagamese Kanada 50er – 70er Jahre Saul Indian Horse wuchs die ersten Jahre seiner Kindheit bei seiner Familie den „Ojibwe-Indianern“ auf. Dann wurde er seiner Familie – wie so viele Kinder indigener Herkunft – entrissen und in die „St.Jerome’s Residential School“ in White River Ontario gebracht. „Dem Zwang und der Kälte der Einrichtung kann Saul in den kostbaren Momenten entfliehen, wenn er auf Schlittschuhen über das Eishockeyfeld fliegt. Sein magisches Talent für das Spiel öffnet ihm einen Weg in die Freiheit.“ Über das Eishockeyspiel kommt Saul zu einer Pflegefamilie mit indigenen Wurzeln, die es gut mit ihm meint und so schafft er es ein sehr bekannter Eishockeyspieler zu werden. Sein permanenter Kampf gegen Anfeindungen wegen seiner indigenen Abstammung bleibt dennoch bestehen. Sauls Suche nach der Geborgenheit einer Familie und dem kulturellen Erbe der Ojibwe-Indianer ist lang und von vielen Abstürzen geprägt. Eine Versöhnung mit einer Welt, die keinen Platz für ihn vorgesehen hat, ist für ihn nur schwer vorstellbar. Fazit: Kanada hat das einmalige Privileg aufgrund der „Corona Pandemie“ zweimal Ehrengast der Frankfurter Buchmesse zu sein. Der für 2020 geplante physische Ehrengastauftritt wird auf 2021 (20.10 – 24.10.2021) verschoben. Gerade die kanadische Literatur ist stark geprägt durch die Vielfalt verschiedener Kulturen und bietet neben der englischen und französischen Sprache auch eine Vielzahl an indigenen Sprachen auf. Der „Blessing Verlag“ hat nun erstmals in Deutschland begonnen Bücher von Richard Wagamese zu veröffentlichen. Der Schiffsteller ist 1955 im Nordwesten Ontarios geboren und gehört zu den bedeutendsten indigenen Schriftstellern Kanadas. Nach „Das weite Herz des Landes“ liegt nun mit „Der gefrorene Himmel“ das zweite Buch vor. Richard Wagamese verwebt in der Geschichte seine eigene Biografie (stellvertretend die einer ganzen Nation) und Fiktion gekonnt miteinander. Durch das Nachwort von Katja Sarkowsky – Professorin für Amerikanistik an der Universität Augsburg mit Forschungsschwerpunkt der indigenen Literaturen Kanadas und der USA – tritt dies noch einmal deutlicher hervor. Und erst durch ihre Erläuterungen der geschichtlichen Zusammenhänge konnte ich einiges viel besser einordnen und verstehen; gerade auch die Geschichte dieser indigenen Völker und ihre Leidensgeschichte in Kanada. Der Autor besitzt einen sehr flüssigen, ansprechenden, aber vor allem einen sehr starken bildhaften Erzählstil, der einen sofort packt und man förmlich ins Geschehen hineingesogen wird. Zudem ist Wagamese ein begnadeter Geschichtenerzähler – ganz in der Tradition der indigenen Völker. Hinzu kommt, das er ein sehr einfühlsamer und genauer Beobachter ist, der es versteht aus allem eine interessante Geschichte zu gestalten. Richard Wagamese präsentiert eine sehr berührende, tragische und schockierende Geschichte, die einen auch nach Beenden des Buches nicht so schnell loslässt. Vor allem ist es die Offenlegung historischen Unrechts in Kanada – passiert vor noch nicht allzu langer Zeit – die beeindruckt und schockiert. Ein Werk, das durchaus auch als Mahnmal gesehen werden sollte. Die letzten „Residential Schools“ wurden in Kanada erst in den 1990er Jahren geschlossen. Erst danach begann Kanada sich mit der strukturellen Ausübung von Gewalt und dem sexuellen Missbrauch an den SchülerInnen zu befassen. Unter dem Titel „Indian Horse“ wurde das Buch 2017 (nur in Englisch) vom kanadischen Regisseur Stephen Campanelli gemeinsam mit Clint Eastwood verfilmt. Im Oktober zur Buchmesse erscheint das dritte Buch von Richard Wagamese „Der Flug des Raben“. Ich freue mich jetzt schon sehr darauf!

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Vita

Richard Wagamese, geboren 1955 im Nordwesten Ontarios, gehört zu den bedeutendsten Schriftstellern Kanadas und indigenen Stimmen der First Nations. Er veröffentlichte 15 Bücher, für die er vielfach ausgezeichnet wurde, u.a. mit dem Publikumspreis des Canada-Reads-Programms des staatlichen Rundfunks für den Roman "Der gefrorene Himmel", dessen von Clint Eastwood produzierte Verfilmung ebenfalls preisgekrönt wurde. Als Kind von seinen Eltern getrennt, aufgewachsen in Heimen und bei Pflegefamilien, die ihm eine Beziehung zu seinen indigenen Wurzeln verboten, wurde Wagamese erst im Alter von 23 Jahren wieder mit seiner Familie vereint. Er ließ sich in Kamloops, British Columbia, nieder, wo ihm später von der Thompson Rivers University die Ehrendoktorwürde verliehen wurde. Richard Wagamese verstarb im Jahr 2017.

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Ingo Herzke

Ingo Herzke, Jahrgang 1966, hat Klassische Philologie, Anglistik und Geschichte in Göttingen und Glasgow studiert. Seit 1999 lebt er mit seiner Familie in Hamburg und übersetzt neben Gary Shteyngart u. a. Alan Bennett, Nick Hornby, A. L. Kennedy, Kate de Goldi, Joshua Cohen und A. M. Homes.

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