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Claudia Praxmayer

Der Geschmack des Lebens

Ein packender Future-Fiction-Roman

Ab 14 Jahren
(7)
HardcoverNEU
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Wir ernten, was wir säen ...

Als die 18-jährige Nini das Haus ihrer Patentante in Cornwall erbt, schwankt sie zwischen Abenteuerlust und der Frage: Was soll eine Londonerin denn in einem Cottage auf dem Land? Aber genau dort muss sie einziehen, will sie ihr Erbe antreten. Doch eine Ahnung davon, was wirklich hinter dieser Bedingung ihrer Tante steckt, bekommt Nini, als sie im Garten des entlegenen Häuschens illegale Obst- und Gemüsesorten findet. Deren Anbau ist aber seit Jahrzehnten unter Strafe verboten, denn sie sind eine Gefahr für die Gesundheit und die Ernährungssicherheit. Obwohl Arthur, der charmante junge Gärtner ihrer Tante, Nini vom Gegenteil zu überzeugen versucht, erkennt diese bald, dass der geheime Garten nur ein Teil von etwas Größerem und weit Gefährlicherem ist. Und dem muss sie dringend auf die Spur kommen, will sie ihre Zukunft nicht gefährden …

Ein packender Future-Fiction-Roman über eines der spannendsten Themen unserer Zeit

»Grandiose Idee, spannende Charaktere, großes Gedankenkarrussel.«


ORIGINALAUSGABE
Hardcover, Pappband, 416 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-570-16579-9
Erschienen am  18. October 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Unglaublich beeindrucken

Von: Sally N.

01.12.2021

Dieses Buch hat mich unglaublich begeistert. Eine leicht dystropische Geschichte, die zu nachdenken anregt. Habt ihr schon Gedanken darüber gemacht, wie unser Leben in der nahen Zukunft aussehen könnte? Worum es geht? Die achtzehnjährige Nini liebt mit ihren Eltern in London im Jahr 2040. Die Stadt ist überfüllt, kaum grüne Flächen mehr übrig. Jeder Quadratmeter Wohnfläche wird optimiert. Die Lebensmittel sind genormt, ohne Geschmack. Fleisch gilt als Luxus, gärtnern in der Form, wie es wir kennen, ist streng verboten. Es gibt selbstfahrende Autos, wegen Platzmangel fast ausschließlich nur Online-Unterricht. Sogar Ernährung und Gesundheitszustand wird staatlich überwacht. Ehrlich, diese Zukunftsvorstellung ist gar nicht so weltfremd. Als überraschend ein Cottage in Cornwall von ihrer Patentante erbt, zögert sie dieses Erbe überhaupt anzutreten. Doch ihr Leben in London ist voll mit schmerzhaften Erinnerungen, also beschließt sie, sich eine Auszeit am Land zu nehmen. Bald erkennt sie, dass ihre Patentante nicht die Frau war, die sie kannte. Mithilfe Arthurs erfährt Nini immer mehr über das Lebenswerk ihrer Tante. Obwohl sie ohne ihr Wissen etwas hineingeraten hatte, fängt sie Dinge zu hinterfragen, die ihr ein ganzes Leben lang eingetrichtert wurden. Mit jedem Tag wächst ihre Sympathie für die Bewohner des Dorfes und natürlich für Arthur. Das Leben in Cornwall ist ganz anders, wie sie es in London kannte, jedoch lauern dort die gleichen Gefahren. Der Schreibstil der Autorin ist sehr bildhaft und humorvoll. Claudia greift hochaktuelle und ernste Themen auf und vermittelt diese verständlich für die jungen Leser: innen. Die leichte Liebesgeschichte lockert die dystopische Stimmung. Meine Lieblingsstelle war, wie Nini als erste Mal selbst anbaute Erdbeeren sieht und sie für giftig hält, weil ihr das in der Schule so erklärt wurde. Dann die Geschmacksexplosion. Unvorstellbar? Oder? Wenn ich an die Erdbeeren denke, die man im Winter im Supermarkt bekommt, ist diese Vorstellung gar nicht so unmöglich. Eine Essensdiktatur scheint uns vielleicht auch nur reine Fantasy sein, doch lest das Nachwort der Autorin über das Saatgut in EU!

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Ein packender Roman über die Grundlage unseres Lebens - weit weniger "Future Fiction", als man meinen könnte

Von: Susanne Edelmann aus Baldham

16.11.2021

Dieser Roman spielt zunächst in London in der nicht genau bezifferten, aber vermutlich nicht mehr allzu fernen Zukunft. Hier lebt die 18-jährige Nini mit ihren Eltern. London platzt aus allen Nähten, die Bevölkerung wächst und wächst und das hat Folgen: Die berühmten Londoner Parks gibt es nicht mehr, sie mussten dringend benötigtem Wohnraum weichen. Die Quadratmeter, die jedem Einwohner als Wohnraum zustehen, sind limitiert, in zu große Wohnungen werden Co-Wohner einquartiert. Vor den U-Bahnstationen gibt es Blockabfertigung, in der Innenstadt dürfen nur noch selbstfahrende Autos fahren, Präsenzunterricht an den Schulen gibt es nur selten, die Schulen haben gar nicht genug Platz für alle Schüler. Die Regierung hat einen Überwachungsstaat geschaffen: Am Handgelenk tragen die Menschen einen Biosensor, der ihre Nährstoffwerte ans Bürgerregister meldet. Bei guten Werten gibt es Bonuspunkte, die man braucht, wenn man es zu etwas bringen will, in Ninis Fall zu einem guten Studienplatz. Die Regierung kontrolliert auch die Lebensmittel und entscheidet, welche Lebensmittel "sicher" sind und welche potentiell gefährlich für die Bevölkerung. Da erfährt Nini, dass sie von ihrer Tante Leonore ein Häuschen in Cornwall geerbt hat, unter der Voraussetzung, es selbst zu beziehen. Doch was soll sie, das City Girl, plötzlich auf dem Land? Andererseits: Vor kurzem ist Ninis Schwester Tilda gestorben und Nini leidet fürchterlich unter dem Verlust. Vielleicht kommt ein Tapetenwechsel gerade recht? Also reist sie nach Cornwall, wo sie Arthur kennenlernt, und sie entdeckt im Garten ein geheimes Gewächshaus, in dem Leonore und Arthur alte Gemüsesorten angebaut und Samen daraus gewonnen haben. So erfährt Nini von dem geheimen Netzwerk "Taste!", das es sich zur Aufgabe gemacht hat, alte Sorten zu bewahren. Anfangs ist Nini entsetzt, denn ihr ist klar, dass dieses Gewächshaus illegal ist und sie ihre Zukunft aufs Spiel setzt, wenn sie das verbotene Treiben toleriert. Doch Arthur bringt Nini nach und nach auf den Geschmack, im wahrsten Sinne des Wortes: Nie zuvor hat Nini so köstliche Erdbeeren gegessen oder Tomaten, die nicht nur nach Wasser schmecken. Nini erfährt, dass ihre Tante ihr weit mehr vererbt hat als nur das Cottage: Es geht um ein Vermächtnis. Doch unweigerlich begibt sich Nini mit diesem Wissen in große Gefahr. Mit diesem Thema hat die Autorin bei mir voll ins Schwarze getroffen, denn schon seit langem beschäftige ich mich mit dem Wahnsinn genmanipulierter Pflanzen, der Macht von Agrargroßkonzernen und Patenten auf Saatgut. Wie heißt es so treffend im Roman? "Wer das Saatgut hat, hat die Kontrolle." Und das ist leider keine Erfindung dieses Future Fiction-Romans, sondern bittere Realität. Längst gibt es Konzerne, die genmanipuliertes Saatgut verkaufen und die dazu passenden Düngemittel und Pestizide gleich mit dazu. Aus den Früchten, die aus diesem Saatgut hervorgehen, lassen sich keine neuen Samen für das nächste Anbaujahr gewinnen, so dass die Bauern gezwungen sind, auch im nächsten Jahr bei Monsanto & Co. zu kaufen - in Ländern wie z.B. den USA oder auch in Indien ist dies längst Realität. Dabei führen die Konzerne gerne Argumente wie Pflanzenseuchen, Ernährungssicherheit oder die Bekämpfung des Welthungers an, doch in Wahrheit geht es ihnen nur ums Geld. Oder ist der Hunger in den Entwicklungsländern inzwischen Geschichte? Und auch Patente auf Saatgut und damit auf die Lebensgrundlage der Menschheit gibt es längst. Claudia Praxmayer weiß, wovon sie schreibt. Sie hat Biologie studiert, engagiert sich für verschiedene Natur- und Umweltthemen und hat schon einige Krimis, Jugendromane und Sachbücher veröffentlicht, in denen diese Themen eine wichtige Rolle spielen. Auch "Der Geschmack des Lebens" ist eigentlich ein Jugendbuch, sollte aber meiner Meinung nach von Leser*innen jeder Altersstufe gelesen werden, damit möglichst viele Menschen dadurch zum Nachdenken angeregt werden. Mich persönlich hat die Lektüre auf jeden Fall sehr bewegt.

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Vita

Claudia Praxmayer ist gebürtige Salzburgerin und hat Biologie studiert. Sie arbeitet in München als selbstständige PR-Beraterin und Autorin. Sie hat bereits Ratgeber, Sachbücher und mittlerweile vier Romane veröffentlicht. Als aktives Mitglied des NABU Deutschland engagiert sie sich seit vielen Jahren ehrenamtlich im Bereich Artenschutz und setzt sich für bedrohte Tierarten ein.

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Pressestimmen

»Das Kernthema … die Notwendigkeit des Schutzes der Artenvielfalt wird hier überzeugend vermittelt und macht die Geschichte lesenswert.«

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