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Der Garten meiner Mutter

Roman

(9)
Hardcover
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„In meiner Kindheit war ich als der Junge bekannt, dessen Mutter mit einem Engländer durchgebrannt war“, so beginnt die Geschichte von Myshkin und seiner Mutter Gayatri. Es sind die dreißiger Jahre, Indien hadert mit der britischen Kolonialherrschaft. Da kommen zwei Fremde in den kleinen Ort am Himalaya, der deutsche Maler Walter Spies und eine Tänzerin, und Gayatri, die immer Künstlerin sein wollte, ergreift ihre Chance, der traditionellen Ehe zu entfliehen. Ein großes zeitgeschichtliches Panorama und die ergreifende Geschichte einer ungewöhnlichen Frau, die für ihre Kunst und Freiheit lebt.

»Eine ergreifende Familiengeschichte, die man nicht mehr aus der Hand legen will.«

Flow (18. April 2020)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Englischen von Werner Löcher-Lawrence
Originaltitel: All The Lives We Never Lived
Originalverlag: MacLehose Press
Hardcover mit Schutzumschlag, 416 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87632-0
Erschienen am  25. Mai 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Himalaya, Indien

Rezensionen

wundervoll erzählt

Von: huckleberryfriendz

23.03.2021

Anuradha Roy verwirkt in ihrem Roman „Der Garten meiner Mutter“ Fiktion und Wirklichkeit auf fesselnde Art; stets bemerkt man, weviel Hintergrundwissen und Lesen verschiedener Biographien und weiterer Texte miteingeflossen sind. Man kann gar nicht umhin immer wieder zur Vertiefung im Internet weiter zu recherchieren, sich Bilder, auch von Pflanzen und Orten, anzuschauen, um noch intensiver in diese ausgefeilt und poetisch erzählte Geschichte einzutauchen. Erzählt wird die Geschichte, die ihren Anfang in den 1930er Jahren in dem kleinen, fiktiven Ort Muntazir in Indien, unterhalb des Himalya nimmt. Gayatri, die als Kind von ihrem Vater gefördert wurde, mit ihm Studienreisen unternahm, wurde als Jugendliche unmittelbar nach dem Tod ihres Vaters verheiratet und lebt mit Schwiegervater, Ehemann und Sohn Myshkin in eben diesem kleinen, fiktiven Ort. Zwar genießt sie ein paar kleine Freiheiten, vermisst jedoch vieles, träumt von einem freiheitlichen Leben wie zu Zeiten mit ihrem Vater. Sie singt, tanzt und malt gerne, ist ob der vielen Verzichte eher unglücklich. Als der Maler Walter Spiess und dieTänzerin Beryl de Zoete sie kennenlernen und als Führerin wählen um den indischen Tanz zu studieren, entwickelt sich eine Freundschaft, zwischen ihnen, die darin mündet, dass die Drei zusammen nach Bali reisen. Gayarti hatte geplant, ihren Sohn mitzunehmen, aber leider war er nicht pünktlich, so dass die Beiden getrennt wurden. Seitdem war Myshkin der Außenseiter, dessen Mutter mit einem Engländer durchgebrannt war…. Man erlebt Myshkins Kindheit in einem sich wandelnden Indien; nicht nur seine Mutter, auch sein Vater, der politisch aktiv war auf Ghandis Wegen, das ganze Land ist auf der Suche nach Freiheit. Widerstand gegen die Briten, Ghandis gewaltlose Methoden, dessen und auch vieler anderer Tod, flankieren die Geschichte um um persönliche und nationale Freiheit. Gayatri ist bemüht, genug Geld zu verdienen um ihren Sohn nachzuholen; aber die Zeit und Umstände arbeiten gegen sie… Ungefähr im letzten Drittel des Buches erhält Myshkin die Briefe seiner Mutter an ihre beste Freundin und kann so die letzten Jahre aus Sicht der Mutter nachempfinden, betont selber, dass seine Erinnerungen trügerisch sein können. Tatsächlich ist er ihr in vielem ähnlicher als er wohl angenommen hatte, kann sich mit einigem aussöhnen und plant, ihre Reise nachzuerleben, vielleicht auf Bali Leute zu treffen, die sie kannten…. Großartig erzählt Anuradha Roy diee Geschichte; man taucht beim Lesen in Landschaften, Farben und sehnsüchte mit ein, wird in eine andere Zeit und Welt entführt. Die Beschreibungen und Biographien von Walter Spiess, Beryl de Zoete oder Collin Mc Phee fand ich sehr interessant; der Kampf und Wandel im Land und in den einzelnen Protagonisten wurde wunderbar beschrieben. Man fragt sich zusammen mit Gayatri, wieviele mögliche Leben sich einem bieten, was man aufgibt um seines zu finden und wie andere damit klarkommen. Nicht nur Gayatri, auch der Leser hat das Gefühl in dieser beschriebenen Welt eine Zeit lang zu Besuch zu sein… Insgesamt hat mich dieser Roman bezaubernd unterhalten und in seinen Bann gezogen; gerne würde ich mehr als 5 Sterne vergeben.

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Ein sanfter poetischer Fluss..

Von: Gedankenlabor

01.10.2020

>>...Die Wurzeln der Bäume wachsen tief und in viele Richtungen, wir können nicht vorhersehen, welche unterirdischen Wege sie nehmen,...<< „Der Garten meiner Mutter“ von Anuradha Roy – ein Buch, das mit einem wie ich finde ganz besonderen Lesegefühl einher geht. Für mich war dieses Buch wie ein sanft fließender Fluss, der mich festhält, mit fließen lässt, berührt und mir eine Geschichte erzählt. Es ist die Geschichte einer ungewöhnlichen Frau, die für die Kunst und ihre ganz eigene Freiheit kämpft und dafür vieles zurück lässt. Die Autorin erzählt eindringlich und doch auf nahezu poetische Weise, wie weit eine Mutter und Ehefrau geht um ihre Freiheit zu leben. Sie hat für mein Leseempfinden eine sehr schön fließende Symbiose geschaffen die Probleme, die damit einhergehen und die politische Situation der Welt, insbesondere natürlich im Blick auf Bali um 1930 herum zu veranschaulichen. „Der Garten meiner Mutter“ ist kein Buch mit hoher Spannungskurve, es ist wirklich ein sehr ruhiges Buch, wenn auch mit tiefer Thematik und Gefühlswelt. Wer die leisen Lesetöne mag, der sollte hier auf jeden Fall einen Blick riskieren!

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Vita

Anuradha Roy hat mehrere Romane verfasst und lebt in Ranikhet, einer Stadt im indischen Himalaya. Die Autorin war 2011 für den Man Asian Booker Prize und 2016 für den Man Booker Prize nominiert, wurde 2011 mit dem Economist Crossword Prize und 2016 mit dem D.S.C. Prize for South Asian Literature ausgezeichnet. Ihr Roman »Der Garten meiner Mutter« kam auf die Shortlist des JCB Fiction Prize 2018, des Hindu Literary Prize 2019, wurde nominiert für den Walter Scott Prize for Historical Fiction 2018 und gewann den Tata Book of the Year Award for Fiction 2018.

Zur Autor*innenseite

Werner Löcher-Lawrence

Werner Löcher-Lawrence, geb. 1956, studierte Journalismus, Literatur und Philosophie, arbeitete als wissenschaftlicher Assistent an der Universität München und als Lektor in verschiedenen Verlagen. Er ist der Übersetzer von u.a. Ethan Canin, Patricia Duncker, Michael Ignatieff, Jane Urquhart.

Zur Übersetzer*innenseite

Pressestimmen

»Ob Indiens Sehnsucht nach Unabhängigkeit oder Myshkins tiefe Einsamkeit: Roy erzählt bildstark und sensibel.«

Peter Twiehaus / ZDF Morgenmagazin (16. Juni 2020)

»Die Beschreibungen der indischen Kultur und der indischen Sehnsucht nach Eigenständigkeit zählen zu den stärksten Passagen des Buches.«

Jan Ehlert / NDR Kultur (22. Mai 2020)

»Anuradha Roys Prosa ist so detailreich, anschaulich und auch witzig, dass einem die Dramatik der Geschichte erst nach und nach bewusst wird.«

Lina Brünig / WDR 5 (04. Juli 2020)

»Ein nachdenklicher, emanzipatorischer Roman vor großer Kulisse.«

Johanna Popp / Münchner Merkur (26. Mai 2020)

»Roy gelingt ein großer Wurf, ein wunderbarer Roman, der zu Recht diverse Preise gewonnen hat.«

Heike Krause-Leipoldt / Lesart (01. Juni 2020)

»Mitreißend bis zur letzten Seite!«

Anne Sutter / Ratgeber Frau und Familie (20. April 2020)