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Franz Hohler

Der Enkeltrick

Erzählungen

(1)
Hardcover
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Nirgends kommt das Fantastische so beiläufig daher wie bei Franz Hohler. Seine Erzählungen handeln von merkwürdigen Begebenheiten und dem plötzlichen Einbruch des Wunderbaren: Von einem geheimnisvollen Steinregen, der das Personal eines einsamen Alpenhotels in die Flucht schlägt. Von einem Tisch in einem beliebten Ausflugslokal, der großes Unglück bringt. Von einem jähen Moment der Wahrheit im Telefonat zwischen Mutter und Tochter. Vom nächtlichen Gesang einer Nachtigall, der die Menschen einer Kleinstadt elektrisiert. Und von einem Enkeltrick, durch den die betagte Amalie Ott noch einmal auf eine weite Reise geht…

Es sind die unscheinbaren Risse im alltäglichen Gefüge, von denen Franz Hohler so meisterhaft pointiert und abgründig erzählt – jede Geschichte ein kleines Wunder, das den Blick auf das Leben reicher macht.

»Franz Hohlers hintersinnige Prosa ist stets Garant für Lesevergnügen.«

Walter Buckl / Donaukurier (09. December 2021)

ORIGINALAUSGABE
Hardcover mit Schutzumschlag, 160 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87679-5
Erschienen am  11. October 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Großartige Prosa: Das Unerwartete lauert überall im Alltag

Von: adWORDising Diana Wieser

07.12.2021

Die elf Erzählungen des Schweizer Autors sind wie die Alpen, die in seinen Werken häufig eine Rolle spielen. Von starker Substanz und solider Schönheit, strömt das Zufällige oder eben nicht Zufällige, das alltäglich Wahnsinnige und Unerklärliche ganz luzide-leicht durch Schluchten und Klämme in den Plot hinein. Stets streift der Autor gekonnt das Phantastische, bleibt dabei aber im Bereich des Möglichen. So wohnt jeder Erzählung ein ganz besonderes Überraschungsmoment inne. Mal erwischt uns der Autor eiskalt, mal spielt er mit unseren Erwartungen, um sie in denkbar gegenteiliger Art aufzulösen. Scheinbar Harmloses entpuppt als doppelbödig, während offenbar Wundersames als Fälschung entlarvt wird. So oder so: Franz Hohlers Geschichten sind ein literarisches Happening. Aber nach 160 Seiten leider viel zu schnell vorbei. Allein schon die titelgebende Einstiegsgeschichte hat es in sich. Sie beginnt, wie vermutet, mit einer dementen Dame, die von einer Trickbetrügerin hereingelegt werden will. Doch die Geschichte nimmt eine völlig unerwartete Wendung. Denn es ist gerade die Demenz und gar das vereitelte Verbrechen, welches Amalie zu einem Abenteuer verhilft. Zu einem Traum, den sie sich klaren Verstandes nie hatte verwirklichen können. Dieser Plot-Twist kommt so federleicht daher, so natürlich, dass wir dem Autor ganz selbstverständlich durch die Geschichte folgen. Berge, Natur und Wandern nehmen einen großen Teil in den Erzählungen ein. Meist dienen sie als sprichwörtliche Höhe- und Wendepunkte im Leben seiner schon etwas betagten Protagonisten. Denn Alter schützt bekanntlich nicht vor Torheit. Oder später Einsicht. Mal fühlt sich ein Rentner nach dem Vortrag eines Gedichtes dazu berufen, das Walliser Weißhorn zu besteigen, ungeachtet seiner Kondition und aller Warnungen. Mal bringt ein elektrischer Weidezaun einen Abergläubischen zu Fall. In einer anderen Geschichte wirft ein mysteriöser Steinregen in einem abgelegenen Alpenhotel ein seltsames Licht auf einen Gast, während ein ständig reservierter – aber nie besetzter – Tisch in einem Ausflugslokal Rätsel aufgibt. Auch Tiere agieren in Hohlers Plots auf einem Sublevel. Wie in der Erzählung „Die Katze“. Nach der Bitte einer Mutter an ihre Tochter, auf ihre geliebte „Mizzi“ aufzupassen, wird ein lang gehütetes Familiengeheimnis aufgedeckt. In „Die Nachtigall“ führt der Gesang des Vogels eine junge Lehrerin und einen chinesischen Migranten zusammen. Selbst leblose Dinge entwickeln in Hohlers Erzählungen ein mysteriöses Eigenleben. Ob Geburtstagskalender, Smartphones oder in Zeiten von Corona unvermeidlich: ein Mundschutz! Es sind Sätze wie diese aus der Nacherzählung „Das verlorene Lachen“, welche Hohlers Prosa so besonders machen: „Kinder, so lautet eine oft gehörte Schätzung, lachen etwa 400 Mal am Tag, Erwachsene etwa 15 Mal. Den Gang zur Freudlosigkeit, der dazwischen liegt, nennen wir Erziehung.“ (S. 93) Der 1943 in der Schweiz geborene Franz Hohler beherrscht sein Metier perfekt. Ganz unmittelbar finden wir uns bereits nach ein bis zwei Sätzen im jeweiligen Setting wieder. Seine Erzählungen sprühen vor subtilem Witz, seinen Figuren begegnet er mit Empathie und Respekt. Es ist zu köstlich, wie der über siebzigjährige Frank, ehemaliger Gymnasiallehrer, an den Tücken seines Smartphones scheitert und eine ganz besondere Art von „Handysucht“ entwickelt. Denn für manche Ratschläge braucht man keine personalisierte App. Die kommen ganz ungefragt. Franz Hohlers Erzählungen sind ein wahres Meisterstück. Sie weiten den Horizont des Alltäglichen, um eine Ebene des Phantastischen. Seite um Seite bereiten sie pures Vergnügen. Aber Achtung: Sie werden sich weniger trittsicher durch den Alltag bewegen. Und Ihre Antennen dafür auf vollen Empfang stellen. Expect the unexpected! Das Unerwartete lauert überall, gleich einer Lawine, um verkrustete Ansichten und festgetretene Wege mit einem Schlag unter unseren Füßen wegzureißen.

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Vita

Franz Hohler wurde 1943 in Biel, Schweiz, geboren. Er lebt heute in Zürich und gilt als einer der bedeutendsten Erzähler seines Landes. Hohler ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden, zuletzt mit dem Alice-Salomon-Preis und dem Johann-Peter-Hebel-Preis. Sein Werk erscheint seit über fünfzig Jahren im Luchterhand Verlag.

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21. Jan. 2022

Lesung und Gespräch

19:30 Uhr | Zürich | Lesungen
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Der Enkeltrick

03. Feb. 2022

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07. Feb. 2022

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20:00 Uhr | Zürich | Lesungen
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10. Feb. 2022

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19:30 Uhr | Adliswil | Lesungen
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Pressestimmen

»Die Grundierung ist immer tragikomisch, die erzählerische Oberfläche von einem das Absurde feiernden, grandiosen Humor.«

Sabine Dultz / Münchner Merkur (02. November 2021)

»Das ist mal melancholich, mal schelmisch, mal hinterlistig - und sehr vergnüglich.«

Hansruedi Kugler / Luzerner Zeitung (09. October 2021)

»Kein Nachdruck, keine Belehrung: ein Angebot, die Zeit mit dieser Art Lesestoff ein wenig milder zu verbringen.«

Ingrid Mylo / Badische Zeitung (16. November 2021)

»In seinen neuen Erzählungen jetzt schwelt zunehmend das Fantastische, Märchenhafte, Geheimnisvolle.«

Christine Richard / Basler Zeitung (22. October 2021)

»Oft schwingt leichte Melancholie mit in Franz Hohlers elf kurzen Geschichten, die vom Älterwerden oder von verborgenen Sehnsüchten erzählen. Viele nehmen aber ein versöhnliches Ende.«

Babina Cathomen / Kulturtipp (30. October 2021)

»Kurz und bündig - und saugut.«

TV Star (19. November 2021)

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