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Edo Popović

Der Aufstand der Ungenießbaren

Roman

(2)
Hardcover
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Wir wollen da nicht mitmachen

Sie nennen sich die »Ungenießbaren«. Sie wollen nicht mitmachen. Sie wollen sich heraushalten aus der allgegenwärtigen Gier nach Macht und Reichtum und Ressourcen. Sie wollen ein anderes, ein besseres Leben führen. Doch dann eskaliert der Konflikt mit der herrschenden Ordnung. Und immer mehr sehen sich die »Ungenießbaren« gezwungen, selbst Gewalt anzuwenden und mit den Mitteln derer zu kämpfen, die sie verachten.

Am Anfang ist es ein fröhlicher Aufbruch, fast ein Spiel. Lange Zeit suchen die, die in der Gesellschaft keinen Platz finden oder finden wollen und die sich selbst »die Ungenießbaren« nennen, auf eigene Faust im Wohlstandsmüll nach ihrer täglichen Ration zum Überleben. Doch als eine undurchsichtige Holding beginnt, eine Mauer um alles, was irgendwie profitabel ist, zu errichten und die »Ungenießbaren« zu verdrängen, schließen diese sich zusammen, um gemeinsame Sache zu machen. Täglich werden es mehr, und sie verwandeln ihre Absage an die Konsumgesellschaft in ein großes Fest. Eine derartige Provokation kann die Regierung freilich nicht dulden. Denn welche Regierung braucht schon glückliche und kluge Menschen? Und als der Konflikt eskaliert, wird aus der fröhlichen Absage an die Konsumgesellschaft plötzlich terroristischer Kampf …

Aus der Erfahrung der kriegerischen Konflikte auf dem Balkan und der Auswüchse der modernen Konsumgesellschaft entwirft Edo Popovic – irgendwo zwischen »Fahrenheit 451« und »Natural Born Killers« – eine bezwingende und verstörende negative Utopie: die Geschichte des Aufstands der »Ungenießbaren« gegen die skrupellose Unterdrückung und Ausbeutung der Welt im Interesse einer profitgierigen Wirtschaftsholding, die alle Macht an sich gerissen hat.


DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Kroatischen von Alida Bremer
Originaltitel: Lomljenje Vjetra
Originalverlag: OceanMore
Hardcover mit Schutzumschlag, 192 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87357-2
Erschienen am  08. October 2012
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Rezensionen

Grosse Autoren-Empfehlung

Von: Marija

18.10.2022

«Jeder von uns hat in diesem Krieg jemanden oder etwas verloren, und aus Körperteilen, die deine Leute meinen Leuten und meine Leute deinen Leuten abgeschnitten haben, könnte man so viele Menschen zusammenschrauben, um damit eine ganze Kleinstadt zu bevölkern.» In diesem gesellschaftskritischen Roman geht es nicht um Krieg per se, auch wenn er an uns Ex-Jugoslawen klebt, wie ein langzerkauter Kaugummi ohne Geschmack. Es findet sich vermutlich auch keine Literatur aus unserer Heimat, die nicht vom Krieg betroffen ist. Jedenfalls nicht seit den 90ern. Doch Edo Popović möchte nicht, dass man seine Literatur durch die Kriegsbrille betrachtet und in einem Interview sagte er, dass nicht der Krieg das Leben der Kroaten zerstört habe, sondern der bis heute grassierende Turbo-Kapitalismus. Der Privatisierungsprozess habe den Menschen alles weggenommen und Unternehmen hätten das Geld aus dem Land gepumpt. Und darum geht es in diesem dystopisch anmutenden Roman, den Popović 2011 geschrieben hat. Zagreb, wie viele andere kroatische Städte, soll von einer Mauer der Privatisierung umgeben sein, Kroatien mehr eine Holding als ein Staat. Banker, Manager und Broker, die sich für Götter halten, privatisierten das Wasser und denken nun, sie könnten auch den Wind beherrschen. Den kroatischen Originaltitel «Lomljene vjetra», was «Brechen des Windes» bedeutet, finde ich daher überaus passend. Die Machthaber plündern das Land und «Gärtner», der neuste in der Truppe der Ungeniessbaren, knöpft sich die Vorstandsmitglieder dieses Megakonzerns einen nach dem anderen vor. Er hält einen CEO ausserhalb der Mauern gefangen, wo ihm sein vieles Geld nichts nützt. Er verfüttert ihm eine Münzsuppe, Sand oder auch mal die Financial Times. Doch, wo ein CEO war, kommt ein neuer an seine Stelle und auch «Gärtner» fragt sich irgendwann, wie er dieses System überhaut besiegen soll. In einem weiteren Handlungsstrang treffen ein kroatischer und ein serbischer Kriegsveteran bei Tulove Grede, Schauplatz der Winnetou Filme und wo sie sich einst gegenseitig bekämpften und nun Aussprache halten, aufeinander. Allgemeine Popović-Empfehlung meinerseits!

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Systemverweigerer in einer spätkapitalistischen Welt

Von: Lesereien

21.06.2021

Edo Popovičs Roman “Der Aufstand der Ungenießbaren” spielt in Kroatien, einem Land, in dem der Staat dem Spätkapitalismus zum Opfer gefallen ist. Das Ende des Sozialismus wurde von den Gierigsten und Rücksichtslosesten schamlos ausgenutzt. Übrig geblieben ist ein geplündertes und privatisiertes Land. Ummauerte Städte sind entstanden, in denen nun eine Organisation herrscht, die sich „Helden und keine Verbrecher“ nennt. Der Name kann als lächerlicher Versuch der Selbstlegitimierung und der Fremdtäuschung gewertet werden und spiegelt das Gegenteil von dem wider, wofür die herrschende Elite eigentlich steht. In dieser spätkapitalistischen Welt fängt eine Gruppe von Menschen an, sich vom System loszulösen. Sie wollen nicht mehr zehn, zwölf Stunden am Tag arbeiten, weigern sich in einem fort zu konsumieren, sich der Gier hinzugeben und möchten nicht mehr in einem ständigen Wettbewerb zu ihren Mitmenschen stehen. Doch “Welche Regierung braucht schon glückliche und kluge Menschen? Keine”. Denn Nicht-Angepasste können vom Kapitalismus nicht verdaut werden. Sie sind ungenießbar, bereiten Magenschmerzen, drohen mit Verstopfung. Und deshalb ist es fast unumgänglich, dass aus den friedlichen Systemverweigerern radikale Systemgegner werden. Popovićs Roman ist ein Kommentar über unseren Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen, über Gier und Machtmissbrauch, über den Profit- und Wachstumswahn und über die Auflehnung, den Widerstand. Der Blick des Autoren ist dabei stets glasklar. Er beschreibt eine Dystopie, die viel zu sehr in unserer Gegenwart und in der Vergangenheit verankert ist, als dass der Leser eine zeitliche und räumliche Distanz zu ihr verspüren könnte. Der Roman ist ein Lesevergnügen, weil er unheimlich klug und wichtig ist. Seine Kritik ist geschliffen scharf und speist sich außerdem häufig aus bitterböser Satire, z.B. wenn die Kirche wieder Ablassbriefe verkauft und der Sünder gleich einen Rabattcoupon für das Einkaufszentrum dazu bekommt. “Der Aufstand der Ungenießbaren” ist greifbar, nah und ungemütlich. In dem Roman schlummert ein Bestseller, der nur darauf wartet, von so vielen Lesern wie möglich entdeckt zu werden!

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Vita

Edo Popović, geb. 1957, lebt in Zagreb. Er war Mitbegründer einer der einflussreichsten Underground-Literaturzeitschriften des ehemaligen Jugoslawiens. 1991 bis 1995 arbeitete er als Kriegsberichterstatter, dessen unideologische Reportagen ebenso angesehen wie gefürchtet wurden. Sein erster Roman »Mitternachtsboogie« avancierte zum Kultbuch seiner Generation. Mit den folgenden Romanen, u.a. »Der Aufstand der Ungenießbaren«, »Ausfahrt Zagreb-Süd« und »Stalins Birne«, seinen Erzählbänden und seinem Essay »Anleitung zum Gehen« wurde Popović zu einem der aufregendsten osteuropäischen Erzähler.

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