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Das Meer von Mississippi

Roman

HardcoverNEU
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1927, im Süden der USA. Es regnet seit Tagen, und der mächtige Mississippi droht über die Ufer zu treten, als die Prohibitionsagenten Ingersoll und Johnson die kleine Ortschaft Hobnob erreichen. Sie sind auf der Suche nach zwei verschwundenen Kollegen, die einem örtlichen Schwarzbrenner auf der Spur waren. Am Schauplatz eines Verbrechens finden sie ein schreiendes Baby, das Ingersoll nicht zurücklassen will. Bei Dixie Clay Holliver, einer jungen Frau aus dem Ort, findet er ein Zuhause für das Kind. Die beiden mögen sich auf Anhieb, doch Ingersoll weiß nicht, dass Dixie Clay die beste Schwarzbrennerin des Landes ist und etwas mit den vermissten Ermittlern zu tun haben könnte.

»Wer gern William Faulkner liest, für den ist dieses Buch genau das Richtige.«

Peter James (16. December 2019)

Aus dem Amerikanischen von Eva Bonné
Originaltitel: The Tilted World
Originalverlag: William Morrow
Hardcover mit Schutzumschlag, 384 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-453-27285-9
Erschienen am  24. May 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.
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Dieses Buch spielt in: Mississippi, Vereinigte Staaten von Amerika

Rezensionen

Parallelen zu heute

Von: Marius

22.07.2021

Überschwemmungen in einigen Teil Deutschlands wie aktuell in Teilen Frankens und Nordrhein-Westfalens lassen aufhorchen. Immer wieder sind es Starkregen oder Wetterlagen wie die in Stuttgart, die Teile des Landes unter Wasser setzen. Solche Ereignisse lassen Erinnerungen hochkommen an Naturkatastrophen, die zu Landmarken der deutschen Geschichte wurden, etwa die Sturmflut in Hamburg oder das Elb-Hochwasser im Jahr 2002. Während wir uns in Deutschland an diese Ereignisse immer wieder erinnern, ist es in Amerika eine deutlich größere Flutkatastrophe, die nahezu dem Vergessen anheimgefallen ist, wie es das Autorenpaar Beth Ann Fennelly und Tom Franklin im Vorwort zu Das Meer von Mississippi schildert. 1927 kam es in großen Teilen der Mississippi-Region nach starken Regenfällen zu einer Überflutung der Region, die zahlreiche Menschenleben forderte. Doch weder den amtierenden Präsidenten Coolidge noch sonstige ranghohe Repräsentanten schien die Katastrophe zu kümmern. Während bei uns schnell Regierungsvertreter zu den Schauplätzen solcher Katastrophen eilen und sich als Krisenmanager*innen inszenieren, glänzte die Obrigkeit in Mississippi mit Abwesenheit und Desinteresse. Aber nachdem der Landstrich von überwiegend armer und damit nicht wahlentscheidender Bevölkerung besiedelt war, hielt sich das Engagement der Regierung eher in Grenzen (was sich ja nicht nur beim Hurrikan Katrina wiederholen sollte). Auch das Erinnern an die Katastrophe wurde nicht wirklich aktiv betrieben, der Blick ging schnell nach vorne. Und so haben es sich Fennelly und Franklin zum Ziel gesetzt, die Erinnerung an die damaligen Geschehnisse noch einmal wachzurufen und die Leserinnen und Leser mitzunehmen in ein von Regen getränktes Mississippi-Delta im Jahr 1927. Ein Paar voller Gegensätze Dazu setzen sie ein äußerst gegensätzliches Paar Protagonisten in den Mittelpunkt des Buchs. Da ist der Bluesliebhaber und Prohibitionsagent Ted Ingersoll, der mit seinem Partner Johnson einen Spezialauftrag von Herbert Hoover erhält. Im Süden der USA sind zwei andere Agenten verschwunden, die mit dem Aufspüren von Schwarzbrennern beauftragt waren. Nachdem die Männer wie vom Erdboden verschluckt sind, sollen Ingersoll und Johnson nun Licht in die Angelegenheit bringen. Bei ihrer Suche im Dauerregen von Mississippi stoßen die beiden bei ihrer Suche auf ein herrenloses Baby, dessen sich Ingersoll annimmt. Um sich auf ihre Suche konzentrieren zu können, gibt Ingersoll das Baby in die Obhut von Dixie Clay Holliver, der zweiten Hauptfigur des Romans. Dabei ahnt Ingersoll allerdings nicht, dass es just Dixies Mann war, in dessen Gegenwart man die zwei verschwundenen Agenten zuletzt gesehen hat. Denn Dixies Mann ist ein Alkoholschmuggler, der die strengen Prohibitionsgesetze geschickt zu umgehen weiß. Die eigentliche Kraft hinter seinen Umtrieben ist allerdings Dixie selbst, eine hochtalentierte Schwarzbrennerin, die auf ihrer Farm in der Nähe des kleinen Dörfchens Hobnob den besten Moonshine im Süden brennt. Aus der Spannung zwischen diesen eigentlich diametral entgegengesetzten Figuren zieht Das Meer von Mississippi seinen Reiz. Während der Regen unerbittlich vom Himmel fällt und einen immer größeren Druck auf die Flüsse und Deiche ausübt, kommen sich Ingersoll und Dixie näher. Beth Ann Fennelly und Tom Franklin inszenieren das mit wuchtigen Bildern und viel Gespür für Timing und Tempo. Wie sich die beiden immer weiter annähern, wie zugleich die Pegelstände steigen und sich die Handlung um die beiden gegensätzlichen Figuren herum immer schneller beschleunigt und schließlich in nicht nur einem metaphorischen Dammbruch endet, das ist ausnehmend gut gemacht. Immer wieder gelingen den beiden eindrucksvolle Szenen und farbig geschilderte Momentaufnahmen aus einer Welt, die sich zunehmend im Chaos verliert (übersetzt von Eva Bonné). Fazit Das Buch kann überzeugen und ist eine wirkliche Lesefreude, wenngleich der Publikationsort im Verlag Heyne Hardcore etwas in die Irre führt. Schreibt Tom Franklin sonst Thriller ganz anderen Kalibers, handelt es sich hier doch zuvorderst um einen Roman, der Elemente aus Krimi, Schmonzette und historischem Schmugglerepos á la Dennis Lehane miteinander formidabel verzahnt. Hardcore ist hier nichts, dafür aber durchaus eindrücklich. Und somit ist das Anliegen des Autoren- und Ehepaars durchaus gelungen, an diese vergessene Katastrophe zu erinnern und ihr ein literarisches Denkmal zu setzen! Ein Buch, das nicht nur in diesen regnerischen Tagen wärmstens empfohlen sei!

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Drama vor dem Hintergrund einer fast vergessenen Katastrophe

Von: Buch SUCHT Blog

30.06.2021

Im Winter 1926 und Frühjahr 1927 wurden die Südstaaten der USA von einer verheerenden, aber heute weitestgehend vergessenen Naturkatastrophe heimgesucht. Monatelang regnete es in Strömen, die Folge waren Deichbrüche, Überschwemmungen und zahlreiche Tote. Das Autorenehepaar Beth Ann Fennelly und Tom Franklin erzählen in ihrem ersten gemeinsamen Buch vor diesem Hintergrund eine nicht minder dramatische Geschichte. 1927 schickt Herbert Hoover, der damalige Handelsminister der USA, die beiden Prohibitionsagenten Ted Ingersoll und Ham Johnson undercover in das kleine Südstaatenkaff Hobnob in Mississippi, um das Verschwinden zweier anderer Agenten zu untersuchen. Auf dem Weg dorthin finden sie einen Säugling, der als einziger den Überfall auf ein Ladengeschäft überlebt hat. Eigentlich wollen sie das Baby im nächsten Waisenhaus abgeben, doch Ingersoll, der selbst im Waisenhaus aufgewachsen ist, entscheidet sich dagegen und sucht eine Frau, die bereit ist, “Junior“, wie er den Knaben nennt, bei sich aufzunehmen. Dixie Clay, deren Sohn kurz zuvor an Scharlach gestorben ist, nimmt das Kind bei sich auf. Doch Ingersoll ahnt nicht, dass sie die Gattin von Jesse Holliver ist, dem Hauptverdächtigen in Ingersolls Untersuchung und die beste Schwarzbrennerin der ganzen Gegend… Ist „Das Meer von Mississippi“ nun ein Krimi, ein Liebesroman oder ein historischer Roman? Irgendwie alles und doch gar nichts davon. Aber vor allem erzählt das Buch eine grandiose Geschichte. Ted Ingersoll und Dixie Clay sind wunderbare Protagonisten, deren Geschichte nach und nach in Rückblenden erzählt werden und die, obwohl sie von ihrer Profession her eigentlich natürliche Feinde sind, durch ein Band verbunden sind, das weit über „Junior“ hinausgeht. Und auch Ham und Jesse haben ihre großen Szenen, Ein weiterer Hauptdarsteller ist die drohende Flut des Mississppi, denn die Bürger Hobnobs haben sich in einer knappen Abstimmung gegen das Angebot ausgesprochen, den Damm zu sprengen, um die unterhalb der Gemeinde liegenden reichen Städte zu retten. Doch die für die Sprengung ausgelobten 50.000 $ (nach heutigem Wert fast 900.000 $) sind für einige Einwohner ein Grund für Sabotage… Was die Brutalität angeht, ist „Das Meer von Mississippi“ absolut mimosentauglich, brutale Szenen gibt es kaum, die Spannung kommt aus der Interaktion der Protagonisten und der Handlung, nicht aus der Gewalt, die ausgeübt wird. Für mich ist das Buch eine absolute Leseempfehlung...

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Vita

Beth Ann Fennelly, 1971 in New Jersey geboren, hat drei Gedichtbände und ein Sachbuch veröffentlicht. Sie leitet den Studiengang Kreatives Schreiben an der Universität von Mississippi. Tom Franklin wurde 1963 in Dickinson, Alabama geboren. Für sein literarisches Werk wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2019 mit dem Deutschen Krimipreis. Franklin unterrichtet an der Universität von Mississippi. Beth Ann Fennelly und Tom Franklin sind seit 1998 verheiratet und leben mit den gemeinsamen Kindern in Oxford, Mississippi.

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Tom Franklin wurde 1963 in Dickinson, Alabama geboren. Für sein literarisches Werk wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2019 mit dem Deutschen Krimipreis. Beth Ann Fennelly, 1971 in New Jersey geboren, hat drei Gedichtbände und ein Sachbuch veröffentlicht. Sie leitet den Studiengang Kreatives Schreiben an der Universität von Mississippi. Beth Ann Fennelly und Tom Franklin sind seit 1998 verheiratet und leben mit den gemeinsamen Kindern in Oxford, Mississippi.

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Pressestimmen

»Der Regen tropft förmlich von den Seiten, so lebendig ist diese Geschichte geschrieben. Auch die Figuren scheinen aus Fleisch und Blut und sind von einer beindruckenden Tiefe. Ein Roman, den man nicht so schnell vergisst.«

The Observer (16. December 2019)

»Mit üppiger Sprache und der Dringlichkeit einer drohenden Flut fangen Fennelly und Franklin die Essenz des Lebens in den Südstaaten während der Prohibition ein, in einem Jahr, in dem der Regen nicht enden wollte. Dixie Clay Holliver ist unwiderstehlich: Ein Mädchen, das schießt, betrügt, fälscht (und sich verliebt). Sie und die Beschreibung des Mississippi werden Sie in ihren Träumen verfolgen.«

Booklist (20. January 2020)