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Naja Marie Aidt

Carls Buch

"Ein herzzerreißendes Meisterwerk über einen unvorstellbaren Verlust." Linn Ullmann

(6)
Hardcover
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Im März 2015 kommt Naja Marie Aidts 25-jähriger Sohn Carl bei einem tragischen Unfall ums Leben. »Carls Buch« hält jene Monate nach dem verheerenden Anruf aus dem Krankenhaus fest. Sehr persönlich, aber gleichzeitig von erstaunlicher Allgemeingültigkeit schreibt die preisgekrönte dänische Schriftstellerin über den Versuch, das Unbegreifliche zu verstehen. Wie wir mit der Tatsache fertig werden, dass das Leben einfach so aufhört. Wie der Tod eines geliebten Menschen uns an die Grenze von Sprache führt. Wie wir Trost finden - bei Freunden und Familie, in unseren Erinnerungen und in der Literatur. Ergreifend, sprachlich brillant, mutig und unvergesslich.

»„Carls Buch“ ist ein verstörend gutes Buch.«

Sophie Wennerscheid / Süddeutsche Zeitung (19. October 2021)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Dänischen von Ursel Allenstein
Originaltitel: Har døden taget noget fra dig så giv det tilbage - Carls bog
Originalverlag: Gyldendal
Hardcover mit Schutzumschlag, 176 Seiten, 12,5 x 20,0 cm
ISBN: 978-3-630-87590-3
Erschienen am  30. August 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Teil der Ewigkeit

Von: Thomas Lawall

23.12.2021

Ein Buch wie dieses kann man nicht erfinden, sich ausdenken oder gar planen. Niemand ist in der Lage, etwas über eine Haltestelle, die im Lebensplan nicht eingezeichnet und vorgesehen war, zu erzählen. Als Mutter und Vater hat man eher panische Angst davor und versteckt sich vor solchen Gedanken. Für die dänische Schriftstellerin Naja Marie Aidt gibt es ein solches Versteck nicht mehr. Anfang 2015 stand sie mit Carl, dem zweitältesten ihrer vier Söhne, in der Küche, und sie erinnerten sich an seinen mit 94 Jahren verstorbenen Urgroßvater. Carl sagte, dass er keine Angst vor dem Tod hätte. Im Gegensatz zu seiner Mutter möchte er nicht verbrannt, sondern ganz normal begraben werden, um "in den großen Kreislauf einzugehen". Seine Mutter erwiderte, dass sie dies Gott sei Dank nicht erleben würde. Wie sie sich täuschen sollte. Drei Monate später starb ihr Sohn unter einer ganzen Verkettung tragischer Umstände und riss damit ein nicht zu stopfendes Loch in die gesamte Familienstruktur. Ohne jede Vorwarnung war nichts mehr so, wie es vorher war. Eine Welt brach zusammen. Nichts ging mehr. Selbst das Schreiben nicht. "Es gibt keine passende Form." Und doch schaffte es seine Mutter, ihm ein ganzes Buch zu widmen. Ein unfassbarer Kraftakt, entstanden aus der Liebe zu ihrem Sohn, die jetzt im schwerelosen Raum ohne greifbaren Bezugspunkt einerseits nicht mehr existieren, andererseits aber nicht einfach enden kann. Es gibt in diesem Werk keine "Ordnung", die man von einer Thematik wie dieser vielleicht erwarten würde. Keine Überschriften, keine Kapitel und kein durchstrukturiertes Erzählen. Vielmehr bestehen die Erinnerungen an Carl aus locker und scheinbar wahllos eingefügten Tagebucheinträgen und Kindheitserinnerungen, die sich mit sehr persönlichen Reaktionen nach dem Unfall, sowie zahlreichen Literaturverweisen, ständig abwechseln. Wie sollte man unendliche Trauer und manchmal auch unbändige Wut irgendwie sinnvoll sortieren!? "Die Wut ist stumpf und grenzenlos." Und doch bildet jener späte Anruf in der Nacht eine Art roten Faden, der immer wieder eingeflochten und stets ein Stück weiter erzählt wird, so als ob es der Autorin unmöglich erscheinen würde, diese fatale Nachricht und die unmittelbaren Folgen in einem Stück zu schildern. Sie lässt nichts aus. Selbst den genauen Polizeibericht nicht, der entsetzliche Details enthält und zum Erschütterndsten gehört, was der Rezensent jemals gelesen hat. Wie viel Kraft muss man aufbringen, dies alles auszuhalten und vielleicht gehört es zum viel zitierten "Loslassen" dazu. "Jetzt ist er Teil der Ewigkeit." Carls Buch bietet keine Patentrezepte zur Trauerbewältigung. Eine genaue Anleitung fehlt. Gebrauchsanweisungen für so einen Verlust gibt es nicht wirklich, und jedem, dem gleiches widerfährt, ist gezwungen, einen eigenen Weg zu finden. Und diesen gibt es immer. Carls Buch zum Beispiel. Ein Buch, wie keines zuvor.

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Ein sprachgewaltiges, eindringliches Meisterwerk und garantiertes Lesehighlight

Von: annenas.books

19.12.2021

Inhalt: Im März 2015 stirbt Carl mit gerade einmal 25 Jahren. Die dänische Schriftstellerin und Dichterin Naja Marie Aidt schreibt in ihrem aufwühlenden, sehr poetischen Buch über den Verlust ihres Sohnes, die Zeit im Krankenhaus und über „das Leben danach“. Denn wie verkraftet man den plötzlichen Verlust des eigenen Kindes? Thematisiert werden ihr tiefsitzender Schock, die Ungläubigkeit, die schier unendliche Trauer und schlussendlich das Schöpfen von Kraft in Zeiten der Kraftlosigkeit. Meine Meinung: Was für ein Buch! Naja Marie Aidt hat es geschafft, mich gedanklich und emotional komplett mitzureißen. Es rauschte ein ganzer Orkan an Gefühlen über mich. Ich war machtlos und habe den Verlust ihres Sohnes und den damit verbundenen Schmerz fühlen können. Das mag belastend klingen, doch steckt in der Trauer auch so viel Liebe, die das Leseerlebnis umso herzzerreißender und intensiver werden ließ. Ich verheimliche es nicht und einigen von euch ist es sowieso schon klar: Es flossen Tränen. Ganz besonders (positiv) aufgefallen sind mir die wechselnde Schriftart, -größe und -schnitt. Auch der Zeilenabstand und die Ausrichtung variieren. Mal war es klein, ganz eng beschrieben, ideal zum Überlesen, mal groß, raumeinnehmend und kursiv. Das Spiel mit der Schrift gefiel mir unglaublich gut, war neu für mich und passte perfekt zur Erzählweise. Carls Buch lebt von den Erinnerungen an Carl, Tagebucheinträgen aus der Zeit vor und nach seinem Tod, Gedichten, Gesprächen, Wörterbucheinträgen und Begriffserklärungen. Im Zentrum stehen die sich wiederholenden Minuten und Stunden kurz nach Carls Tod in denen Aidt Stück für Stück Erinnerungen ergänzt. Unglaublich clever, berührend und wunderschön. Carls Buch ist direkt in mein Herz gewandert und da bleibt es auch. Ich werde es mit Sicherheit nicht vergessen. Ganz große Leseempfehlung (wenn psychisch dahingehend gesund)!

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Vita

Die dänische Schriftstellerin und Dichterin Naja Marie Aidt, Jahrgang 1963, zählt zu den wichtigsten Stimmen Skandinaviens, ausgezeichnet u.a. mit dem renommierten Nordischen Literaturpreis und dem Großen Preis der Dänischen Akademie. Aidt wurde auf Grönland geboren und lebt heute in Brooklyn. Sie ist Mutter von vier Söhnen. »Carls Buch« gilt als eines der 10 besten Memoirs des letzten Jahrzehnts (Lithub). Bei Luchterhand ist zuletzt von Naja Marie Aidt der Roman »Schere, Stein, Papier« erschienen.

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Pressestimmen

»Ein grandioser poetischer Roman über Tod uund Leben.«

Elisabeth Böker / Nordis (22. October 2021)

»Naja Marie Aidt ist zweifelsfrei eine der besten Schriftsteller Skandinaviens. Immer interessant. Immer intelligent. Phantasievoll, präzise, poetisch. Eine der wenigen Autoren und Autorinnen, auf deren neue Bücher ich warte und die ich sofort lese. Und dann ist da Carls Buch: ein herzzerreißendes Meistwerk über einen unvorstellbaren Verlust, über die Kraft, den Tod eines Menschen durchzustehen, und über die Liebe. Ich wünschte von ganzem Herzen, Naja Marie Aidt hätte diese Buch nie schreiben müssen. Ein Memoir über ihre Trauer – und zugleich bin ich zutiefst dankbar, dass sie es geschrieben hat. Es ist erschütternd, es ist von bestechender Klarheit, es ist wunderschön.«

Linn Ullmann, Autorin von "Die Unruhigen" (13. February 2020)

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