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Marie Gamillscheg

Aufruhr der Meerestiere

Roman

HardcoverNEU
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Luise ist klug, Luise ist unabhängig, Luise ist eine Insel. Als Meeresbiologin hat Luise sich einen exzellenten Ruf erarbeitet, ihr Spezialgebiet: die Meerwalnuss, eine geisterhaft illuminierte Qualle im Dunkel der Ozeane. Als Luise für ein Projekt mit einem renommierten Tierpark nach Graz reisen soll, zögert sie nicht lang. Doch Graz, das ist auch ihre Heimatstadt, das ist die Wohnung ihres abwesenden und plötzlich erkrankten Vaters. Und das ist die Geschichte einer jahrelangen Sprachlosigkeit und Fremdheit zwischen ihnen.

Soghaft und strömend erzählt Marie Gamillscheg von der allmählichen Befreiung aus den Zwängen der eigenen Kindheit, des eigenen Körpers und aus den Gesetzen, die andere für einen gemacht haben. Es ist zugleich der Versuch, die Unmöglichkeit einer Beziehung zu erfassen: zwischen Mensch und Tier, Mann und Frau, Vater und Tochter.

»Marie Gamillschegs Roman ›Aufruhr der Meerestiere‹ rüttelt an unserem einseitigen Blick auf unseren Platz in der Welt.«


Hardcover mit Schutzumschlag, 304 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87562-0
Erschienen am  08. March 2022
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Aufruhr der Meerestiere

Von: Letteratura

03.05.2022

Luise ist Meeresbiologin. Ihr Spezialgebiet ist die Meerwalnuss, eine Quallenart, die das Helmholtzentrum für Ozeanforschung Kiel laut Wikipedia aufgrund der umfangreichen Auswirkungen auf aquatische Ökosysteme zu den berüchtigsten invasiven Lebewesen zählt. Da sie nicht nur mit einheimischen Fischarten um Nahrung konkurriert, sondern auch deren Eier und Larven frisst, kann sie einen verheerenden Einfluss auf Ökosysteme haben. Man versucht, dem gegenzusteuern, indem man andere Arten als Fressfeind der Meerwalnuss einsetzt, so dass der ökologische Kollaps verhindert werden kann. Es ist also ein spezielles Feld, auf dem Luise arbeitet, und sie tut das mit all ihrer Kraft und Zeit. Sie ist alleinstehend und generell eher eine Einzelgängerin. Als sie für ein Projekt nach Graz eingeladen wird, bedeutet das außerdem eine Reise in ihre Heimatstadt, denn Luise ist dort aufgewachsen. Sie bezieht die Wohnung ihres Vaters, der allerdings nicht vor Ort ist, denn er ist plötzlich erkrankt und bei Luises Bruder, der sich um ihn kümmert. Doch sowohl Luises Beziehung zum Vater als auch die zum Bruder ist abgekühlt und geprägt von einer Sprachlosigkeit, aus der Luise nicht herausfindet. „Aufruhr der Meerestiere“ ist ein nicht ganz leicht fassbarer Roman, der zwischen klaren und uneindeutigen Passagen pendelt. Oftmals sind es Erinnerungen und Gedanken Luises, die wir lesen, alles vermischt sich und nicht immer ist klar, was sich konkret zugetragen hat. Dabei geht es einerseits um das Verhältnis Mensch und Tier, um unser Eingreifen in die Natur, denn zur Ausbreitung der Meerwalnuss hat der Mensch entscheidend beigetragen und steht nun vor der Aufgabe, zu verhindern, dass sie großen Schaden anrichtet. Andererseits sind es die Beziehungen Luises, vor allem zu ihrem Vater, aber auch generell zu ihrer Familie, zu anderen Menschen. Und, mindestens genauso wichtig, ist Luises Verhältnis zu sich selbst, zu ihrem Körper. Lange litt sie unter einer Essstörung, und auch jetzt im Erwachsenenalter ist für sie alles, was mit Nahrungsaufnahme zu tun, nach wie vor problematisch. Ich mochte die Protagonistin aus Marie Gamillschegs Roman, und auch, wenn ich mich manchmal ein wenig verloren habe in Luises Geschichte, so habe ich sie doch sehr gern gelesen. „Aufruhr der Meerestiere“ ist vermutlich kein Buch für Leser:innen, die es gern konkret und eindeutig mögen, einiges bleibt in der Schwebe. Es gelingt der Autorin, ihre (großen) Themen miteinander zu verknüpfen, aufmerksam zu machen, und die Passagen zu Luises Beruf und Forschung sind außerdem sehr lehrreich (von der Meerwalnuss hatte ich noch nie gehört). Demgegenüber steht das Leben Luises als Karrierefrau, als Single, als diejenige, die in ihrer Familie aneckt und Unverständnis erweckt, und die sich doch wünscht, die in vielen Jahren hochgezogenen Mauern endlich niederzureißen. Ein vielschichtiger, empfehlenswerter Roman.

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Lesenswert

Von: Lesehummel

16.03.2022

Luise ist 32 und promovierte Meeresbiologin. Ihr Spezialgebiet ist die Meerwalnuss: eine Rippenqualle, die sich in den Meeren der Welt ausbreitet und welche als sogenannte Invasive Art für so manchen Wirbel in den Ozeanen sorgt. Luise soll für einige Zeit beruflich von Kiel nach Graz reisen, um an einem Projekt des örtlichen Tierparks mitzuwirken. Doch Graz ist mehr als eine von vielen beruflichen Zwischenstationen in ihrem Leben, denn Graz ist ihre Heimatstadt, Erinnerung an die eigene Kindheit und Ort einer entrückten Vergangenheit. Luise bezieht die Wohnung ihres Vaters, der gerade in Nürnberg bei ihrem Bruder ist. Die familiären Beziehungen sind schwierig, stets vorwurfsvoll und geprägt von einer immerwährenden Sprachlosigkeit. Nebenbei kämpft Luise mit einer Essstörung , fühlt sich einsam und hängt in einem Schwebezustand zwischen Gegenwart und Gedanken an die Vergangenheit fest, versucht sich ihrer Kindheit zu stellen und das Leben irgendwie zu managen. Gamillscheg schreibt in einer facettenreichen Sprache - nicht immer unbedingt einfach zu lesen, aber herausfordernd und insgesamt doch bemerkenswert ruhig. Vieles wird angedeutet, aber nicht immer ganz auserzählt. So wird der Leser oft in der Schwebe gelassen, was Luise uns wirklich von sich erzählen will, und es bleibt so manche Interpretation offen. Insgesamt handelt es sich bei "Aufruhr der Meerestiere" um einem guten, vielschichtigen Roman mit teilweise durchaus auch emanzipatorischen Zügen über eine Frau, die immer noch in familiären Kreisen eingeengt ist und ihre Fesseln aufbrechen will. Die sich in die Arbeit stürzt und bis auf den Boden ihrer Identität vordringt. Kein easy-read, aber ein durchaus lesenswerter Entwicklungsroman einer Erwachsenen Frau.

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Vita

Marie Gamillscheg, geboren 1992 in Graz, lebt als freie Autorin in Berlin. Veröffentlichungen in zahlreichen literarischen Zeitschriften und Magazinen. Ihr Roman "Alles was glänzt" landete auf der ORF-Bestenliste, wurde für den aspekte-Literaturpreis nominiert und mit dem Österreichischen Buchpreis für das beste Debüt 2018 ausgezeichnet.

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Events

03. Juni 2022

Lesung auf dem Literaturschiff im Rahmen des Bodenseefestivals

18:00 Uhr | Friedrichshafen | Lesungen
Marie Gamillscheg
Aufruhr der Meerestiere

Pressestimmen

»Mit ›Aufruhr der Meerestiere‹ hat Marie Gamillscheg einen sehr kunstvollen zweiten Roman geschrieben, der in die Tiefen der Ozeane und in die Untiefen familiärer Beziehungen entführt.«

Änne Seidel / Deutschlandfunk Kultur (08. April 2022)

»Eine faszinierende Wassermusik von der Un-Möglichkeit der Beziehungen – nicht nur zwischen Mensch und Tier.«

Bettina Hesse / WDR 5 (12. March 2022)

»Mit ›Aufruhr der Meerestiere‹ ist Marie Gamillscheg ein trauriges und hochpoetisches Buch gelungen, ein Roman, der auf zauberhaft-schwermütige Weise mit Motiven des Fließens, Driftens und Strömens spielt, musikalisch-schwebend, leichtfüßig und hoffnungslos zugleich.«

Günter Kaindlstorfer / Ö1 (20. March 2022)

»Ein Erzählwerk, das heilsam verunsichert.«

Ronald Pohl / Der Standard (04. April 2022)

»Das Ergebnis ist ein Roman, der mit großer Sicherheit Gamillschegs Rang als eine der spannendsten jungen Stimmen der deutschsprachigen Literatur zementieren wird.«

Christoph Hartner / Kronen Zeitung (11. March 2022)

»Ein großartiger, heutiger Roman, der zusätzlich mit einem brillanten Stil besticht!«

Angelo Algieri / Literaturhaus Wien (07. March 2022)

»Es ist ein einzigartiger Stil, der Möglichkeiten modernen Schreibens auslotet und gleichsam ein neues Genre kreiert.«

Walter Pobaschnig / literaturoutdoors.com (14. March 2022)

»Eine starke Erzählung über die behutsame und doch schmerzhafte Befreiung einer jungen Frau von Rollenzwängen und prägenden Vergangenheitserlebnissen.«

Weitere Bücher der Autorin