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Alle drei Tage

Warum Männer Frauen töten und was wir dagegen tun müssen
Ein SPIEGEL-Buch

(4)
Hardcover
20,00 [D] inkl. MwSt.
20,60 [A] | CHF 28,90 * (* empf. VK-Preis)
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Weit über 100 getötete Frauen allein in Deutschland pro Jahr: Morde, über die niemand spricht

Jeden Tag versucht in Deutschland ein Mann, seine Frau umzubringen. Alle 3 Tage wird eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Hinzu kommen die Morde an Frauen durch ihnen unbekannte Täter. Diese Verbrechen sind keine Ehrenmorde oder Beziehungstaten, sondern Femizide: Morde, die an Frauen verübt werden, weil sie Frauen sind. Laura Backes und Margherita Bettoni zeigen in diesem aufrüttelnden Buch, dass die Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts auch bei uns ein ernsthaftes gesamtgesellschaftliches Problem ist. Als Familientragödien verharmlost, bleiben viele Frauenmorde verborgen und verdecken die patriarchalen Macht- und Gewaltmuster, die sich tief durch unsere Gesellschaft ziehen. Die beiden Journalistinnen haben mit Überlebenden gesprochen, Experten befragt, die Motive männlicher Gewalttäter untersucht und ihre grausamen Taten hier rekonstruiert. Ihre schockierende Analyse zeigt, dass Femizide uns alle angehen und warum wir jetzt handeln müssen.

»Gewalt gegen Frauen und Femizide sind strukturell und können uns somit alle treffen. Das zeigt das Buch auf sehr eindrucksvolle Weise.«

Deutschlandfunk "Andruck" (01. March 2021)

Hardcover mit Schutzumschlag, 208 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-421-04874-5
Erschienen am  01. March 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Wahnsinnig wichtiges Buch

Von: wortknistern

19.07.2021

"Alle drei Tage - Warum Männer Frauen töten und was wir dagegen tun können" behandelt ein wirklich wichtiges Thema, über das noch viel zu wenig gesprochen wird. Jedes Kapitel behandelt ein anderes Thema, wie zum Beispiel welchem Muster die Taten folgen, welche Männer zu Tätern werden, wie eine neue Rechtsprechung aussehen könnte oder wie über Femizide berichtet wird. Zwischendrin gibt es mehrere Protokolle, in der Betroffene ihre Geschichte erzählen. Diese waren Teils unglaublich heftig zu lesen, haben das Problem aber auch sehr plastisch gemacht. Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen, weil es einen großen Überblick bietet und sich sprachlich locker lesen lässt. Ich persönlich hätte mir aber bei manchen Kapiteln mehr Tiefgang gewünscht. Das Kapitel zur Berichterstattung über Femizide ist gerade mal 8 Seiten lang, ich finde da hätte man - auch weil das Buch insgesamt nicht einmal ganz 200 Seiten umfasst - ruhig noch etwas mehr zu schreiben können. Trotzdem bin ich sehr froh, dass ich es gelesen habe und werde es auch bestimmt noch öfter zu dem Thema empfehlen.

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Femizide

Von: Elena_liest

10.04.2021

Jeden Tag versucht in Deutschland ein Mann, seine Frau umzubringen. Alle drei Tage sind diese Mordversuche von (Ex-)Partnern erfolgreich. Die Morde von fremden Männern an Frauen sind in diesen Zahlen nicht inkludiert. Laura Backes und Margherita Bettoni widmen sich in ihrem Buch "Alle drei Tage: Warum Männer Frauen töten und was wir dagegen tun müssen" genau diesem Thema: den Femiziden. Diese Bezeichnung der Morde an Frauen ist in Deutschland noch lange nicht etabliert, das Wort ist sogar erst seit 2020 im Duden zu finden. Warum das so problematisch ist und wie Femizide in Deutschland von Polizei, Justiz und Medien behandelt werden, wird in diesem Sachbuch von den Autorinnen besprochen. Zudem geben sie einen kurzen Einblick in die Lage anderer Länder bezüglich der Femizide und finden einige Anregungen, wie man Präventionsarbeit leisten kann. Laura Backes und Margherita Bettoni machen zu Beginn des Buches auch klar, dass nicht nur Frauen von Femiziden betroffen sind, sondern beziehen auch Transfrauen und Non-binäre in ihr Buch mit ein. Zwischen den verschiedenen Themen finden sich immer wieder Protokolle von Frauen, die einen Femizid überlebt haben und ihre Geschichte erzählen. Diese Protokolle waren zwar sehr hart zu lesen, gerade deshalb denke ich aber, dass es besonders wichtig war, sie in dieses Buch aufzunehmen. Theoretisch über Femizide zu lesen ist zwar nicht leicht, man kann aber trotzdem noch mit einem gewissen inneren Abstand davon das Buch zur Hand nehmen. Durch die Erzählungen der Frauen werden die Lesenden aber viel mehr involviert, es fällt schwer, da noch wegzuschauen oder das Problem als Einzelfall abzutun. Was ich besonders gut fand, war das Kapitel der Autorinnen über die Berichterstattung in den Medien. Wir kennen sie alle, diese Überschriften: "Beziehungstat" - "Eifersuchtsdrama" - "Familientragödie" und, und, und. Sie alle haben gemeinsam, dass sie den Mord verharmlosen und sogar ein gewisses Verständnis für den Täter schaffen. Dieses Narrativ zieht sich dann bis vor Gericht durch. Deshalb ist es so wichtig, unsere Sprache hinsichtlich der Frauenmorde zu ändern und endlich den in anderen Ländern bereits etablierten Begriff "Femizide" dafür zu verwenden. In Frankreich, Argentinien, Spanien oder Mexiko sind die Menschen aufgrund der Femizide und Gewalt gegen Frauen längst auf die Straße gegangen, sie sind laut geworden und protestieren. In Deutschland geschieht bisher wenig bis nichts dergleichen. Das finden die Autorinnen problematisch - und ich auch. Wir müssen dieses gesellschaftliche und strukturelle Problem endlich offen besprechen und angehen. Auch wenn das Buch mir an vielen Stellen nicht tief genug greift (ich hätte mir in den thematischen Kapiteln ein paar Seiten mehr gewünscht), finde ich, dass es einen sehr guten Einstieg in das Thema Femizide bietet und ein Grundbewusstsein schafft, das dringend notwendig ist. Ich spreche daher eine Leseempfehlung mit Triggerwarnung aus. Darüber hinaus kann ich euch empfehlen, den Podcast "Vergessen: Die Frauenmorde von Juárez" anzuhören. Im Buch werden die Femizide in Mexiko auch kurz thematisiert, im Podcast werden sie vertieft und eindrücklich besprochen.

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Vita

Laura Backes, geboren 1987 im Saarland, hat Politik und Philosophie in Deutschland und Frankreich studiert. Die Autorin lebt in Hamburg und arbeitet seit 2016 beim SPIEGEL, zuerst im Ressort Deutschland, inzwischen als stellvertretende Ressortleiterin in der Kultur. Sie hat regelmäßig über sexuelle Gewalt und Gewalt gegen Frauen berichtet.

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Margherita Bettoni, geboren 1987 in Italien, ist Investigativjournalistin mit den Schwerpunkten Organisierte Kriminalität und sexualisierte Gewalt. Sie ist Co-Autorin der Bücher »Die Mafia in Deutschland. Kronzeugin Maria G. packt aus« (Econ, 2017) und »Corona: Geschichte eines angekündigten Sterbens« (dtv, 2020). Für ihre Recherchen hat sie den Marlies-Hesse-Nachwuchspreis, den Migration Media Award und den Grimme Online Award gewonnen.

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Events

15. Sept. 2021

Laura Backes zu Gast beim ilb Internationales Literaturfestival Berlin

18:00 Uhr | Lesungen
Laura Backes, Margherita Bettoni
Alle drei Tage

Pressestimmen

»Ein Weckruf zur rechten Zeit.«

SWR2 lesenswert Kritik (20. May 2021)

»Rund 200 Seiten keine leichte Kost und gerade deshalb wichtig, sie zu lesen.«

NDR Kultur "Journal" (08. March 2021)

»Das Buch sollte Pflichtlektüre für Innenminister sein.«

der Freitag (15. July 2021)