Bernhard Aichner: Dunkelkammer

Der Auftakt der neuen Reihe um Pressefotograf David Bronski

Es ist Winter in Innsbruck. Ein Obdachloser rettet sich in eine seit langem leerstehende Wohnung am Waldrand. Im Schlafzimmer findet er eine Leiche, die dort seit zwanzig Jahren unentdeckt geblieben war. Ein gefundenes Fressen für Pressefotograf David Bronski. Gemeinsam mit seiner Journalistenkollegin Svenja Spielmann soll er vom Tatort berichten und die Geschichte der Toten recherchieren. Dass dieser Fall jenseits des Spektakulären aber auch etwas mit ihm zu tun hat, verschweigt er.

Seit er denken kann, fotografiert Bronski das Unglück. Richtet seinen Blick auf das Dunkle in der Welt. Dort wo Menschen sterben, taucht er auf. Er hält das Unheil fest, ist fasziniert von der Stille des Todes. Es ist wie eine Sucht. Bronski ist dem Tod näher als allem anderen, er lebt nur noch für seine Arbeit und seine geheime Leidenschaft. Das Fotografieren, analog. Dafür zieht er sich zurück in seine Dunkelkammer. Es sind Kunstwerke, die er hier schafft. Porträts von toten Menschen. Es ist sein Versuch, wieder Sinn zu finden nach einem schweren Schicksalsschlag.

Hier bestellen

Paperback
eBook
€ 17,00 [D] inkl. MwSt. | € 17,50 [A] | CHF 24,50* (* empf. VK-Preis)
€ 12,99 [D] inkl. MwSt. | € 12,99 [A] | CHF 16,00* (* empf. VK-Preis)

Die neuste Krimireihe von Bernhard Aichner

Auch als mehrstimmiges Hörbuch:

In ungekürzter Lesung mit Florian Lukas, Steffen Groth, Cathlen Gawlich und vielen mehr.

00:00
00:00

Jetzt bestellen

Leserstimmen

Rasanter Krimi-Thriller!

Von: book.a.like
11.04.2021

Es war tatsächlich mein erster Aichner. Hier muss ich mich fragen, warum ich solange darauf gewartet hab, ein Buch des Autors zu lesen.
Die Geschichte ist von Anfang an spannend und interessant aufgebaut, durch die kurzen und prägnanten Sätze ohne viel Schnickschnack nimmt die Story nach und nach immer mehr Tempo auf. Ich war unglaublich gefesselt und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Unbedingt wollte ich wissen wie sich das Puzzle zusammen setzt! Auf einen Blick schien alles klar, doch dann kamen noch ein,zwei Wendungen mit denen ich nicht gerechnet habe. Ein spannender, rasanter Krimi-Thriller - der die Abgründe des Menschen und seiner Taten schonungslos aufzeigt. Eine klare Leseempfehlung von mir! Ich bin sehr gespannt und freue mich auf den zweiten Teil der im Juli 2021 erscheint.

Lesen Sie weiter

Auftakt einer spannenden Krimireihe

07.04.2021

Es ist eisigkalt in Innsbruck.
Ein Obdachloser rettet sich vorm erfrieren in eine leerstehende Wohnung.
Doch er ist nicht alleine in der Wohnung. Eine seit 20 Jahre unentdeckte, mumifizierte Leiche liegt im Schlafzimmer.
Der Obdachlose ruft seinen früheren Kollegen, den Pressefotografen David Bronski an.
Bronski wittert gleich eine große Story. Noch ahnt Bronski nicht wie die Tote mit seinem eigenen Schicksalsschlag, den er erlitten hat in Verbindung steht.
Bronski ist immer da wo der Tod ist.
An Unglücksorten macht er seine digitalen Pressefotos, doch danach macht er seine ganz persönlichen Fotos. Analog, mit einer alten Kamera und zu Hause in seiner Dunkelkammer lässt er seine Kunstwerke entstehen.
„Dunkelkammer“ ist der Auftakt zu einer Krimireihe von Bernhard Aichner.
Im Mittelpunkt steht der Pressefotograf David Bronski.
Bronski ist ein ungewöhnlicher und sehr interessanter Charakter.
Seit einem Schicksalsschlag lässt er keine Nähe mehr zu. Die Einzige, die Zugang zu Bronski findet ist seine Schwester Anna Dragic. Sie ist Detektivin und nimmt einen größeren Platz in dieser Story ein. Sie ist ein Fels in der Brandung, auf sie kann Bronski sich zu 100 Prozent verlassen.
So hat es auch die Reporterin Svenja Spielmann, die eine Reportage zu Bronskis Bildern schreiben soll schwer das Vertrauen von Bronski zu gewinnen.
Die Gliederung des Buches ist außergewöhnlich und gut.
Bei jedem 2. Kapitel wohnt der Leser einem Gespräch zweier Personen bei.
Der Fall wird immer undurchsichtiger und verzwickter.
Der Spannungsbogen ist genial gespannt.
Nach 2/3 des Buchs war mir klar wo die Reise hingeht und wie Bronskis Vergangenheit im Zusammenhang steht.
Doch wie es so bei Bernhard Aichner ist, kann man nicht in die Köpfe seiner Protagonisten sehen.
Was gut ist kann böse sein, was böse ist kann gut sein.
Von mir gibt es für diesen außergewöhnlichen Krimi 5 Sterne und ich freue mich jetzt schon auf den 2. Band „Gegenlicht“ der am 26.07. erscheinen wird.

Lesen Sie weiter
Alle anzeigen Rezension schreiben

Hier reinlesen

Er wäre beinahe erfroren in dieser Nacht.
Keine Stunde länger hätte er die Kälte ertragen, sie hätte sich ganz tief in ihn hineingeschlichen, ihn langsam und leise kaputt gemacht.
Der Schnaps wäre seine vermeintliche Rettung gewesen. Er hätte so lange weitergetrunken, bis er nichts mehr gespürt hätte.
Er wäre für immer eingeschlafen. Ein Spaziergänger hätte ihn am nächsten Tag in seinem Zelt gefunden.
Am Boden festgefroren.
Nur noch ein Klumpen kaltes Fleisch.
Ein stilles Ende wäre es gewesen.
Kurt Langer.
Verstorben am 21. Jänner 2021.
Ein obdachloser Spinner, der eineinhalb Wochen am Waldrand in einem Zelt geschlafen hatte. Kurt Langer war überzeugt davon gewesen, dass ihm der Winter nichts anhaben konnte. Doch die Minustemperaturen hatten ihm wehgetan, er war den Steilhang hinuntergerutscht und schließlich über die Brüstung geklettert. Er zweifelte nicht daran, dass es der einzige Weg war, die Pechsträhne in seinem Leben zu beenden. Er tat endlich, wozu er sich seit Tagen zu überreden versuchte.
Kurt traf die Entscheidung gerade noch rechtzeitig, bevor er erfror.
Er nahm einen Stein und schlug das Fenster ein.
Wenig später wäre er bereits zu betrunken dafür gewesen, sich aufzuraffen und in dieses Penthouse einzubrechen.
Das Timing war perfekt.
Seit er sein Zelt nahe des Hangs aufgestellt hatte, war niemand in dieser Wohnung gewesen. Kurt hatte immer wieder hinübergeschaut, an keinem der zehn Tage hatte Licht gebrannt.
Der Wohnblock schmiegte sich an den Hang, von der Straße konnte man die oberste Terrasse nicht einsehen. Ohne Blicke auf sich zu ziehen, schaffte Kurt es über die Brüstung. Ohne zu zögern, schlug er die Scheibe ein.
Das Glas brach.
Er war in Sicherheit.
Endlich hatte er ein Dach über dem Kopf.
Kein Wind, kein Schnee.
Doch es war kühl.
Mehrere Fenster waren gekippt, ein eisiger Luftzug wehte.
Schnell schloss Kurt die Fenster. Er bewegte sich beinahe lautlos.
Obwohl er betrunken war, gelang es ihm, bedacht und vorsichtig vorzugehen. Das Adrenalin steuerte ihn. Er zog seine Schuhe aus, um keine Spuren zu hinterlassen. Er behielt seine Handschuhe an, nahm ein Kissen vom Sofa und schloss das Loch, durch das er seine Hand gestreckt hatte, um die Terrassentür von innen zu öffnen. Er klemmte das Kissen zwischen Scheibe und eine Stuhllehne.
Kurt machte alles richtig.
Er stand im Dunklen.
Nur ein bisschen Mondlicht erhellte den großen Raum.
Er drehte an den Reglern der Heizkörper, hörte das Wasser in den Leitungen, spürte, wie sie sich langsam erwärmten, dann setzte er sich. Holte die Schnapsflasche aus seinem Rucksack und trank. Für den Moment war er einfach nur zufrieden, weil er die Nacht im Warmen verbringen durfte. Er breitete sich einfach auf dem herrlich weichen Sofa aus und deckte sich mit einer Decke zu.
Trank die Flasche leer und schlief ein.
Vierzehn Stunden lang rührte er sich nicht.
Die Sonne schien ihm ins Gesicht, als er aufwachte.
(…)
Er sah es nicht sofort.
Dass irgendetwas nicht stimmte an diesem Ort. Es war ihm zuerst nicht aufgefallen. Dass da überall Staub war. Zentimeterhoch.
Der gedeckte Frühstückstisch. Vertrocknetes Essen.
Ein verdorrter Strauß Rosen.
Kurt versuchte es zu begreifen. Das unnatürliche Bild, das sich ihm bot, zu verarbeiten. Er nahm es wie in Zeitlupe in sich auf.
Schüttelte den Kopf. Leckte sich mit der Zunge die Lippen ab.
Im ersten Moment schob er es auf den Alkohol, machte seine Kopfschmerzen dafür verantwortlich, er schlug sich sogar ins Gesicht. Dann beugte er sich über die Titelseite der Zeitung, die vor ihm lag. Kurt schloss die Augen. Öffnete sie wieder.
Er fragte sich, ob er verrückt geworden war.
Es war das Datum.
Es waren die Fotos.
Ein Politiker, der schon lange nicht mehr im Amt war, schaute betroffen in die Kamera. Er stand zwischen Trümmern und sprach mit Journalisten. Kurt konnte sich noch an alles ganz genau erinnern. Diese Bilder hatten sich in seinem Kopf eingebrannt.
Das Lawinenunglück in Galtür.
Die Zeitung war vom 27.02.1999.
Vier Tage vorher waren in einem Tiroler Bergdorf einunddreißig Menschen gestorben. Schneemassen hatten alles unter sich begraben, Häuser wurden zerstört, Familien auseinandergerissen, das Urlaubsparadies war über Nacht zum Inferno geworden. Überall nur Zerstörung und Schmerz. Die ganze Welt hatte damals darüber berichtet.
Reporter, Kameraleute und Fotografen.
Und Kurt war einer von ihnen.
Mit den ersten Journalisten war er ins Tal geflogen. Wie die Geier waren sie über das Dorf hergefallen, hatten gefilmt, Fotos gemacht, die Angehörigen der Toten vor die Linse gezerrt.
Kurt zitterte.
Der Blick auf die Zeitung katapultierte ihn zurück.
Damals war er ein erfolgreicher Pressefotograf gewesen.
Jetzt war er kaputt. Betäubte sich mit Alkohol. Gierte danach.
Er ging in die Küche.
Öffnete Vorratsschränke, suchte nach Schnaps.
Aber da war keiner.
Nur Frauenkleider, die am Boden lagen.
Ein Rock.
Eine Bluse.
Unterwäsche.
Fallen gelassen vor einundzwanzig Jahren und fünf Tagen.
Niemand hatte die Kleider aufgehoben. Keiner hatte den Tisch abgeräumt. Tassen und Teller abgespült. Unheimlich war es.
Am liebsten wäre er davongelaufen, doch er blieb. Er hasste sich dafür, dass er sich auf all das eingelassen hatte. Hektisch riss er die restlichen Schränke auf, suchte weiter nach Schnaps, doch da waren nur abgelaufene Lebensmittel.
Nudeln. Thunfisch. Cornflakes.
Nüsse. Haltbar bis 12/1999.
Das kann doch alles nicht sein, flüsterte er.
Bis zum Schluss wollte er es nicht wahrhaben.
Es nicht sehen. Dass vermutlich außer ihm noch jemand in der Wohnung war.
Ganz in seiner Nähe.
Kurt betrat das Schlafzimmer.
Er setzte einen Schritt vor den anderen.
Ging auf das Bett zu.
Er sah die vielen braunen Flecken auf den Laken.
Blut.
Ein Massaker musste es gewesen sein.
Kurt starrte den Körper an. Die ledrig braune Haut, die hervorstehenden Knochen. Für einen Moment vergaß er den Alkohol, er stand da, über der Leiche, und würgte. Zum zweiten Mal innerhalb einer halben Stunde wurde er in seine Vergangenheit zurückgeworfen. Es war so, als würde ihn das Schicksal mit Gewalt daran erinnern wollen, dass er früher ein besseres Leben geführt hatte.
Da waren glückliche Tage, die Fotografie, ein gefülltes Bankkonto, der Journalismus, für den er einmal brannte. Alles war wieder da. Denn der Anblick war ihm vertraut.
Anfang der neunziger Jahre in den Ötztaler Alpen.
Ein deutsches Ehepaar war beim Wandern über die Mumie gestolpert.
Kurt war einer der Ersten, der von dem über fünftausend Jahre alten Körper Bilder machte. Ötzi. Die wohl bekannteste Leiche aller Zeiten. Kurt war hautnah dabei, verdiente ein Vermögen damit, seine Aufnahmen gingen um die ganze Welt.
Die Mumie von damals war gut für ihn.
Die Mumie, die jetzt vor ihm lag, war es nicht.
Sie hatte keinen Kopf mehr.
Jemand hatte ihn abgeschnitten.
Kurt verfluchte sich. Diese Nummer war eindeutig zu groß für ihn. Man würde zuerst die Wohnung auseinandernehmen und dann ihn, man würde ihn wegen Einbruchs belangen, ihm endlos Fragen stellen und ihn am Ende auf die Anklagebank zerren.
Kein Schnaps mehr, Gefängnis vielleicht.
Damit hatte er nicht gerechnet. Er geriet in Panik. Verzweifelt versuchte er ein paar klare Gedanken zu fassen.
Da waren nur Fragen.
Keine Antworten.
Wer war diese Frau?
Was war mit ihr passiert?
Warum war ihr Körper nicht verwest?
Warum hatte niemand sie vermisst?
Warum hatte sie in all den Jahren niemand gefunden?
Wer schneidet jemandem einfach den Kopf ab?
Wie war das alles nur möglich?
Kurt erinnerte sich daran, wie gut er einmal darin gewesen war, Schlüsse zu ziehen, den richtigen Antworten hinterherzujagen.
Jetzt aber war er nur noch ein versoffener alter Sack.
Träge und leer, er hatte keine Energie mehr, der Wunsch zu trinken war stärker als alles andere. Er stahl, log und betrog, wenn es nötig war, er hatte jedes Gespür für sich und die Welt verloren. Was früher für ihn ein Volltreffer gewesen wäre, bedrohte ihn jetzt.
Diese Leiche, die vor ihm lag.
Eine Mumie.
Er musste eine Entscheidung treffen. Abwägen, was klüger war. Bleiben oder abbrechen. Die Polizei rufen, oder einfach tun, wozu er hier war. Fieberhaft überlegte er, beinahe panisch lief er durch die Wohnung, suchte weiter nach Schnaps. Kurt war gerade dabei durchzudrehen, als er den Einkaufskorb in der Vorratskammer fand. Er stand in einem Regal neben Konservendosen.
Kurt hätte beinahe alles übersehen.
Eine Geldtasche.
Schokolade und Wein. Sechs Flaschen.
Er suchte einen Öffner, zog den Korken aus der ersten Flasche.
Kurt setzte an und trank. Einen langen Schluck.
Dann noch einen.
Langsam beruhigte er sich.
Dann öffnete er die Geldtasche.
Da waren Kreditkarten, ein paar Scheine und ein Ausweis.
Langsam hörte er auf zu zittern.
Eine Stunde noch dachte er nach. Trank.
Dann wählte er Bronskis Nummer.

Bernhard Aichner: Dunkelkammer

Dein Buchentdecker-Gewinnspiel

Für alle Buchentdecker und Neuanmelder des Buchentdecker-Service,

gewinne mit Bernhard Aichner und dem btb Verlag eine Systemkamera von Olympus OM-D E-M10 MARK III. Wie du gewinnen kannst? Lies die Leseprobe und beantworte die Frage unten und schon landest du im Lostopf.

Einsendeschluss: 09.05.2021
Die Kamera wird Dir nach der Auslosung zugesandt.

Und so geht’s:
Melde dich beim Buchentdecker-Service an und nimm regelmäßig und kostenlos unsere Leistungen in Anspruch. Wenn du bereits Buchentdecker bist, erhältst du die Leistungen des Buchentdecker-Service wie bisher und kannst einfach durch die nochmalige Eingabe deiner Daten unten am Buchentdecker-Gewinnspiel teilnehmen.

Ja, ich möchte mich zu meinem persönlichen und kostenlosen Buchentdecker-Service anmelden und folgende Leistungen der Penguin Random House Verlagsgruppe erhalten:

  • Newsletter der Penguin Random House Verlagsgruppe mit persönlich auf meine Interessen zugeschnittenen
    • Buch- und Hörbuchtipps
    • limitierten und exklusiven Angeboten
    • Informationen zu Veranstaltungen der Autoren
    • Einladungen zur Teilnahme an Gewinnspielen und Aktionen
  • Zu mir passende Webseiteninformationen einschließlich Aktionen, Angeboten und Gewinnspieleinladungen; hinsichtlich der Webseiteninformationen beachten Sie bitte die diesbezüglichen Bestimmungen in der Datenschutzerklärung.
  • Möglichkeit, jederzeit anzupassen, welchen oder welche Newsletter ich erhalten möchte

Welchen Job hatte Kurt Langer bevor er obdachlos wurde?

Meine Daten:

Die Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH als Verantwortlicher verarbeitet deine angegebenen personenbezogenen Daten ausschließlich zur Erfüllung der Vereinbarung über den Buchentdecker-Service. Alle weiteren Informationen zum Datenschutz und deine diesbezüglichen Rechten findest du in der Datenschutzerklärung.

Ich bin mit den Vertragsbestimmungen des Buchentdecker-Services sowie den für alle Gewinnspiele der Penguin Random House Verlagsgruppe geltenden Gewinnspielteilnahmebedingungen einverstanden und möchte den Buchentdecker-Service bestellen.

Vielen Dank für deine Teilnahme am Buchentdecker Gewinnspiel

Deine Teilnahme an unserem Gewinnspiel war erfolgreich.

Solltest du bislang noch nicht beim Buchentdecker-Service angemeldet gewesen sein, danken wir für deine Anmeldung.
Wir bestätigen dir hiermit zugleich den Abschluss der Vereinbarung zum Buchentdecker-Service.

Als Neuanmelder erhältst du in wenigen Minuten eine E-Mail von uns mit einem Bestätigungslink. Bitte klicke in dieser E-Mail auf den darin enthaltenen Link, um den Buchentdecker-Service zu aktivieren. Außerdem nimmst du automatisch an dem Buchentdecker-Gewinnspiel teil.

Viel Vergnügen mit unserem Buchentdecker-Service wünscht
Dein Team von randomhouse.de

Bernhard Aichner
© Ursula Aichner

Bernhard Aichner

Bernhard Aichner (1972) lebt als Schriftsteller und Fotograf in Innsbruck. Er schreibt Romane, Hörspiele und Theaterstücke. Für seine Arbeit wurde er mit mehreren Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet, zuletzt mit dem Burgdorfer Krimipreis 2014, dem Crime Cologne Award 2015 und dem Friedrich Glauser Preis 2017.

Die Thriller seiner "Totenfrau"-Trilogie standen monatelang an der Spitze der Bestsellerlisten. Die Romane wurden in 16 Länder verkauft, u.a. auch nach USA und England. Mit "BÖSLAND" und "DER FUND" schloss er 2018 und 2019 an seine internationalen Erfolge an.

Bernhard Aichner im Interview

Über Bronski, seine Inspiration zur neuen Krimireihe und was im Leben wichtig ist

Ein neuer Krimiheld betritt die deutschsprachige Bühne. David Bronski. Mit wem bekommen wir es zu tun?
David Bronski, von jedem – auch von seiner Familie – nur Bronski genannt, ist Mitte vierzig, lebt allein, steht nur mit seiner Schwester Anna regelmäßig in Kontakt. Er ist in Tirol aufgewachsen, hat dort seine Karriere als Pressefotograf begonnen und ist irgendwann nach Berlin gezogen, wo er für eine renommierte deutsche Tageszeitung arbeitet. Er ist unzugänglich, von Schicksalsschlägen gebeutelt. Aber hinter seiner rauen Schale steckt ein großer weicher Kern.

„Ich fotografiere tote Menschen“ – dieses Zitat Bronskis stellen Sie dem ersten Band voran. Was hat es damit auf sich?
Vor zwanzig Jahren hat Bronski seine Tochter verloren, sie war vier Monate alt, als sie spurlos verschwand. Vor sieben Jahren hat sich seine große Liebe Mona das Leben genommen und ihn mit dem Schmerz alleingelassen. Seither hat Bronski nur noch seine Arbeit. Und eine geheime Leidenschaft: Es ist ein bizarres Hobby, das er betreibt, ein Zwang, eine Sucht, wenn man so will. Er widmet sich dem Unglück anderer Menschen und hält es in Bildern fest. Dort, wo Menschen sterben, taucht er auf und macht Fotos. Nicht nur von den Schauplätzen, sondern auch von den Toten. Analoge Bilder vom Sterben. Er zieht sich zurück in seine Dunkelkammer und entwickelt sie. Bilder von toten Menschen.

Was ist es, das ihn daran so fasziniert?
Ich habe Bronski eine alte Tradition aufgreifen lassen, die Post-mortem-Fotografie. Diese Form der Fotografie hat eine sehr lange Geschichte. Im viktorianischen Zeitalter Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Toten noch ein letztes Mal in Szene gesetzt, so als würden sie noch leben. Man zog zum Beispiel kleinen Kindern ihr schönstes Gewand an, frisierte sie und fotografierte sie inmitten von Spielzeug und ihren Geschwistern. Man wollte die Toten noch einmal lebendig zeigen und dieses Bild dann konservieren, bevor sie für immer verschwanden.
Heute hat sich das ja sehr gewandelt. Man verabschiedet sich wieder öfter von den Toten am offenen Sarg, man möchte sie noch ein letztes Mal sehen, bevor sie bestattet werden. Man will also begreifen und sicher sein, dass sie tot sind, um den Verlust verarbeiten zu können.

Worum geht es in Dunkelkammer?
Ein spektakulärer Mordfall führt Bronski zurück in seine alte Heimat Tirol. Durch Zufall findet ein Obdachloser bei einem Einbruch eine Leiche. Sie ist nackt, mumifiziert und enthauptet. Seit zwanzig Jahren unentdeckt liegt sie in einer Wohnung am Stadtrand. Pressefotograf Bronski soll darüber berichten, wird aber selbst in den Fall verwickelt. Gemeinsam mit Reporterin Svenja Spielmann, die ihm trotz Widerwillen zur Seite gestellt wird, begibt er sich auf eine Reise in die Vergangenheit, die – so hat es den Anschein – auch zu Bronskis verschwundener Tochter führt. Denn bei der Toten wird ein Foto von ihr gefunden.

Sie sind ja selbst Fotograf. Wie viel Bernhard Aichner steckt in David Bronski?
Zu meinem neuen Helden spüre ich eine besondere Nähe. Bevor ich Anfang der Nullerjahre in die Werbefotografie einstieg, war ich jahrelang als Pressefotograf für den Kurier, der zweitgrößten Tageszeitung Österreichs, tätig. Dort habe ich das journalistische Handwerk erlernt und war im Besonderen von der Polizeifotografie fasziniert, bei der es um Unfälle, Raub, Mord oder Naturkatastrophen ging.
Für die Heldin der Totenfrau-Trilogie durfte ich in einem Bestattungsinstitut mitarbeiten, um mich besser in den Beruf meiner Heldin Blum hineinversetzen zu können. Für die Max-Broll-Reihe hob ich ein Grab aus, um nachfühlen zu können, was die Arbeit eines Totengräbers ausmacht. Für Bronski musste ich einfach in meine eigene Vergangenheit zurückschauen und mich an all das erinnern, was mich damals so fasziniert hat. Dass ich mich jahrelang in diesem Milieu bewegt habe, hilft beim Schreiben sehr. Die vielen Erfahrungen, die ich in dieser Zeit gemacht habe, lasse ich natürlich miteinfließen. Und am Ende bereitet es mir wahnsinnig viel Vergnügen, meine beiden Leidenschaften – das Schreiben und die Fotografie – in den Bronski-Krimis zusammenführen.

Ein Fotograf, der auch schreibt? Oder ein Schriftsteller, der auch fotografiert?
Es war immer mein größter Traum, Schriftsteller zu werden, vom Schreiben leben zu können. Mit vierzehn habe ich mir das in den Kopf gesetzt, knapp dreißig Jahre später ist der Traum wahr geworden. Mit Totenfrau, meinem siebten Roman, ist der Durchbruch gelungen. Ich habe Germanistik studiert, Texte zerlegt, so wie Mechaniker Autos zerlegen, ich habe verstanden, wie ein guter Text gebaut ist, habe ein Gefühl für Literatur bekommen und mit den Jahren versucht, meinen eigenen Ton zu finden.
Das mit der Fotografie entwickelte sich parallel. Ich habe während des Studiums in einem Fotolabor gearbeitet und die Leidenschaft für das Erzählen in Bildern entdeckt. Ich habe wie ein Besessener fotografiert und geschrieben, fünfzig Stunden in der Woche habe ich Fotos gemacht und digital bearbeitet, in der Nacht war ich Autor. Ich habe an zwei beruflichen Karrieren gleichzeitig gearbeitet. Und es waren zwei Berufe, die sich gegenseitig gutgetan haben. Der fotografische Blick beim Schreiben und das Erzählende in der Fotografie – beides ist bis heute untrennbar miteinander verbunden.

Die drei letzten Bücher – Der Fund, Bösland, Kaschmirgefühl – waren geografisch nicht verortet. Die neue Reihe spielt in Berlin, aber zum Teil auch, wie die Totenfrau-Trilogie, in Ihrer Heimat Tirol.
Genauso wie es mir wichtig war, dass die Hauptfigur meiner neuen Reihe mit mir und meinem Beruf als Fotograf zu tun hat, war es mir wichtig, die Romane dort zu verorten, wo auch ich als Fotograf tätig bin. Bronski lebt zwar mittlerweile in Berlin, wo er sich nach einem schweren Schicksalsschlag eine neue Existenz aufgebaut hat, aber er kehrt nach Innsbruck zurück. Wie es scheint, durch Zufall. Am Ende lenkt ihn aber doch das Schicksal. Und in letzter Konsequenz wohl ich. (Lacht.)

Sie haben in Dunkelkammer auch reale Ereignisse verarbeitet, wie den Ötzi-Fund oder das Lawinenunglück von Galtür.
Das sind zwei Themen, die mich damals sehr bewegt haben: Die Gletscherleiche Ötzi, die älteste bekannte menschliche Mumie, älter noch als die Mumien in Ägypten, wurde 1991 in Südtirol gefunden. Das war zwar vor meiner Zeit als Pressefotograf. Ich habe während meines Germanistikstudiums in einem Fotolabor gearbeitet, dort war ich es, der die ersten Fotos von Ötzi entwickelte. Der Fotograf, der als Erster am Gletscher vor Ort gewesen war, kam zur Tür hereingestürmt und sprach von einer Sensation, und davon, dass er Jahrhundertfotos gemacht hatte.
Mein Interesse an der Pressefotografie war geweckt. Man ist immer auf der Jagd nach dem perfekten Bild, man sieht Dinge, die den anderen – oft sogar dauerhaft – verborgen bleiben. Und diese Leiche hat mich derart fasziniert, dass ich damals Abzüge für mich gemacht und diese mit nach Hause genommen habe, um sie mir dort heimlich anzusehen. Ich hatte das Gefühl, dass ich der weltberühmten Mumie näher war als alle anderen. Spooky war das, aber wahnsinnig spannend. (Lacht.) Nicht ohne Grund ist die erste Leiche, mit der Bronski in Dunkelkammer zu tun hat, eine seit zwanzig Jahren vermisste Frau, die mumifiziert ist. Gefunden wird sie übrigens in einem Haus ganz in der Nähe von unserer Wohnung. Auf meiner täglichen Morgenrunde mit dem Hund habe ich mir zur Freude unserer Nachbarn ein Haus ausgesucht, in der die Leiche zwanzig Jahre im Verborgenen gelegen ist.

Und die Lawinenkatastrophe in Galtür?
Galtür hat mich lange Zeit nicht losgelassen. Eigentlich bis heute nicht. Deshalb taucht es auch in Dunkelkammer wieder auf.
1999, als das Unglück passierte, war ich bereits seit einigen Jahren als Pressefotograf tätig. Als ich mit den ersten internationalen Journalisten nach Galtür geflogen wurde, war ich schockiert von dem Ausmaß der Zerstörung und wie verheerend und mit welcher Wucht der Tod über das Dorf gekommen war. 31 Menschen sind erstickt, wurden zerdrückt, erschlagen oder lebendig begraben. Drei Tage vor dem Unglück war ich noch für eine Reportage über von Schneemassen eingesperrte deutsche Urlauber vor Ort gewesen. Die Straßen waren gesperrt, nur über den Luftweg konnte man ins Tal. Die Redaktion hatte mich einfliegen lassen, ich machte mir ein Bild, zog recherchierend durch einen verschneiten Ort, sprach mit beunruhigten Touristen, fotografierte sie. Keine Sekunde rechnete ich damit, dass ihnen etwas zustoßen könnte.

Sie sind bekannt für Ihre starken Frauenfiguren. Nach der Totenfrau-Trilogie haben Sie auch Der Fund stark weiblich besetzt. War von Anfang an klar, dass die Figur dieses Mal männlich sein wird?
Tatsächlich war der Held der neuen Reihe ebenfalls als Frau angelegt, aber da die Figur so viel mit mir und meiner früheren Arbeit zu tun hat, wurde irgendwann während des Schreibens ein Mann daraus. Starke Frauen dürfen aber in meinen Romanen auf keinen Fall fehlen. Neben Bronskis Schwester Anna, die als Privatdetektivin arbeitet, spielt auch Svenja eine Hauptrolle. Sie ist Reporterin und ermittelt mit Leidenschaft an Bronskis Seite. Zudem zieht seine Chefin Regina im Hintergrund die Fäden und Bronskis Tochter sorgt für Spannung. Bronski ist zwar augenscheinlich der Star der Geschichte, aber er würde ohne diese großartigen Frauen mit Bomben und Granaten untergehen.

Keines Ihrer Bücher kommt ohne Liebesgeschichte aus. Können wir auch in der neuen Reihe mit diesbezüglichen Verstrickungen rechnen?
Ich bin ein heilloser Romantiker. Liebesgeschichte und Krimi – das ist für mich kein Widerspruch. Ich bin immer bemüht, dass es in meinen Büchern trotz Düsternis am Ende ein Happy End gibt. Liebe und Tod sind schon immer Grundmotive in der Literaturgeschichte gewesen und für mich untrennbar miteinander verbunden. Keines der Bücher, die ich bisher geschrieben habe, kommt ohne romantische Verstrickungen aus. „Schmusen“ ist das Wichtigste für mich im Leben. Sollte es auch für alle anderen sein. (Lacht.) In diesem Fall war es aber eine besondere Herausforderung, denn der Held hat zu Beginn des Romans seine große Liebe ja bereits verloren. Ich habe ihm ein krasses Schicksal auf den Leib geschrieben und ihm viel angetan. Und deshalb steht es in meiner Verantwortung, der Figur, die mir wichtig ist, auch Liebe zu schenken. Ich habe ihm folglich jemanden zur Seite gestellt, der auf ihn aufpasst und mit der er vielleicht längerfristig auch glücklich werden kann.

Sie verhandeln in Ihrem Roman ein schwerwiegendes Thema: Kindesentführung. Es ist eine große Ungeheuerlichkeit, die Bronskis Familie passiert.
Wenn einem das eigene Kind genommen wird, tut sich eine Wunde auf, die sich wohl nie wieder schließen lässt. Ich habe etwas Unfassbares geschehen lassen: Einer Mutter und einem Vater wird ihr Baby gestohlen, so als wäre es ein Portemonnaie. Eine tiefe Lücke tut sich auf, in der Bronski und seine Frau beinahe für immer verschwinden. Die Entführung seines Kindes ist für Bronski der Grund, warum er seinen Blick auf das Unglück und das Dunkle in der Welt richtet. Es tröstet ihn. Macht ihn aber gleichzeitig kaputt. Trotz all der Liebe und Emotionalität, denen ich in meinen Romanen Platz einräume, gibt es in Dunkelkammer das Böse in einer Form, in einer Perfidität, mit der Bronski kaum zurechtkommen kann.

Wie gehen Sie mit Gewalt in Ihren Romanen um?
Wie in allen meinen Krimis findet auch in Dunkelkammer Gewalt statt, aber es wird konsequent keine Gewalt zelebriert, sondern auf einer Ebene belassen, auf der sie noch erträglich ist. Ich finde es viel spannender, den Leserinnen und Lesern selbst zu überlassen sich auszumalen, was genau da passiert. Denn in den Köpfen der Leserschaft geht es dann meist noch viel brutaler zu, als ich es jemals beschreiben könnte. Mich interessiert mehr die Psychologie der Täter, warum die Menschen die Dinge tun, die sie tun. Psychische Gewalt ist außerdem ja oft viel grausamer als körperliche Gewalt und wirkt sich auf die Opfer nachhaltiger und verheerender aus.
Es macht mir aber zugegebenermaßen sehr viel Freude, dem Dunklen zu begegnen, mich in die Gegenspieler meiner Helden hineinzuversetzen und mir zum Beispiel die Frage zu stellen, warum jemand zum Mörder wird und diese eine Grenze überschreitet, die für uns andere tabu ist.

Was macht den Tod für Sie so faszinierend?
Der Tod ist ein Hauptdarsteller in unserer Mitte, über den man aber nicht spricht. Er ist immer da, er spielt eine zentrale Rolle in unserer aller Leben, gleichzeitig will sich aber niemand mit ihm auseinandersetzen. Das hat eine enorme Faszination auf mich, seit vielen Jahren. Ich lasse die Hauptfigur in Dunkelkammer deshalb auch das Unmögliche versuchen, nämlich in Form von Bildern dem Tod näherzukommen, ihn festzuhalten. Bronski fotografiert tote Menschen. Das ist anziehend und abstoßend zugleich.

Auch Sie waren dem Tod schon näher, als Ihnen vielleicht lieb war. Wie Sie selbst gesagt haben, sind Sie ihm einmal von der Schippe gesprungen.
Der Tod ist mir in vielen – angsteinflößenden und verstörenden – Facetten begegnet. Freiwillig und unfreiwillig. Als Ministrant am Friedhof, als Fotolaborant beim Entwickeln grausamer Bilder für den Blutfotografen, und als junger Vater, als ich in Thailand mit viel Glück den Tsunami überlebt habe. Ich empfand es als ein Wunder, dass ich damals mit dem Leben davongekommen bin.

Was ist das Wichtigste in Ihrem Leben?
Meine Frau. Meine Kinder. Die Liebe. Und als Nächstes kommt das Schreiben. Es gibt kaum etwas Schöneres für mich, als Figuren und Geschichten zu erfinden, Beziehungen und Emotionen zum Leben zu erwecken. Ich möchte die Leserinnen und Leser mit meinen Geschichten berühren, sie zum Lachen und Weinen bringen. Ich möchte sie fesseln und ihnen schlaflose Nächte bereiten. Mein Fokus liegt auf dem Zwischenmenschlichen. Eine Achterbahnfahrt muss es sein, sie sollen den Figuren so nahe wie möglich kommen. Sie sollen ihnen gerne folgen. Und das Wichtigste für mich: Sie müssen sie mögen.

Man hat das Gefühl, dass Sie immer wieder neu auf der Suche nach jenem Stil sind, der am besten zu Ihren Geschichten passen. Was ist diesmal neu?
Ich bemühe mich, immer wieder neu und anders zu erzählen, meinem Schreiben eine neue Facette hinzuzufügen. Auch jetzt hatte ich wieder große Freude daran, an einer neuen Struktur zu basteln, denn die Form eines Romans ist ja genauso wichtig wie der Stil, der Sound und der Plot einer Geschichte.
In den Bronski-Romanen folgen wieder alternierend Prosa- auf Dialogkapitel. Dialoge sind mächtige Geschwindigkeitsbeschleuniger, sie ermöglichen den Leserinnen und Lesern, unmittelbar und hautnah am Geschehen teilzuhaben. Dialoge haben in meinen Büchern der letzten Jahre immer größeren Raum bekommen, weil sie so unmittelbar das ausdrücken, was man als Autor sonst oft umständlich beschreiben muss. Als Leserin und Leser ist man direkt am Schauplatz, kein Erzähler verwässert die Situation, es wird nicht bewertet oder interpretiert. Fakt ist, was gesagt wird. Das zieht in die Geschichte rein und macht Tempo.
Die Prosakapitel dazwischen sind zudem aus verschiedenen Perspektiven geschrieben, sodass Nähe zu allen Figuren geschaffen wird, aber ganz besonders zu Bronski, der – ganz neu in meinen Romanen – als Icherzähler auftritt und somit noch unmittelbarer Einblick in die Story, aber auch in sein Innenleben gibt.

Dunkelkammer liest sich wie viele Ihrer Romane wie ein Drehbuch. Sind Verfilmungen Ihrer Bücher geplant?
2021 wird Totenfrau von NETFLIX und ORF als Serie verfilmt. Die Produzenten Wolfgang und Benito Müller von Barry Films haben das möglich gemacht. Es ist wahnsinnig spannend für mich zu sehen, wie aus der Buchreihe eine Serie wird. Als ich die Drehbücher gelesen habe, war ich beglückt. Das Ganze ist toll gemacht und wird zu meiner großen Freude in Tirol gedreht.
Und auch die Max-Broll-Krimis werden verfilmt. ORF und ZDF sind am Start, der erste Film ist bereits im Kasten, weitere werden folgen. Jürgen Vogel und Laurence Rupp spielen die Hauptrollen und mein lieber Freund Harald Sicheritz führt Regie. Ich war bei der Produktion stark eingebunden und von Anfang an bei allen Entscheidungsprozessen dabei. Das war wahnsinnig aufregend für mich, beratend bei der Entstehung des Drehbuchs involviert zu sein, mit Harald Sicheritz bei einer Flasche Wein über die Besetzung nachzudenken und beim Dreh selbst als Notarzt in Erscheinung zu treten.

Neben Ihrer Arbeit als Autor sind Sie auch als Veranstalter tätig. Sie zeichnen für drei sehr erfolgreiche Krimifestivals in Österreich verantwortlich.
Mein Freund, der Haymon-Verleger Markus Hatzer, und ich, wir haben uns 2016 vorgenommen, das größte Krimifestival Österreichs aus dem Boden zu stampfen. 2017 starteten wir mit dem Krimifest Tirol. Die Resonanz war überwältigend. Über 3.300 Lesebegeisterte in sechs Tagen, 32 Veranstaltungen an 28 Schauplätzen, und mehr als 30 internationale und nationale Krimigrößen präsentierten ihre Bücher. 2018 gingen wir in Tirol ins zweite Jahr und planten bereits die Expansion. 2019 feierten wir in Kärnten das Krimifest Wörthersee. Und auch im Raum Wien, in Nieder- und Oberösterreich haben wir mit Thalia einen weiteren starken Partner gefunden. Das Krimifest bei Thalia ist unser drittes Festival. Mit insgesamt über 80 Veranstaltungen bieten wir der Kriminalliteratur in Österreich eine große Bühne.

Ist bereits ein zweiter Band der Bronski-Reihe in Planung?
Der zweite Band ist bereits fertig und erscheint im Sommer 2021, bereits wenige Monate nach Band eins. Wir wollen all jene, die sich in Bronski verliebt haben, nicht so lange auf ein Wiedersehen warten lassen. (Lacht.) Der dritte Band ist gerade in Arbeit. Ideen für Band vier und fünf gibt es auch schon. Wie viele Bände es insgesamt geben wird, weiß ich noch nicht, aber ich bin mir sicher, dass Bronski und die starken Frauen an seiner Seite mich und die Leserinnen und Leser noch viele Jahre begleiten werden.

Unser Service-Angebot für Sie:

Jetzt ein Buch Buy local Für das Wort und die Freiheit #FreeWordsTurkey