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Drei Fragen an Anne Eekhout zu ihrem Roman »Mary«

Was fasziniert Sie an Mary Shelley?

Anne Eekhout
© Keke Keukelaar
Als ich vor ein paar Jahren in Rom war, habe ich das Keats-Shelley-Haus besichtigt, ein kleines Museum, das einigen englischen Dichtern der Romantik gewidmet ist. Dort habe ich entdeckt, dass die berühmte Horrorgeschichte „Frankenstein“ das Ergebnis eines Schreibwettbewerbs zwischen Lord Byron, Percy Shelley und Mary Shelley ist. Das Paar besuchte im Jahr 1816 seinen Freund Byron in der Villa am Genfer See. Aufgrund eines Vulkanausbruchs auf der indonesischen Insel Sumbawa war der Sommer in diesem Jahr miserabel und brachte monatelang Regen, Aschewolken und Gewitterstürme über große Teile von Europa mit sich. Später wurde dieses Jahr auch als „das Jahr ohne Sommer“ bezeichnet.
Die Freunde saßen Nacht für Nacht am Kaminfeuer, tranken mit Laudanum versetzten Wein und lasen sich Gespenstergeschichten vor. Als Lord Byron einen Schreibwettbewerb vorschlug, begann Mary, „Frankenstein“ zu schreiben. Sie war damals erst 19 Jahre alt, und es ist bemerkenswert, dass eine so junge Frau eine der fesselndsten, intelligentesten und berühmtesten Geschichten aller Zeiten geschrieben hat. Und das, obwohl sie in einer Zeit lebte, in der das ernsthafte Schreiben von Männern dominiert war. Das macht ihre Leistung umso eindrucksvoller.

Wie sind Sie beim Schreiben vorgegangen?

Ich habe ausgiebige Recherche betrieben. Zuerst habe ich viel über Mary Shelley gelesen, weil ich wissen wollte, ob es etwas gibt, worüber noch nicht geschrieben wurde. Es gibt ja bereits sehr viele Bücher und Filme über ihr Leben. Glücklicherweise habe ich einige faszinierende Sachen gefunden, über die noch nicht berichtet wurde.
Als Mary 14 Jahre alt war, verbrachte sie einige Monate in Dundee in Schottland, wo sie die 17-jährige Isabella kennenlernte, die eine enge Freundin wurde. Es wird sogar gemunkelt, dass die Beziehung über eine reine Freundschaft hinausging. Mary sagte immer, dass die Zeit in Dundee sehr wichtig für die Entwicklung ihrer Vorstellungskraft war. Und stellen Sie sich vor: Genau über diese Zeit gibt es kaum Aufzeichnungen. Ihr Tagebuch, ihre Briefe – alles verschwunden. Seltsam, oder? Das ist natürlich ein großer Verlust, aber ein großartiger Schatz für eine Schriftstellerin. So war es mir möglich, die Fakten mit meiner eigenen Fantasie zu verbinden und Mary Shelleys Geschichte und die Entstehung ihres „Frankenstein“ auf eine Art zu erzählen, die ihr hoffentlich gefallen hätte.

Wie modern ist Mary Shelley heute noch?

Mary war ihrer Zeit voraus. Sie hat nicht nur eine der ersten Horrorgeschichten geschrieben, „Frankenstein“ ist auch der allererste Science Fiction Roman überhaupt. Das ist eine herausragende Leistung. Umso mehr, wenn man bedenkt, dass sie erst 19 Jahre alt war. Zu dieser Zeit war es für eine Frau nicht nur sehr unüblich, über solch entsetzlichen Dinge zu schreiben, es war regelrecht verpönt. Aber sie hat es getan, ungeachtet der öffentlichen Meinung. Und mehr als zweihundert Jahre später ist der Roman immer noch genauso mitreißend, schön und wunderbar wie damals. Für mich ist Mary Shelley eine Inspiration für Frauen aller Zeiten: Lass dich niemals von den Erwartungen anderer einschränken.

© btb Verlag / Abdruck nur nach Rücksprache mit dem Verlag

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Anne Eekhout

»Mary« ist eine Ode an die Phantasie, eine Geschichte über die Schöpfung, über die untrennbare Verbindung zwischen Phantasie und Realität.

Im Januar 1816 hat Mary Shelley, gerade einmal achtzehn Jahre alt, die Geschichte von Frankensteins Monster erschaffen, eine der außergewöhnlichsten, einflussreichsten und faszinierendsten Horrorgeschichten der Weltliteratur.

Es ist der Sommer, den Mary mit ihrem Geliebten Percy Shelley, ihrem neugeborenen Sohn William und ihrer Stiefschwester Claire bei Lord Byron und John Polidori am Genfer See verbringt. Draußen toben Gewitter, nachts sitzen die Freunde am Feuer, trinken mit Laudanum versetzten Wein und lesen sich Gespenstergeschichten vor. Als Lord Byron eines Abends vorschlägt, jeder solle selbst eine Gruselgeschichte schreiben, erinnert sich Mary an einen Sommer in Schottland, als sie und ihre Freundin Isabella den mysteriösen Mr. Booth kennenlernten, einen wesentlich älteren Mann voller Charme und düsteren Geheimnissen …

Erscheint am 21. September 2022

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