Theresa Leisgang, Raphael Thelen

Zwei am Puls der Erde

Der schmerzhaften Hilflosigkeit der heutigen Zeit entfliehen, radikal denken, einen Weg aus der Klimakrise finden – um das zu tun, brachen Theresa Leisgang und Raphael Thelen zu einer Reise quer durch alle Klimazonen von Südafrika bis zum nördlichen Polarkreis auf. Nach 3.000 Kilometern wurde die Krise persönlich, zwang die beiden zur Umkehr und zu einer Einsicht, die sie nicht länger verdrängen wollten: dass nicht nur das Klima kollabiert, sondern eine ganze Kaskade von Katastrophen die Zukunft bedroht – Pandemien, Waldbrände, Hitzewellen, Unwetter, Hungersnöte. Und dass sie selbst Teil des patriarchalen Systems sind, das diese Krisen verursacht. Theresa und Raphael begannen eine radikale Selbstbefragung, trafen ökofeministische Künstler*innen, Denker*innen und Aktivist*innen und fanden eine Antwort: sich ehrlich machen, Widerstand und Neuanfang auch zu verkörpern, ist nicht nur die einzige Chance, die Zerstörung der Erde aufzuhalten – es fühlt sich auch wunderbar befreiend an.

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"Zwei am Puls der Erde" von Theresa Leisgang und Raphael Thelen

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Wir stehen mit klopfendem Herzen an einer Straßenecke am Brandenburger Tor, und der Tag hält alles bereit, um bald als historisch zu gelten. Seit Stunden schon zieht die Demonstration von Fridays for Future durch Berlin: Schülerinnen, die selbstgemalte Schilder in die Höhe recken und immer wieder skandieren: »We are unstoppable – another world is possible!« Wir sind unaufhaltsam – eine andere Welt ist möglich. Es ist nicht ihre erste Demo, seit Monaten geht das so. Auf unseren Handys taucht die Nachricht auf, dass fast anderthalb Millionen Menschen deutschlandweit protestieren, weltweit gehen noch viele mehr auf die Straßen. Wir beide stehen mittendrin, doppelt so alt wie viele der Demonstrantinnen, und trotzdem ist es überwältigend schön: Endlich passiert etwas. Zeitgleich sitzen im Kanzleramt die Spitzen der Koalitionsparteien zusammen, um über neue Maßnahmen für den Klimaschutz zu beraten, so nah, dass sie die Rufe der Schülerinnen hören müssten – ausreichend Motivation, um die vielen Versprechen der vergangenen Monate einzulösen, die notwendige Politik zu machen, Geschichte zu schreiben: Kohleausstieg, CO₂-Steuer, dreckige Subventionen abbauen, regenerative Energien ausbauen, und zwar in Deutschland, Verkehrswende, Tempolimit auf Autobahnen, fahrradfreundliche Städte, Förderung regenerativer Landwirtschaft, Auflagen für den Bausektor, mehr Mittel für Anpassungsmaßnahmen im Globalen Süden. Dann kommt die nächste Nachricht aufs Handy. Das sogenannte Klima-Paket sei verabschiedet, die Maßnahmen lesen sich wie ein schlechter Witz, völlig unzureichend, um das Leben auf
unserem Planeten zu schützen. Es fühlt sich an, als täte sich in der Realität ein Riss auf, ein Abgrund zwischen all den idealistischen Demonstrantinnen vor uns und der Meldung auf dem Smartphone, und als stürzten wir kopfüber in diesen Abgrund hinein: Vielleicht war es naiv, immer noch daran zu glauben,
aber war das nicht mal das große demokratische Versprechen unserer Gesellschaft? Wenn Bürgerinnen für ein wichtiges Anliegen in großer Zahl und friedlich auf die Straße gehen, dann wird die Regierung das irgendwie berücksichtigen. Zumal bei einem Thema wie der Klimakrise. Vor unseren Augen ziehen jene vorbei, denen die Zukunft gehört, und sie fordern nichts, als dass sie einen lebensfähigen Planeten erben werden. Hätten die Tagesthemen am Abend also neue, wirksame Maßnahmen verkündet, untermalt mit den Bildern der demonstrierenden Menschen – wer hätte sich dem ernsthaft entgegenstellen wollen? Doch die Chance ist vertan. Wir fühlen uns niedergeschlagen und fragen uns, wie es jetzt weitergehen soll, und auch, ob wir selbst genug unternommen haben.

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Interview mit Theresa Leisgang & Raphael Thelen

Theresa und Raphael, welcher Moment ist euch von der Reise besonders in Erinnerung geblieben?

Theresa: Als Zyklon Idai Anfang 2019 auf die Küste von Mosambik getroffen ist, hat er unzählige Häuser zerstört, viele Menschen haben ihr Leben verloren. Zum einjährigen Jahrestag waren wir vor Ort und haben das kleine Dorf Nhangau besucht. Als wir durch die Tür des kleinen Versammlungshauses getreten sind, wurden wir von einer Gruppe Frauen begrüßt, die uns erzählt haben, wie brutal der Zyklon und der Hunger danach war. Aber sie standen nicht da und haben gejammert, sondern waren ziemlich selbstbewusst.

Wieso das?

Raphael: Die Frauen hatten sich schon in der Zeit vor dem Zyklon zu einem feministischen Frauennetzwerk zusammengeschlossen. Nach dem Sturm haben sie angefangen, Nothilfe zu organisieren und sich gegenseitig zu helfen, deshalb hat die Krise sie nicht so hart getroffen. Aber vor allem gab es ihnen das Gefühl, selbst die Kontrolle über ihr Schicksal zu haben.

Ihr schreibt in eurem Buch, dass das Klima kein Zukunftsthema ist, dass die Krise schon da ist. Was meint ihr damit?

Theresa: Ganz genau das. Mehr Stürme, mehr Waldbrände, mehr Dürren - in vielen Teilen der Welt kämpfen die Menschen schon heute mit den Folgen der Klimakrise. Wir haben das in Mosambik erlebt, aber auch in Südafrika und am anderen Ende der Welt, der Arktis. Und dann war da natürlich auch Corona.

Raphael: Dabei haben wir immer wieder gesehen, dass Menschen, wie ich, die relativ viele Privilegien haben, nicht so stark getroffen werden, dass es vor allem Frauen, und Menschen im globalen Süden allgemein sind, die mit den Folgen der Klimakrise zu kämpfen haben. Wenn man also verstehen will, was auf uns zukommt, und was wir tun können, lohnt es sich, mit diesen Menschen zu sprechen.

Habt ihr auf eurer Reise etwas gefunden, das euch Hoffnung gibt?


Theresa: Die Klimaprognosen sind düster, nicht nur im Privaten sprechen viele Wissenschaftlerinnen davon, dass es zu spät sein könnte, um einen Temperaturanstieg um mehrere Grad zu verhindern. Aber das heißt nicht, dass wir nichts tun können.

Raphael: Während unserer ersten Stationen in Afrika, später aber auch in Europa haben wir immer wieder erlebt, welche Kraft in Gemeinschaften ruht. Sich zusammenzuschließen, gemeinsam handeln - das hilft nicht nur, um Krisen zu bewältigen, es macht das Leben auch reicher – egal, ob die Klimakrise weiter eskaliert, oder wir es letztlich doch noch schaffen, weltweite Klimagerechtigkeit zu erreichen. Auch wir haben seit der Reise angefangen, uns mehr mit anderen zusammen zu tun, und es hilft dabei, gut den Krisen der Welt gut zu begegnen.

Theresa Leisgang
© Paul Lovis Wagner

Die Autoren: Theresa Leisgang, Raphael Thelen

Theresa Leisgang blickt auf die Zusammenhänge gelebter Praxis und globaler Strukturen. Sie erkundet die Verbindungen zwischen Transkulturalität und Klimakrise, zwischen Landwirtschaft und Artensterben, zwischen indigenem Wissen und imperialer Lebensweise. Wenn sie als Journalistin erklärt, wie Ölkonzerne den Amazonas ausplündern, auf der Sea-Watch im Mittelmeer kreuzt oder mit Kapitänin Carola Rackete Positionen zur Klimakrise erarbeitet, dann sieht sie darin die vielen Seiten der gleichen Aufgabe: ein gutes Leben für alle auf unserer geteilten Erde.

Raphael Thelen
© Dominik Wolf

Raphael Thelen lebt und arbeitet an den Bruchstellen der Welt, dort, wo die Konturen am schärfsten zutage treten und die Grenzen zwischen Privatem und Politischem verschwimmen. Er berichtete über den Freiheitskampf der Menschen im Nahen Osten, begleitete Fliehende auf ihrer Route durch den Balkan, schrieb über die Trümmerträume Ostdeutschlands. Seine Reportagen erschienen im SPIEGEL, der ZEIT, dem SZ Magazin, 2018 erschien sein Buch Die Straße der Träume. Er beschreibt, als engagierter Beobachter, die Verhältnisse nicht nur; er hofft sie zu verändern.

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